Geschichte Gratkorns
Das Gratkorner Becken, von Gratwein aus aus gesehen, 1919. (LMJ, Bild-und Tonarchiv, PL 51806) FffiAENE]sEE]§eELEffi B€AFA§HEffi (§825) Kaiser Franz 11., seit 1804 Kai- ser Franz I. von Osterreich, ord- nete durch sein "Allerh6chstes Patent" vom 23. Dezember 1817 die Vermessung der gesamten benannten "Franziszeischen Ka- tasters" wurden die Katastralgemeinden Kirchen- viertel, Friesach - St. Stefan, Forstviertel und FreBnitz (alle im Zur Grundherrschaft Sch!oB Planckenwarth waren bis 1848 die H6fe vulgo Grussa(ch)bauer im Fref3nitzviertel und vulgo Steindl in der Katastralgemejnde Friesach untertanig. (G. M. Vischer,1681.) Monarchic an. 1 Ausgehend vom Sch6ckl ("Sch6ckl - Koordina- ten") wurde das Herzogtum Stei- ermark zwischen 1820 und 1830 im Mal3stab 1 :2.880 vermessen, wobei sich dieser Mal3stab aus dem alten KlaftermaB erklart. Im Rahmen dieses mach dem Kaiser Grazer Kreis / Bezirk Peggau 8ele8en) im Jahre 1823 Par- zelle fur Parzel- 1e vermessen. Uber die KG Gratkorn - St. Veit existiert keine eigene Katastral- aufnahme von 1823, weil die- se KG erst 1938 gebildet wurde. 1823 grenzte die KG Schatt- leiten an die KG Kirchen- viertel und KG FreBnitz; S chattleiten wurde 1849, wie St. Stefan, eigene Ge- meinde. Die Aufnahme des Katasters wurde im Be- reich Gratkorn von den Herren Neuhofer und Winter (KG Kirchen- viertel), Bern- hardt und Krippel (KG Friesach - St. Stefan und KG Forstviertel) und Bock und Krippel (KG FreBnitz) durchgefuhrt. In der Realitat ging das folgend vor sich: Von einer mehrk6pfigen Grenz- kommission wurden die Grenzen der Katastral- oder Steuer- gemeinden abgeschritten und be- schrieben. In dieser Katastral- gemeinde wurden sodann, unter Beteiligung derjeweiligen Besit- zer, alle Bau- und Grund- parzellen vermessen. Bei den Vulgar- und Flurnamen waren die Landvermesser freilich auf die Angaben der Einheimischen angewiesen und weil sie als Orts- fremde des Dialektes nicht machtig sein konnten, schlichen sich oft Fehler ein. Diese fanden Aufnahme in den Kataster und setzen sich bis in die heute gtilti- ge offizielle "Osterreichische Karte" fort. Zum Beispiel: Der Bauer neben der Post- und KommerzialstraBe sprach das Wort "Chaussee" (= LandstraBe) wohl nicht ganz korrekt aus und so trug der Landvermesser "Schussleithen" in den Plan ein. Oder: Die zwischen Eggenfeld und Hausberg liegenden Acker geh6rten zur Grundherrschaft Rein. Der Bauer in Eggenfeld sprach im Dialekt aber sich nicht "Reinacker" und so trug der Landvermesser "Ruinacker" in seinen Plan ein. Oder: Die Jasen wurde als solche kartiert, der Jasenmtiller aber, wie auch heu- te noch im Dialekt tiblich, als "Josenmtiller". Vulgarnamen wurden von den Grund- vermessern so niedergeschrie- ben, wie sic es verstanden oder zu verstehen glaubten. All diese Tatsachen m6ge der Leser bei der Lekttire der folgenden Listen be- denken, wenn der eine oder an- dere Vulgamame seltsam anmu- tet. Am Ende der Vermessungs- arbeiten traf man sich nochinals bei der zustandigen Bezirks- herrschaft, also im Amtshaus zu Peggau, und der Vertreter der Bezirksherrschaft sowie die Gemeinderichter (bzw. Aus- schuBmanner) unterzeichneten
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