Geschichte Gratkorns

Jahreszahl 1640 auf der Giebelseite des Hofes vulgo Felberbauer. (A. Mell, 1894, S. 87, Fig. 5.) Jahreszahl 1640 tiber dem ursprtlng- lichen Eingang des Hofes vulgo Felberbauer. (A. Mell,1894, S. 85, Fig. 4.) 1 `+`- f,`.,i .-. '` +.-` -.-. ` .- `r'` ...i.. `t-` ``--`t `._`\\` I ,,,.f;,,;.:%i#orj¥.=t3;;*?+'` :i.... :i,a-€^ggES:' ,I,,I:i ` ` :`J' `i,::`i;jFffi`!:j{ji`i \vitF`gfi¢SLTTRIRAS`i:S\\` i I I I che in Begleitung eines engen Verwandten zu verstehen, urn Realitaten, Immobilien und Le- bensumstande des ktinftigen Partners in Augenschein zu neh- men. Bei Verwandten und Paten sprach der Brautigam selbst die Einladung zur Hochzeit aus, die tibrigen Gaste Iud der Bittelmann oder der Spielmann, der erste unter den Musikanten. Am Festtag selbst fand die Grup- pe, die die Braut abholen wollte, das Haus versperrt, dann er- schien eine "falsche", haBliche Braut. Nach gespielter Entrti- stung und einigen besanftigen- den Glasern Weines holte der Brautigam selbst die Braut. Die Kranzeljungfrau behtitete so- dann den Brautigam, der Braut- ftihrer die Braut vor Entfuhrungsversuchen. Nach fei- erlicher Trauung in der Kirche begab man sich ins Gasthaus, freilich nicht ohne Hindemisse. Nichtgeladene Burschen, die "Pransterer", sperrten den Weg mit einem Seil, quergelegte Baumstamme zeigten eine Maut an; dies alles galt es in Wein oder Geld abzul6sen. Im Gasthaus spielten die Musikanten auf, fur den Wirt geziemte es sich, die ganze Zeit tiber an der Tafel zu sitzen. Das "Kranzelabtanzen", das auch im Wirtshaus stattfand, wies im Raume Gratkorn / Andritz einstmals eine interes- sante Ausformung auf: Seltsam geformte Gugelhupfe, mach in- nen ausgeh6hlt, wurden nit Ker- zen besteckt, diese angeztindet und den Kranzeljungfrauen auf- gesetzt. Sic tanzten damit und tiberreichten schlieBlich das Ge- back der Braut, die es mit nach Hause nahm. Auch die Variante war bekannt, daB der Wirt die Gugelhupfe nach dem Tanz zer- kleinerte und den Gasten vor- setzte. Mancherlei Brauche sind im Umfeld der gegenseitigen Hilfe- 1eistungen bei bauerlichen Ar- beiten bekannt, sic besitzen meist heiteren Charakter. Besonders zur Zeit der Heuemte, beim Ge- treideschnitt, Brecheln oder "Woazschalen" traf man sich, erzahlte Geschichten unter- schiedlichen Wahrheitsgehaltes und kntipfte nicht selten zarte Bande. Nach der gemeinschaft- 1ichen Arbeit Iud der betreffen- de Bauer manchmal zu Speis und Trank, wobei sich "Zwetschkenpfeffer", ein Mus aus dtirren Pflaumen, groBer Be- liebtheit erfreute. Ftir die Mad-

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