Geschichte Gratkorns
6 J. F{osolenz, 1607, S. 43. Darauf be- zieht sich auch A. J. Caesar, 1802, S. 47 und 80f 7 J. J.1872, i873, S 29. 8 ALA/Gratkorn 674-222/2 9 FK 163 (LA) 10 E. Ch. Gero!d -J. G. Haditsch, 1996, S 1182 u 185f: E, Hutter, 1960. men, und folgenden, welcher war der 17. Matij, die Burgerschafft, nach gehaltner Bischofflicher Exhortation [Ermahnung], ex- aminiert [geprfuft] , beaydigt, und mit angehendigter Instruction versehen. Unnd der Sectischen Bticher tiber die 200. stuck in Brandt gesteckt."6 Urn 1620 war das Schicksal in der Steiermark endgtiltig besie- 8elt. Lassen sich auch durch schrift- 1iche Quellen Protestanten in Gratkom kaum nachweisen, so verdient in diesem Zusammen- hang ein am 25. und 26. Mirz 1872 in der Gemeinde St. Stefan am Gratkom, KG Kirchenviertel, getatigter archaologischer Fund Beachtung. In etwa 0,9 in Tiefe kamen in West - Ost - Orientie- rung funf Skelette mit Beigaben aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zutage, namlich "1 kleines Me- daillon mit Glasscheiben, dazwi- schen ein Papierstreifen mit dem Johannis-Evangelium bedruckt, mehre[re] blaue Glasperlen, al- 1es mit Menschengerippen und Nageln gefunden nachst der Gratweiner [ ! ] Papierfabrik, Ge- schenk der Directon von Leykam-Josephsthal."7 Laut Archaologischer Lands- aufnahme befande sich der Fund- ort beim "vulgo Bachschuster, Haus Nr. 2"8. Dies entspricht nicht den Tatsachen, der Fund- ort ist beim vulgo Bergschuster, auch Lueggschuster genannt, (Bauparz. Nr. 68), zu lokalisie- ren, der genau an den alten Werkskanal grenzt.9 Es k6nnte jedenfalls gut m6glich sein, daB diese Graber als Reste eines protestantischen Friedho- fes anzusprechen sind. Nach den Epochen des Geheim- protestantismus und der Toleranz brachte erst das "Protestanten- patent" von 1861 die Gleichbe- rechtigung der Protestanten. Im Jahre 1899 feierte der Grazer Pastor Eckardt in der alten Werksrestauration der Papierfa- brik den ersten protestantischen Gottesdienst, am 11. Dezember 1960 erhielt Gratkom - mit da- mals etwa 400 Protestanten - eine protestantische Kirche, zu deren Er6ffnung sogar Vizekanzler DDr. Bruno Pittermann erschie- nen war. Nachdem Pastor Ger- hold aus Graz, seit 1987 Super- intendent der Di6zese A. 8. Stei- ermark und Vizeprasident der Generalsynode der Evangeli- schen Kirche A. und H.B. in Osterreich, die Schltissel zur Kir- che dem Ortsgeistlichen Koch aus Peggau tibergeben hatte, hielt man den Einzug und vollzog die Weihe.10
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