Geschichte Gratkorns
Seit 28. April 1607 geh6rt das Pfarrvikariat St. Stefan zum Stift Bein. -Das Stift urn 1870. (An- sichten,1870. S. 203.) Stefan, wurden in der Folge mit Reiner Ordensgeistlichen be- setzt. Territoriale Veranderungen fur die Pfarre St. Stefan brachte 1782 die Pfarregulierung Kaiser Josephs 11. mit sich. Wahrend ein GroBteil der Pfarre Gratwein in sieben Pfarren aufgesplittert wurde, erhielt das Vikariat St. Stefan von der Pfarre St. Veit 17 Hauser in Schattleiten. Streitigkeiten mit der Pfarre Deutschfeistritz fuhrten im Jah- re 1929 zur Abtrennung von zwei Hausem an diese.[5 Seine wirtschaftliche Absiche- rung erfuhr das Pfarrvikariat St. Stefan in erster Linie durch die Kirchengtilt, eine kleine Grund- herrschaft, die bescheidene Zins- ertrage abwarf. Die Pfarrgtilt be- saB im Gegensatz zu einer welt- 1ichen Grundherrschaft keine Burg, keine Gerichtsbarkeit, kei- nen Wildbann etc. Die Gtilt be- zeichnet in diesem Fall die Sum- me aller Leistungen, die von den untertanigen Bauem der Pfarre, dem Pfarrhof oder dem Pfarrer erbracht werden muBten. In St. Stefan waren dies die Pfarrgtilt und die Kirchengti|t.16 Die Kirchengtilt St. Stefan betrug 1730 (bzw.1758) ein Pfund, funf Schilling 12 % Pfennig Rustika- le, zwei Gulden, funf Schilling 28 Pfennig Dominikale. Dazu kamen 20 Tage Robotleistung mit Kost. Zum Pfarrhof geh6r- ten 24 Joch, 1427 Quadratklafter (75.512Quadratmeter)Grundbe- sitz, im einzelnen dienten im Jah- re 1832 (FK) folgende H6fe der Kirche oder dem Pfarrhof: vulgo Dorfweber Kirchenv., Bau-Parz. Nr.13 Kirchengdlt St. Stefan Payrbauer (Paarbauer) Kirchenv., Bau-Parz. Nr. 20 Pfarrhof St. Stefan Zaufenweber Kirchenv., Bau-Parz. Nr. 21 Pfarrhof St. Stefan Leitenpoldl Kirchenv., Bau-Parz. Nr. 61 Pfarrhof St, Stefan Bergj6rgl Forstv., Bau-Parz. Nr. 2 Kirchengdlt St. Stefan Sternschuster Forstv., Bau-Parz. Nr.14 Kirchengdlt St. Stefan Zur Pfarrhofgtilt dienten sechs Untertanen mit einem Pfund, ei- nem Schilling, 28 Pfennig. Wei- tere Einktinfte des Pfarr- vikariates setzten sich aus den Stolgebtihren fur Gottesdienste und andere geistlichen Leistun- gen, dem Beichtkreuzer fur die Osterbeichte, dem Zehent und aus diversen Naturalabgaben zu- sammen. lm Jahre 1763 umfaBte die Pfarrpfrtlnde folgenden Grundbesitz: i. Die ``Leiten", auch "Baumgarten" genannt, der Obstgarten hinter dem Pfarrhof . Diese Leiten be- stand wohl aus einem kleinen Ak- ker, dem nachmaligen Hausgarten, und einer dazugeh6rigen Wiese. 2. Das kleine ``Stiftsackerl bei dem alten Birnbaum", zwischen dem Kogleracker und dem Pucheracker gelegen, wahrscheinlich der Friedhofsacker unter dem Stall- gebaude. 3. Der "Kreuzacker" beim Donatikreuz, der bereits damals des 6fteren durch Unwetter ver- sandet wurde. 4. Der "Wagneracker" nachst der Peichsstrar3e. 5. Der "Zaufenacker". 6. Die "Zaufenwiese" brachte 1 1/2 Fuhren Heu. 7, Die "groBe Wiese" warf drei Fuh- ren Heu ab. 8. Zur Pfrtlnde geh6rte auch ein klei- ner Wald, aus dem jahrlich etwa sechs Klafter Brennholz ftlr den Ei- genbedarf geschlagert werden konnten, ohne diesen jedoch v6l- lig abdecken zu k6nnen. Der Vieh- bestand des Pfarrhofes belief sich durchschnittlich auf ein Pferd, zwei Ochsen, drei Kt]he, bzw. auf h6ch- stens zwei Ktlhe und vier Ochsen. betreut wurde dieser Wirtschafts- k6rper von einer K6chin, zwei Dienstmagden und zwei Knechten. Das Einkommen des damaligen Pfarrvikars bestand aus der Naturalsammlung, die jedoch nie zur Ganze abgeftlhrt wurde, weiters aus den Stolgebuhren, aus den Beichtkreuzern und aus den Ertfagnissen der Grundsttlcke.
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