Geschichte Gratkorns
Pfarrkirche St. Stefan (Turm) urn 1965. (Archiv BDA Graz) wird, daB vorkommen seind die Zechleit zu S. Margarethen ob den Dorf zu Pekach, und die zu S. Stephan in Gradkom, und ga- ben uno zu vemehmen, daB zwi- schen ihnen ichtes irrung und zwietracht hielten wegen der pfarrschidung, daB das dorf Friesach in der leidigen Pest von Gsoell-briester in Gradkom were eroettet worden, so sonsten uralters gegen Pekach gepfart gewessen, und jezher in kriegs laufen noch von S. Stephan gepfart wurde. Item wurde un- 91eich abgenohmen, theilB gaben gar nichts mehr, [...]."11 _ Ein Geistlicher aus St. Stefan hatte also wahrend Kriegs- und Pest- zeiten, gemeint ist wohl die Zeit urn 1480, die Betreuung Friesachs tibemommen. Der Rei- ner Abt Johannes IV. Lindenlaub Gotisches Sakristeiportal der Kirche St. Stefan. (Foto I. Mirsch) entschied wie folgt: "[...]' also haben wir auf vil raeden und widelraeden den entschidt gethan, und sie verraint, daB kinftig die leichen von dorf gen S. Ste- phan zu bestaetten verbleiben, darvon sic die samblung versbrochen; den pfarrer zu widerkehren wir den schaden, daB er seine pfrinden erhalten kan, und ist begniegt worden, 1auth der bekantnuB, so urbari ist."12 SchlieBlich legt der Reiner Abt die Stidgrenze der Pfarre Peg8au/ Deutschfeist- ritz, also die Nordgrenze der Pfarre St. Ste- fan, fest: "[...] an Sembriach weg hinein biB an RoetBbach, und fuerbaB zuruck nacher Bach biB an Billemach und Oberfries- ach zur Marter und unterndorf zur neuen Mar- ter und gradt uebers Feld gen der Radl mill.„13 St. Stefan wur- de urn 1450 als "Ewiges Vikariat" aus der Pfar- re Gratwein ausgeschieden, ohne jedoch die Zugeh6rigkeit zu Gratwein zu verlieren. Uber die Kirche und Pfarre von St. Stefan tibte die Pfarre Gratwein Vogteirechte aus, auch stand das Vorschlagsrecht ftir den Pfarrvikar, der schlieBlich durch den Bischof von Seckau besta- tigt wurde, der Mutterpfarre Gratwein zu. An dieser Situati- on anderte sich nichts bis zu Be- ginn des 17. Jahrhunderts. Im Zuge eines Tausches tibergab der Erzbischof von Salzburg am 28. April 1607 die Pfarre Gratwein dem Stift Rein, bereits am 6. April hatte der Reiner Abt Mat- thias Gtilger da fur das Kloster der Zisterzienserinnen in Fries- ach in Kamten an den Salzbur- ger Erzbischof abgetreten.14 Durch diesen Tausch erfuhr die Pfarre Gratwein, eine der Urpfarren des Landes und seit 1436 Sitz des Archidiakons der Unteren Mark, eine empfindliche Herabsetzung. Mit der Aufnah- me in den Reiner Klosterverband wurde Gratwein auf die Stufe ei- nes Pfarrvikariates gestellt. Es verlor alle Untertanen an Rein, den Pfarrzehent, weiters die Pa- tronats-und Prasentationsrechte. Die Tochtexpfarren, so auch St.
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