Geschichte Gratkorns
4 F}. K. H6fer,1992, S. 211. 5 ADS,111, S. 801ff; B, Baravalle. 1961, S 166; H. Ebner,1981, S.127. 6 ADS, H!, S. 809. Zur Bau- geschichte vgl. auch Dehio, 1982, S. 354` 7 0. Wimmer,1959. S. 452. 8 H. Grote,1877, S.120; ADS,Ill, S. 803f; F}. Baravalle,1961, S.180. 9 Kop. 5556a (LA); vgl. auch K. Amon, i980, S. 86. 10 A. Lehr,11. S. 393. lnnenraum der Pfarrkjrche St. Stephan (in Pichtung Orgelemphore) urn 1900. Die Or- gel (1885) stammt von Carl Billich. (Archiv BDA Graz) auch Weissnegkh gewest."4 Soll- ten diese Angaben im Visitationsprotokoll zutreffen, die Montforter also die Grtinder der Kirche sein, so fiele dieses Ereignis zwischen 1373 und 1390 (erste Nennung der Kir- che). 1373 deshalb, weil sich in diesem Jahr Johanna von Pfannberg und ihre Tochter Margarethe (sic besal3 Peggau) mit den Grafen Wilhelm und Hugo von Montfort -Bregenz vermahlten. Bis 1596 hatten die Montforter die Herrschaft Peggau und damit Gtiter in Gratkom inne.5 Margarethe von Pfannberg dtirf- te eine sehr glaubige Frau gewe- sen sein, denn sie, die erste Ge- mahlin Hugos von Montfort, er- baute vor 1389 die Margarethenkirche in Peggau. Bemerkenswert dabei ist, daB auch in diesem Fall dem heili- gen Stefan besondere Bedeutung zugemessen wurde, denn "ungefaehrlich trey wochen nach Sanct Margreten ist St. Stephan erfindung tag, alwo den negsten Sontag darnach wird bey diser Kuerchen [Margarethakirche] Kuerchweich gehalten, [...]."6 Interesse erweckt erstens der Ter- min des Kirchweihfestes einer Margarethakirche (Sonntag mach Stephani), weiters, daB hier nicht - wie tiblich - der 26. Dezember als Gedenktag fur den heiligen Stefan gilt, sondern der 3. Au- gust, an dem der Legende mach die Gebeine des Heiligen ent- deckt wurden. Auch in St. Ste- fan / Gratkom feiert man am 3. August das Patroziniumsfest. An diesem Tag wurde das Fest ur- sprtinglich von den Lateinem ge- feiert.7 SchlieJ3lich sei bei diesen Be- trachtungen zum Stefans-Patro- zinium in Gratkom eines weite- ren Montforters - ausgerechnet mit dem Namen Stefan - gedacht, der, direkt oder indirekt, eben- falls an der Grtindung der Stefanskirche in Gratkom betei- ligt gewesen sein k6nnte: Stefan von Montfort, verstorben 1437, der Bruder Hugos, stiftete 1436 ein Benefizium in der Frohnleitener Katharinenkirche. Im selben Jahr hatte er Stadeck zu Lehen erhalten.8 Als Herren von Stadeck pflegten die Montforter auch zu St. Veit enge Beziehungen. So erscheint, noch vor den Laien ritterlichen Stan- des, als erster Zeuge fur das Vcr- machtnis des Grafen Stephan von Montfort 1437 der Pfarrer von St. Veit eilends in Peggau.9 Fest steht mach all diesen Uber- legungen nur, dan im Jahre 1390 die Kirche St. Stefan bereits be- stand. Ob ein Vorgangerbau exi- stierte, ob dieser von den Velgauem oder Luegern als Ei- genkirche initiiert wurde, ob es auf Velgau oder Lueg Kapellen gab, das muB Spekulation blei- ben, solang archaologische Fun- de und Befunde sowie kunst- geschichtliche Untersuchungen zum Baualter ausstehen. Den ersten Hinweis auf die Stel- lung St. Stefans als Pfarre tiber- liefert eine Mitte des 19. Jahr- hunderts angelegte Urkunden- sammlung des Reiner Stifts- archivars Pater Alanus Lehr. Im Jahre 1453 wird ein "plebanus ad S. Steffanum ultra flumen muram"10 genannt, also ein Geistlicher bei Sankt Stefan jen- seits der Mur. Dies ist der erste urkundliche Nachweis einer Pfarre St. Stefan. Diese Pfarre umfaBte die heutigen Katastralgemeinden Kirchen- viertel, FreBnitzviertel, Forst- viertel und Friesach-St. Stefan. Die n6rdliche Pfarrgrenze verlief durch Friesach, die stidliche deckte sich wohl mit dem Dultbach als Peggauer Gerichts- grenze. Unklarheiten gab es le- diglich tiber die Nordgrenze. Genaueres dartiber erfahren wir aus einem Friesach betreffenden Grenzstreit des Jahres 1523: "Wuer Johann Abt zu Rain, bekhennen vor unB und unsere nachkummen ofentlich mit dem brief, und thuen kunt allen, den er fuerkambt oder verloesen
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