Geschichte Gratkorns
Eusffi ®EseEL]€ELHFE BEffi RE[ffieREE UREEB PEARRE SF® SHEEAEN Die Kirche von St. Stefan, Mit- telpunkt des alten Kirchweilers, 1iegt auf 394 in am Ostrand des Gratkomer Beckens. Im March- futterregister von 1390 wird erst- mals das Dorf, damit auch die Kirche, als "sand steffan ob Endrecz"1 genannt. Die Bausub- stanz wie die Ausstattung der Kirche lassen sich unterschied- 1ichen Stilepochen zuordnen; auf einige wesentliche Elemente soll, ehe die Geschichte behan- delt wird, kurz eingegangen wer- den.2 Chor: Es handelt sich urn einen zweijochigengotischenchormit 3/8 - SchluB, wobbei das Westjoch noch mit einem goti- schen Kreuzrippengew61be aus dem 14. Jahrhundert versehen ist; der runde SchluBstein weist ein Blattomament auf. Im Zuge von AUBenrestaurierungs- arbeiten im Jahre 1985 wurde an der Stidseite des Chorteiles ein schlecht erhaltenes Fresko- fragment freigelegt, das durch die Ostwand des Sakristeizu- baues unterbrochen, aber im Be- reich der Baunaht weiter zu ver- folgen ist. Das 0,5 Quadratme- ter groBe Freskofragment wurde unter gr6Bt m691icher Schonung des Bestandes mit Neuverputz tiberdeckt. Das Ostjoch ist mit einer Ringtonne versehen, der ChorschluB innen ausgerundet; der Fronbogen rundbogig und leicht eingezogen, das Fron- bogenkreuz stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ein auf barocken Konsolen knieender Donatus in der Art des Jakob Peyer ist dem dritten Viertel des 18. Jahrhun- derts zuzuschreiben, eine Pieta dem 18. Jahrhundert. Der Tauf- stein ist dem Barock zuzuordnen, urn 1700. Die Hangeleuchter aus Glas stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Marmor- boden wurde 1977 aus der soge- nannten "Alten Sakristei" des Stiftes Rein hierher tibertragen. Hochaltar: Der Hochaltar ist mit 1803 datiert, das Olgemalde des heiligen Stephanus (Steinigung) stammt aus der zweiten Halfte des 17. Jahrhunderts. Die Altar- krone, tiber den Wolken und von Engeln umgeben, ziert, umgeben von Engeln, die figurale Darstel- 1ung der Dreifaltigkeit. Beider- seits der Altarsaulen (Halb- saulen) finden sich Statuen der Martyrer St. Florian (rechts) und St. Pankraz (links). Langhaus: Es ist dreijochig, mit einem Kreuzgratgew61be auf Gurten, weiters mit einfachen Wandpfeilem. Vermutlich im 17. Jahrhundert setzte man die Mau- em des Kirchenschiffes urn je- weils 180 cm hinaus, die Kirche wurde neu eingew61bt. Samtli- che Fenster geh6ren dem Barock an, die Scheiben stammen von Ferdinand Koller (1905). Die Seitenaltire wurden 1809 errich= tet, am rechten befindet sich das Bild des heiligen Donatus, eben- falls 1809. Am linken ist eine Verktindigung in der Art des Matthias Schiffer dargestellt. Westempore: Sie besteht aus ei- nem Kreuzgratgew6lbe auf Rundsaulen, die Holzbrtistung ist vorgezogen und geschwungen. Die Orgel wurde 1885 von Carl Billich errichtet. Alte Sakristei: Sie befindet sich stidlich des Chores, ist kreuz- rippengew61bt und nit einem gotischen Westportal versehen. Ein Rosenkranzbild ist bezeich- net mit "Fr. Krainer pin.[xit] 1846„. Turm: Der Westturm ist einge- stellt und mit einem achtseitigen Spitzhelm versehen. Donatuskapelle: Die ehemalige Donatuskapelle stidlich des Tur- mes wurde unter Pfarrer P. Ed- mund Peimbauer (1745 - 1749) errichtet und laut Inschrift 1856 neu hergestellt. Spater erfolgte die Umwandlung zur Krieger- gedachtni skapelle , heute fungiert sic als Beichtkapelle. Die Wand- malereien stammen von Toni Hafner. Zwar existieren Vermutungen, daB die Kirche erheblich alter sei als es die erste Nennung von 1390 nahelegt3 , doch m6chte ich zunachst die Fakten referieren. Als solche sind in erster Linie die AngabenimVisitationsprotokoll der Pfarren und K16ster aus den Jahren 1544/1545 zu betrachten: "Sant Stephanns pharr bey der Muer ob Gratz. Die Stifter diser pharr sein die graven von Mondtfortt und Lennghaimer, Der lnnenraum der Pfarrkirche St. Stephan urn 1900. Bei der Umgestaltung (vor 1974) wurden Teile der lnneneinrichtung (u. a. die Kanzel, rechts, mit Schall- deckel) vernichtet. (Archiv BDA Graz) 1 LGU, S. 306. 2 Grundlagen: BDA-Akten, Landeskonservatorat fE}r Steier- mark; Dehio,1982, S.143; F}. List,1976; C J. Brancltner,199i , H Schwe]gert, 1979, S. 458 u. 485. 3 C. J. Brandtner,1991, S.112 glaubt "Tei!e des spatromanischen Kirchenbaues" zu erkennen und meint, clie Kirche sei "sicker welt alter a!s dle ersten urkundlichen Nennungen es uns aufzeigen." yon Teilen Sines spat- romanl§chen Kirchenbaus ist dem Bundesdenkmalamt niehts bekannt, eigene Nachforschun- gen !n dieser Hinsicht blieben er- gebmslos
RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=