Geschichte Gratkorns

chat Aquileia und dem Erzbis- turn Salzburg festge|egt.4 Das Erzbistum Salzburg besaB bereits vor dem Jahre 860 aus- gedehnteren Besitz im Gratkom- er Becken, die "ad Strazinolun duo loca"5 , darunter das Gebiet Dult / Brunn. Wenn wir auch tiber keine direkten Missio- nierungstatigkeiten unteITichtet sind, so liegt es nahe, solche an- zunehmen. Die Theorie aber, daB - aufgrund der Nennung von 860 - die Grtindung der Pfarre Grat- wein bereits im 9. Jahrhundert erfolgt sein muBte6 und bereits zu diesem Zeitpunkt das Gratkomer Becken kirchlich or- ganisiert war, sollte man diffe- renziert betrachten: Bei allen anderen in dieser Urkunde ge- nannten H6fen - und es sind de- rer 40 - wird, sofem eine Ffirche in unmittelbarer Nthe vorhanden ist, diese auch erwahnt. Eine Kin- che beim StraBengler K6nigshof wird nicht erwahnt und es scheint fraglich, ob zwischen 860 und dem Ungameinfall von 894 eine Kirche oder gar Pfarre er- richtet wurde.7 Bis 1043 galt de facto die Mur als Ostgrenze des Reiches, eine Besiedlung erfolgte nur zt}gemd. Erst aus einer urn das Jahr 1066 ausgestellten Urkunde laBt sich die Existenz einer Gratweiner Uapfarre erschlieBen. In dieser Urkunde werden die Grenzen der Pfarre Adriach (heute Pfarre Frohnleiten) mit dem R6thelstein imNordenundSteindorf(gegen- tiber Badl / Peggau) im Stiden angegeben.8 - Hier grenzte die Adriacher Pfarre an die Pfarre St. Martin in Feistritz, die ihrerseits mit groBer Sicherheit als Tochterkirche von Gratwein ge- grtindet worden war. In der Eigentumstibertragung an das Kloster Rein vom 22. Febru- ar 1138 scheint ein gewisser "presbyter Wolftriglo" auf, der fur seine Grtinde in Langwiesen (Reintal) mit solchen in Grat- wein entschadigt wird.9 Wolftriglo ist zweifellos der Gratweiner Pfarrer. In diesen Kontext paBt auch die Aussage des Gratweiner Pfarrers Niko- 1aus Dastenda aus den Jahren urn 143210 , die Pfarre Gratwein sei urn einiges alter als das Stift Rein. Kurzum: Mit der Grtin- dung der Pfarre Gratwein, zwi- schen 955 und 1066, kann erst- mals von einer Organisation kirchlichen Lebens im Raum Gratkorn gesprochen werden. Di6zesankarte des Bistums Seckau, Pfar- re St. Stefan, aus dem Jahre 1886. (UB / SS)

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