Geschichte Gratkorns
K I ffi e EL E RE ® E s e EL i e EL H E BIE eELffiisHFIAEN[s[EffiusRE® Das Eindringen des Christen- tums in Norikum unterlag kei- nem einheitlich fortschreitenden ProzeB, dieser Vorgang glieder- te sich in die "r6mische Missi- on", die etwa bis zum Slawen- einfall zu Ende des 6. Jahrhun- derts wahrte, und in die Slawen- mission, die in Zusammenhang mit den politischen Interessen Bayerns zu sehen sind, wobei ihre Anfange ziemlich genau in die Mitte des 8. Jahrhunderts zu datieren sind. Die "r6mische Mission" mit ihren Zentren Virunum, Teurnia, Celeia und Juenna ist fur unser Thema nicht relevant, zumal eine frtih- christliche Kultanlage in der Steiermark nicht nachweisbar ist. LediglichausFlaviaSolvaistein frtihchristlicher Fingerring aus dem ausgehenden vierten Jahr- hundert bekannt.1 Mag sich die neue Religion in manchen Siedlungszentren vor- erst durchgesetzt haben, so hielt man in der Provinz urn so beharr- licher am Heidentum fest. Ledig- lich der Umstand, daB durch das Gratkomer / Gratweiner B ecken ein bedeutender Verkehrsweg fuhrte gibt zur Vermutung AnlaB, daB die Bewohner zumindest vom H6rensagen die neue Reli- gion kannten. Realitat ist jeden- falls, daB auf heute steirischem Gebiet noch keine frtih- christliche Kultanlage bekannt ist. So "wissen wir auch nicht, was bei uns gegen Ende des 6. Jahrhunderts durch die rigorosen Eingriffe in das alpenlandische Volkstum durch die Awaren und Slawen vernichtet worden ist. Nach 590 h6rt ja fur 160 Jahre jegliche Nachricht tiber das chri- stentum in Noricum auf."2 - Zu- mindest darin sind sich Archao- 1ogen und Historiker einig. Die Bekehrungsgeschichte der Baiern und Karantanen ("Conversio Bagoariorum et Carantanorum") berichtet von einem Hilfeersuchen des Slawenfursten Borut an Bayem, ihm gegen die andrangenden Awaren zu helfen. Die Baiem halfen in der Tat, unterwarfen jedoch auch die karantaner Sla- wen und entsandten sogleich den Bischof Modestus, begleitet von vier Priestem und einem Diakon, zwecks Missionstatigkeit mach Norikum.3 Urn 750 erfolgen diese ersten Salzburger Missionsversuche in Norikum, von 796 datiert die er- ste Abgrenzung der Missions- gebiete Salzburgs und Aquileias, 811 wird die Drau als definitive Grenze zwischen dem Patriar- Mit der Grtlndung der Pfarre Gratwein im 10. / 11. Jahrhundert kann erstmals von einer Organi- sation kirchlichen Lebens im Flaum Gratkorn gesprochen wer- den. Mit der lnkorporation der Pfarre Gratwein zu Pein im Jah- re 1607 kam auch St. Stefan zum Zisterzienserstift, Die Gratweiner Pfarrkirche zum heiligen Fiupert ist eine sehenswerte spat- gotische Hallenkirche. Die Pho- tographie, vom Gratkorner Murufer nach Westen, entstand urn das Jahr 1900. (Sammlung Horst Ziegler)
RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=