Geschichte Gratkorns

SchloB Eggenberg,1844. Paul W. Both nimmt an, daB das Ge- schlecht der Eggenberger vom Hausberg / Eggenberg stammt. Heute sind im SchloB unter an- derem die archaologischen Sammlungen untergebracht, wo die bedeutenden Funde aus der Gratkorner Zigeunerh6hle zu be- sichtigen sind. (J. Kuwasseg, 1844. Nr. 75.) ®RATK©ffiREEffi EESEELELSFE Eine besondere Stellung kam im Mittelalter den Edelh6fen zu. Sie wurden vom Adel an Dienst- mannen tibergeben, oft mit der Intention, daB diese H6fe und die Dienstmannschaft eine wehrhaf- te Funktion erfullten. Eine urn das Jahr 1140 in Admont ausgestellte Urkunde] tiberliefert einen gewissen "Adalberto de Ecchenuelt ministeriali Guntheri", also scheint, daB es sich hierbei urn Brunn zwischen der Dult und St. Stefan handelt. Erzbischof Eber- hard 11. von Salzburg bestatigt damn im Jahre 1223 dem Kloster Rein die Schenkung von Gtitem in der Dult und "in Prunne".5 Diese Schenkung erfolgte seitens des Ministerialen "Haertwic de Prunne"; die genaue Lage seines Hofes, der bei Brunn zu suchen sein wird, kennen wir nicht. 1 StuB I, Nr.189, S. 200. 2 §tuB I, Nr 727 (a!s 220a), S 718f; vg!. auch F}. Baravalle,1961, S. 149. 3 StuB I. Nr. 261, S. 271f. 4 StuB I, Nr. 601, S. 570. 5 StuB !1, Nr. 208, S 298. 6 F3 Baravalle,1961, S.151. 7 6K 164; 08, S. 82, M. Lexer,1986, S. 82, Th. Unger,1903, S 130; Gerichtsbeschre!bungen 185 Vgl auch F{. Baravalle,196ig S 148` 8 F}. Baravalle, i961, S.156. 9 Slehe 08, S. 278. 10 LA, Urkunde 2765 vom 27b No- vember 1360 1i D!ese Meinung wurde von P. W. Fioth, i993, S, 50 -54 vertreten, blleb aber nicht unwlclerspro- chen (H P. Naschenweng,1995, S.106 -122; P. W. F}oth,1996, S. 58 - 59.). Adalbert von Eggenfeld, ein Mi- nisteriale Gunthers. Urn 1145 wird derselbe Adalbert von Eggenfeld im Zuge eines Gtitertausches genannt.2 1147 scheint "Adelbertus de Ekkeuelt" 1etztmals als Zeuge in einer in Rein ausgefertigten Ur- kunde Markgraf Otakars V. auf.3 Ein "Ilsungus de Prunnen", also Ilsung von Brunn, wird 1179 ge- nannt.4 Es ist zu vermuten, zu- mal Ilsung unmittelbar nach Otto von Velgau in der Zeugenreihe dieser Reiner Urkunde auf- Ein weiterer Edelhof kann in Friesach vermutet werden.1302 und 1304 nennen sich namlich Ottel und Heinrich "die Friesacher", Robert Baravalle schlieBt daraus auf einen Edel- hof in Friesach, der im 14. Jahr- hundertzumBauemhofherabge- Sunken sei.6 Interessant ist auch der vulgo Burgstaller, etwa 1600 in stid6st- 1ich des Weilers Jasen. Der Burg- stallerhof, der 1456 in einer Ur- kunde (Landesarchiv) erstmals als "am Purkstal" erwahnt wird, weistaufdenStandorteinerBurg him. Die Existenz einer mittelal- terlichen oder gar vorgeschicht- 1ichen Befestigungsanlage im Umfeld des Burgstallers konnte bislang nicht nachgewiesen wer- den; interessant ist jedoch ein Hinweis in einer Gerichts- beschreibung aus dem Jahre 1767. Die dort erwahnte, ganz in der Nahe des Burgstaller liegen- de "mauer am Fuchskogl" k6nn- te durchaus als Rest einer Wehr- anlage zu deuten sein.7 Nachfor- schungen dartiber sind im Gan- 8e. R. Baravalle vermutet noch ei- nen befestigten Hof oder Wehr- bau der Stadecker (1303: Fried- rich von Stadeck oder von Jazzing) im Bereich des Weilers Jasen.8 Das "Jazzing" bei Baravalle wird sich meines Er- achtens eher auf das Kumberger "Jazzing" (heute: Jassing) bezie- hen.9 SchlieBlich sei in diesem Zu- sammenhang auch noch darauf hingewiesen, daB die Herkunft des Geschlechtes der Eggen- berger (SchloB Eggenberg bei Graz) aus den Raum Gratkorn (Eggenberg) sehr wahrschein- lich erscheint: Ottokar der Stadler und seine Familie ver- kauften im Jahre 1360 den Do- minikanerinnen unter anderem Huben und Hofstatten zu Lueg. Hier saBen auch "Nykel an dem Ekchenberg" und "Leupold an dem Ekchenperg".10 Paul W. Roth nimmt nun an, daB eirier von den beiden als Vorfahre Ul- richs von Eggenberg anzusehen ist.11 -So|lte der erste Eggen- berger also ein Gratkomer gewe- sen sein?

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