Geschichte Gratkorns

von Semriach verkauft dem "erbem man Wolfgero von den Luege" ein Gut an der "Vreswitz" (FreBnitzviertel). (Urkunde, AR) 24. Juni 1351: Friedrich der Chlemme, Btirger zu Bruck an der Mur, und seine Frau "Halmey, Wolfgers tachter von dem Luegg" pachten vom Klo- ster Rein eine Hube zu Pachem bei Bruck. (Urkunde, AR); 1. September 1356: Gottfried, der Amtmann von Seiersberg, verkauft Heinrich dem Pirnschrott eine Gtilt von neun Schilling, die gelegen sind "daz dem Lueg", und zwar sieben Schilling von dem Hofe, auf dem "Wolfger weilent" gesessen hat- te. (Urkunde, AR); etwa 1362 gibt Mathilde Lugerin ("Matza Lugerynn") einen Acker im "Cental". (Regestenteil des Urbars D, AR); ebenfalls urn 1362 tibergibt "Matza Lugeryn" einen Teil der Burg ("partem castri") und an- dere Gtiter. (Regestenteil des Urbars D, AR); 1362: Mathilde Luegerin tiber- gibt dem Stift Rein mehrere Gti- ter "prope Lueg" (bei Lueg). (Regestenteil des Urbars D, AR);14 1365 : Peter von Ftirstenfeld und Konrad Lenbticher tauschen mit dem Stift Rein "quodquod habuerunt prope Lueg, quod fuit Friderici Lueger" gegen Sparbersbach und andere Gtiter. (Regestenteil des Urbars D, AR) ; Bei dem Geschlecht der Lueger handelte es sich offenbar urn Pfannberger und Wildoner Dienstmannen, die als Burggra- fen auf Lueg am Gratkorner Hausberg eingesetzt waren. Vcr- wandt waren die Lueger unter anderem nit den Waldsteinern, Teufenbachem und Silberknoll, vielleicht auch mit den Kainachem, Plankenwartem und Steinbergern.15 Ihr Geschlecht zerstob ab dem ausgehenden 14. Jahthundert in alle Winde, man- che wurden augenscheinlich Btirger, manche Bauem, manche Linie starb wohl aus. Lebendig blieb die verlassene Burg vorerst im Amt Lueg (Stiftsurbar von 1470, AR), auBerdem in den Vulgonamen des Hofbachers und Luegschusters. 16 Weiter lebte die Erinnerung an Lueg auch im 6rt- 1ichen Sagengut, denn noch heu- te weiB man in Gratkom zu be- richten, einst ware die Burg Lueg durch einen unterirdischen Gang mit den Burgen Helfenstein (Gratwein/Harter Wald- Waldsteiner Hausberg) und Lueginsland (bei Semriach) ver- bunden gewesen. Tatsache ist es auch, daB der Name Lueger bis ins letzte Jahrhundert hinein in St. Stefan / Gratkom als Famili- enname weiterlebte, denn der Reiner Pater Anton Weis kannte 1884 selbst noch einen alten Jagdgehilfen dieses Namens, der von St. Stefan mach Rein tiber- gewandert war. Die Gratkorner Trager dieses Namens meinten, ihre Ahnen hatten einst einem adeligen Geschlecht angeh6rt. L7 Im Reiner TotenbuchL8 kommen relativ wenige Mitglieder des Geschlechtes der Lueger vor. Vermerkt sind lediglich die Ster- betage von Anna de Foramine (23. Mai), Giselher de Foramine ( 11. August), Hugo de Foramine (20. Oktober) und Matze Luegerin (28. September). Je- doch gibt es im Regestenteil des Urbars D, 11. R. vor XVIII, (AR) einen Hinweis auf den Begrabnisort derer von Lueg: "Anniversarium Lugerin et sepultura ipsius habetur extra cancellum cappelle omnium sanctorum". Die letzte Ruhestat- te der Matze (Mathilde) von Lueg befand sich demnach in der alten (nicht mehr bestehenden) St. Georgskirche, die vorher als Allerheiligenkapelle bekannt war. Sie befand sich vor dem Kloster und war fur Laien reser- viert, im Jahre 1300 wurde bei ihr ein Zubau fur die Gruft der Wildonier errichtet.19 Recht schnell wohl dtirften die Uberreste der Burg von den Bauern aus der Nachbarschft als Baumaterial abgebrochen worden sein. Vermeinten Baravalle/Knapp 1936 - 1943 noch, am Waldboden des Haus- berges "Spuren eines Grabens feststellen und Mauerreste unter dem Boden sptiren" zu k6nnen, so fand Baravalle knapp 20 Jah- re danach (1961) auf der Kuppe "sparliche Mauertrtimmer" so- wie "Spuren des Halsgrabens, der Wehrmauer, die einen ziem- lich engen Hof umschloB, eines viereckigen Bergfrieds und [Spuren] von Wohngebauden"; wieder 20 Jahre danach (1981) stellte H. Ebner neben Grabens- puren auch "Mauerreste" von Bergfried, Ringmauer und Wohngebaude fest.20 Die Archaologische Landesauf- nahme (ALA) sieht aufgrund der Bodenmerkmale in der Burg Lueg eine durch einen Ab- schnittsgraben im Osten gesi- Cherte Turmburg. 21 UberdiegenaueAnlagederBurg k6nnten nur archaologische Un- tersuchungen Auskunft geben. Wer jedoch die finanzielle und personelle Lage der daltir zustin- digen Stellen kennt, wird diesem Ansinnen derzeit wohl kaum eine Chance eiuraumen.

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