Geschichte Gratkorns
BIE Busffi® ELusE® AusF ESEM ®ffiAEFTK®REENEEE ELAUSBEffi® Von der Ferstelh6he des Eggen- berges aus streicht ein schmaler, steilhangiger Rticken nach Stid- westen. Ehe er in felsigen Abbrfu- chen zur Mur him abbricht, erhebt er sich zu einer Rtickfallskuppe, die heute Hausberg (466 in) ge- nannt wirdl . Der Gratkorner Hausberg wird als "Hawsperig" erstmals im Reiner Urbar D von 1395 (AR) genannt.2 Im Gratweiner Urbar von 1486 (AR) findet sich die Gleichsetzung vom Hausberg und Lueg. Derartige Hausberge deuten in der Regel auf Befesti- gungsanlagen him, bezeichnet doch das mittelhochdeutsche "hus" oder "hous" ein festes Haus, eine Befestigung oder burgartige Anlage.3 Hausberge mit Wehranlagen oder Uberre- sten solcher befinden sich unter anderem bei Wildon, Bruck an der Mur, Kapfenberg, Kindberg, Frondsberg, Graz, Hoheneck und Hohenwang. Auf dem Gratkorner Hausberg befand sich die alte Wehranlage derer von Lueg, oft verwechselt mit der Ruine Lueginsland bei Semriach, die ja ebenfalls auf einem Hausberg steht.4 Ftir die Errichtung einer Burg auf dem Gratkorner Hausberg war ver- mutlich die Verlegung des Hauptverkehrsweges zwischen Graz und Frohnleiten an das 6st- liche Murufer im 12. Jahrhundert ausschlaggebend. Der Wehrbau konnte so das Murtal an einer strategisch auBerst gtinstigen Stelle sperren und einen wichti- gen Handelsweg kontrollieren.5 Am 13. Dezember 1202 scheint in einer von Herzog Leopold VI. (Ill.) in Graz ausgestellten Ur- kunde erstmals "Otto de Luoge", auch als "Otto von Lueg" ge- nannt, auf.6 Ein "Otto de Luog" erscheint auch in einer von Her- zog Leopold VI. (Ill.) am 16. Juli 1214 in Graz ausgestellten Ur- kunde.7 Im Landesfurstlichen Gesamturbar von 1265 ist dann von einem "Foramen"8 , also der H6hle, die Rede; gemeint ist das Zigeunerloch und wohl auch Lueg. 1271 wird Lueg ahnlich umschrieben, namlich mit "1apidem, qui foramen dicitur", der Stein, der H6hle genannt wind.9 Am 16. Februar 1277 wird ein "munitionem dictam Luoge" Der Fitlcken des Hausberges, gesehen von der alten FieichsstraBe nach Stlden. F}echts neben der Stromleitung, im Bereich der deutlich sichtbaren Erhebung, stand die Burg Lueg. (Foto I. Mirsch) genannt (Urkunde, Landes- archiv). Am 27. Matz 1287 wird die Burg in einer Urkunde (AR) als "castrum dictum Lueger" ge- nannt. Das Urbar D des Stiftes Rein tiberliefert wieder eine Ur- kunde von 1285 folgenden Inhal- tes: "Pillungus Luegner et uxor convenerunt ad dies suos ex speciali gratia ab abbate Raynoldo ii mansus dacz Werde pro i marca singulis annis in festo Egidii solvenda"10, -kurzum: dieses Geschaft mit Rein schlos- sen Pillung der Lueger und sei- ne Frau ab. 1293 findet sich ein "Heugel vom Lueg" als Zeuge in einer Urkunde (AR), am 2. Februar 1294 (Urkunde AR) testiert er zugleich mit Chunrat, am 22. Juli 1294 nennt er sich, auch als Zeu- ge in einer Reiner Urkunde (AR) "Hauch vom Lueg", vom 6. De- zember 1294 existiert eine Ur- kunde nit Pillunch und Geisel- her, beide Lueger. Im Regesten- teil des Reiner Urbars D (AR) wird 1296 "Sophya Lugerynne", Witwe des alteren Hugo von Lueg, genannt, sic verkauft eine Hube zu Friesach dem Stift Rein. Eine Reiner Urkunde (AR) vom 16. April 1297 nennt "Heuglein vom Lueg" als Schwager Seifrieds von Waldstein, weiters scheinen Pillunch und Geiselher auf. Am 10 August 1297 tibergibt "Hertnid von Wildon" dem Kloster Rein 2 Mark als Seelgerat ftir seinen "lieben und getreuen Diener Heuglein vom Lueg". Im Regestenteil des Urbars D (AR) verzichtet Pillunch von Lueg im Jahre 1298 zu- gunsten Reins auf Gtiter zu W6rth. In genannter Quelle wird fur 1308 ein "Chunrat Lueger" tiberliefert. 16K 163,164. 2 APl, Urbar D, S. 99. 3 San Marte,1867, S. 255; M. Lexer, 1986, S. 96. VgI. auch W. Schmid,1922, S. 40ff: a. Piper, 1994, S. 3. 4 So z. a. haben J. Kalchberg,1816. Bd !X, S.154 uncl J. A. Jan!sch, 1878-1885. Bd.11, S.139, Daten und Fakten von Lueginsland bei Semriach und Lueg bei Gratkom miteinander vermischt, was se!- ne Nachwirkungen in 6rt!ichen Gendarmene- oder Sehulchroniken zeigte. Bis Ende 1994 war auf einer am Marktgemeindeamt Gratkom an- gebrachten Tafel sogar zu lesen, daB Eggenfeld seine Burg Lueg hatte. Soviel Phantasie brachte nicht e!nmal Janisch auf. -Auf die Problematik der zwei Hausberge (Gratkorn und Semriach) und der zwei Burgen Lueg weist auch A. Sikora,1961 hin. Bereits A. Gasparitz,1895, S. 9 hatte ein- cleutig die Lage Luegs "auf dem Hausberge bei St. Stefan am Gratkorn" bestlmmt. (Zur Forschungsgeschichte vgl. auch ciie Fiezension 0. Lamprechts. In: BIHk 35,1961, S.125f.) 5 Vgl. 0. Pickl,1980, S. 342f; H, Ebner,1981, S.116f. 6 StuB Ii, Nr. 57, S. 97f. Die Nennung von 1159 (StuB I, Nr. 402, S` 387) halte ich ftlr nicht auf Lueg bei Gratkorn bezogen. 7 StuB 11, Nr.130, S. 201. 8 LGu,133f. 9 StuB IV, Nr. 423, S. 252. 10 AF!, Urbar D, F3egesten 11. !n der Folge vgl. auch A. Weis,1884, S.1'02 -105.
RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=