Geschichte Gratkorns

1292 wird ein ``Leutoldus" aus dem Geschlecht der Velgauer genannt, jetzt zum Dienstmann der Pfannberger herabgesun- ken. -"Puine Pfannberg, der Ei- senbahn abwarts links." Litho- graphie von Josef Kuwasseg, 1844. (J. Kuwasseg,1844. Nr. 10.) VEL®AU H E[NE vEffi§eEL®EHELENE BURE®? Urn die zwei bedeutenderen Gratkomer Wehrbauten, Velgau und Lueg, ranken sich nicht nur unter der einheimischen Bev61- kerung Sagen und Legenden, auch der Wissenschaft geben die- se beiden Burgen beizeiten nicht wenige Ratsel auf. Bei Velgau ist bislang nicht einmal die Lage gesichert, Lueg wird haufig mit der Burg Lueg ins Land bei Semriach verwechselt. Es ist so- Dienstmann der Traungauer, der Teile des Eppensteiner Besitzes bei Lobming geerbt hatte. Helm- brecht und Rtidiger waten S6h- ne des aus der Gegend urn Trofaiach stammenden Voll- freien Udalrichs von Graz, Be- fehlshaber der Grazer Burg. 2 Mittlerweile hat sich jedoch her- ausgestellt, daB die Urkunde eine Falschung ist; somit ergeben sich "auch fur eine Verwandtschaft nit gerechtfertigt, eingehender auf diese beiden interessanten Wehrbauten einzugehen. In einer im Siftsarchiv Rein auf- bewahrten Urkunde, die Otakar Ill. im Jahre 1136 fur das Klo- ster ausstellt, scheinen in der Zeugenreihe "Helmbreht de Lobenich et frater eius Rvdeger de Velgowe"1 als angesehene Dienstmannen des Markgrafen auf. Darauf baute R. Baravalle die Theorie auf, Rtidiger stam- me somit aus dem Geschlecht der Lobminger. Helmbrecht, der Bruder Rtidigers, ware ein der Lobminger mit denen von Velgau, die in der Falschung an- gedeutet wird, [..] keinerlei An- haltspunkte."3 1164 erscheint damn -immer un- ter der Zeugenreihe - "Dietrich de Velgowe" in einer Reiner Schenkungsurkunde Markgraf Otakars IV. auf4 , urn 1165 wird in einem Admonter Codex ein "Rudolf de Velgow" genannt.5 1179 beurkundet Markgraf (im Jahr darauf schon Herzog) Otakar IV. die Ubertragung des Dorfes Kalsdorf bei Graz an das Stift Rein. In der Zeugenreihe dieser im AR aufbewahrten Ur- kunde scheint "Otto de Velgowe" auf, gleich mach ihm tibrigens ein "Ilsungus de Prunnen", vermut- lich Brunn zwischen der Dult und St. Stefan.6 Auch in einer im AR aufbewahr- ten Urkunde, diesmal aus dem Jahre 1209, scheint ein "Swikerus de Velgov" in der Zeugenreihe auf.7 Demselben Swiker begegnen wir auch in ei- ner Reiner Urkunde aus dem Jah- re 1211.81292 wird noch ein "Leutoldus" aus dem Geschlecht der Velgauer, jetzt zum Dienst- mann der Pfannberger herabge- sunken, genannt; dieser erscheint nochmals am 25 . Oktober 1322.9 In dieser Urkunde bestatigen die Brtider Geiselherr und Ott von Lueg den Verzicht der Gertrude und ihrer beiden S6hne Ulrich und Leutold von Velgau zu Gun- stem des Stiftes G6B auf mehrere Gtiter. In dieser Urkunde er- scheint das Geschlecht der Velgauer letztmals namentlich auf. Bereits die Nennung von 1265 im Landesfurstlichen Gesamt- urbar[° ("Velegan") bezeichnet ein nicht naher umrissenes Ge- biet, ahnlich verhalt es sich bei der Nennung in einer Reiner Ur- kunde vom 13. August 1271: Volkmar von Graz beurkundet, daB er dem Kloster Rein zwei Teile Zehente "in villis Strazindel, Velgowe et culture circa lapidem, qui foramen dicitur"][ fur eine Weingabe an den Konvent schenkt. Hier also wird mit Velgau ziemlich sicher das Gebiet urn das spatere Doff St. Stefan bezeichnet. Das "cir- ca lapidem, qui foramen dicitur" (der "Stein, der H6hle genannt wird") bezieht sich wohl auf den Hausberg und die Zigeuner- h6hle.

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