Geschichte Gratkorns
wendet werden kann. Die Wort- wurzel 1iegt im mittelhochdeut- schen "trat", beziehungsweise im slawischen "trata", was in beiden Fallen die Wiese oder Viehwei- de bezeichnet. In diesem Bereich befanden sich 1823 der vulgo Trattenschmidt, der Trattenwirt und die Trattenmtihle. Der 1395 genannte Trattenhof dtirfte mit den spateren Trattenhof/-wirt identisch sein.55 59 St. Veit (1373) Der Name der Katastral- gemeinde St. Veit (Gratkom - St. Veit ob Graz), die erst seit 21. Oktober 1938 zum Gemeinde- gebiet zthlt, stammt vom gleich- namigen, in Graz/Andritz gele- genen Dorf her. Dieses wird 1373 in einer Urkunde (Landes- archiv) erstmals als "s. Veit pei Weinczuerl" genannt. Der heili- ge Veit (Vitus) gilt als frtih- christlicher Martyrer der Diokletianischen Verfolgung. Er zahlt seit dem MA zu den 14 Nothelfern. Sein Fest wird am 15. Juni begangen, er fungiert unter anderem als Patron fur Kesselschmiede, Bierbrauer, Winzer, Apotheker, Bettnasser, Hirten, Hunde und Besessene.56 60 Velgau (1136) (siehe gesondertes Kapitel Velgau) 61 Wagram (1499) Im Jalire 1499 wird St. Stefan als "s. Stephanus in Wagran" in ei- ner Urkunde (Di6zesanarchiv) genannt. Der Name Wagram, der "Wagrein" im steirischen Wort- schatz, bezeichnet eine Senke zum FluBufer him. Diese Be- zeichnung fur die Murterrasse westlich St. Stefan hat sich je- doch bis heute nicht erhalten.57 62 Weidenboden (-feld) (1486) Das abgekommene Geh6ft Weidenboden in der Katastralgemeinde Kirchen- viertel wird 1486 als "Weidenpoden" und "Widenfeld" erstmals im Gratweiner Urbar von 1486 (AR) urkundlich genannt. Der Hof dtirfte im Bereich zwischen Mur und ReichsstraBe zu lokali- sieren sein. Das mittelhochdeut- sche "bodem (boden)" bezeich- net einen Grund oder ein Areal, die "wide" entspricht unserer weiBen Weide, dem steirischen Weider(ich). Dementsprechend wird 1487 der "Weiderpoden" genannt.58 63 Winckelbauer (ca. 1400) In der Grussau (Katastral- gemeinde FreBnitzviertel) liegt der vulgo Winckelbauer. Das Ge- h6ft wird urn 1400 als "im Win- kel" erstmals urkundlich im Montforter Urbar (Landes- archiv) genannt. Als "der winkel" wird im Mittelhochdeut- schen ein abseits gelegener Raum oder Ort bezeichnet.59 64 worth (1147) Etwa 700 Meter stidwestlich des Dorfes Friesach liegt das Dorf worth,1147 in einer Urkunde (Landesarchiv) erstmals ge- nannt. Der "werde" oder "wert" bezeichnet im Mittelhochdeut- schen eine Insel. Eine gleichlau- tende Nennung erfolgt 1265 . Urn 1300 wird "Werd" genannt, 1372 "Werd bey der Muer", ebenso 1395 und urn 1430, damn 1456 "Woerth bey der Muer" und 1491 "Werd in s. Stephans pharr enhalb der Muer".60 65 Zauchen (1395) Die "Hell im Zauchen" wird im Reiner Urbar von 1395 (AR) erstmals genannt. Der Name stammt aus dem Slawischen, slaw. "sucha" bedeutet "trok- ken".61 (Siehe auch "H611-".) 66 Zegganeller (1487) Der "Zickhemelder", ein in der Katastralgemeinde Kirchen- viertel am FUBe des Hausberges gelegener Einzelhof, wird 1487 erstmals im Gratweiner Pfarrurbar (AR) erstmals er- wahnt.62 55 6K 164; 08, S. 439; Th. Unger, 1903, S.164; M. Lexer,1986, S. 230, F. Krones.18781 §. 34: 8, Mader,1983, S.138 56 0K 164; 08, S. 175, F. Attems -J. Koren,1992, S.130f. 57 6K 164; 08, S. 439; Th. Unger, 1903, S. 6i5. 58 6K 164; 08, S. 439; M. Lexer, 1986, S. 24; Th Unger, i903, S. 624 59 0K 164, 08, S. 501; M, Lexer, 1986, S. 323. 60 ®K 163; 08, S. 493; M Lexer, 1886, S. 3i4. 616K 164; 08, S. 272 (vgl. auch 514): a. Mac!er,1983, S.148 und 131 62 0K 164: 08, S. C. J. Brandtner, 1980, S. 3.
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