Geschichte Gratkorns

Der vulgo H61lbauer jn der Dult nach der Katasteraufnahme von 1823 (mit Erganzungen bis tw. 1850). (AG / FK) 34 H61l (-bauer) (1395) Der in der Katastralgemeinde Kirchenviertel 700 in 6stlich St. Stefan gelegene H611bauer leitet seinen Namen von der 1395 im Reiner Urbar (AR) erstmals ge- nannten "Hell yin Zauchen" ab. Als "H6lle" bezeichnet das Stei- rische einen eher abgeschiede- men Platz in einer steinigen Ge- gend. Die "Zauchen" (siehe ebendort) ihrerseits ist auf eine slawische Wurzel zurtickzufuh- ren und bedeutet soviel wie "trocken". Bei der "H611" han- delt es sich also urn einen abge- schiedenen, trockenen Platz. Weitere urkundliche Nennungen stammen aus dem Reiner Urbar von 1450 ("die H611") und dem Die H6fe vulgo Hofbacher und Grabenannerl an der Nordseite des Hausberges nach der Katasteraufnahme von 1823 (mit Erganzungen bis tw, 1850). (AG / FK) Reiner Urbar von 1487 ("die H611 vnder s. Stephan"). Die "H611" als Flurname ist heute abgekom- men, der alte H61lbauer zahlt zur Rotte Du|t.31 35 Hollackner ( H a I I a c k n e r, Holzlackner) (1265) 500 in nord6stlich des H6chwirtes liegt in der Katastralgemeinde FreBnitzviertel der Hollackner. Dieser Hof wird im "Rationarium Styriae" von 1265 (Kopie im Landes- archiv) erstmals als "Horlachen" urkund- lich genannt. Im Mit- telhochdeutschen steht die "hor" oder "hore" fur den koti- gen Boden, den Schmutz, die "lache" bezeichnet eine Phut- ze oder Lacke. Das Steirische kennt die "Horlake" in der Be- deutung von "Kotlache" und "Sumpf". Der "Horlachner" sie- delte demnach auf sumpfigen Boden. 1424 wird der Hof als "an der Horlachen obs Luegs" genannt, 1486 als "an der Harlackhen".32 36 Jasen (ca. 1400) Auf dem den Felbergraben im Nordosten abschlieBenden H6- henrticken liegt in der Katastralgemeinde Forstviertel der Weiler Jasen. Seine erste ge- sicherte Nennung erfolgt als "Jassen" im Montforter Urbar (Landesarchiv) aus den Jahren urn 1400. Hierbei handelt es sich urn die slawische "jasenu", die Esche, auch heute noch zahlreich im Umfeld des Weilers Jasen an- zutreffen. Als Siedlungs- und Flurname ist die Jasen (bzw. Jasnitz) in der Steiermark viel- fach bezeugt. P. Cede vermutet, der Weiler Jasen werde bereits im Landes- furstlichen Gesamturbar von 1265 irrttimlich als "Nazzau" genannt, A. Dopsch hingegen vermutet die Lage der "Nazzau" im "Auengraben bei FreBnitz". 1486, im Urbar der Pfarre Grat- wein (AR), wind der Weiler Jasen als "Jassna" und "Jassua" ge- nannt, imurbar des Klosters Rein von 1487 (AR) scheint er als "Jasna" auf.33 37 Kamp(e)I (1487) Am StidfuB des WeiBeggs liegt der Hof des vulgo Kampl. Die- ser wird im Gratweiner Urbar von 1486 (AR) erstmals als "Khempel" genannt. Das Steiri- sche bezeichnet mit "Kamp" ein durch Umfriedung gegen Einlauf des Viehes geschtitztes Grtindsttick in einer bewaldeten Gegend; auch wird darunter ein eisemes Werkzeug, der Kampel, verstanden, das zum Niederhal- ten des Strohes beim Hacksel- Stock client.34 38 Kefergraben (-bauer) (1450) Der Keferbauer im Kefergraben in der Katastralgemeinde Forst- viertel, etwa 400 in 6stlich des Felberbauern, wird im Reiner Urbar von 1450 (AR) erstmals als "der Chefergraben" ge- nannt.35 39 Lausbichler (1360) In einer Urkunde (Landesarchiv) us dem Jahre 1360 wird erstmals

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