Geschichte Gratkorns

8 Cheppelekk (urn 1400) Urn 1400 wird dieser heute ab- gekommene Flurname im Montforter Urbar (Landes- archiv) als "am Cheppele]ck in der Velgaw" erstmals urkundlich genannt. Es dtirfte damit eine to- pographische Besonderheit im unteren Felbergraben (Katastralgemeinde Forstviertel) bezeichnet werden, das mittel- hochdeutsche "keppel" ist ein Diminutiv zu "Kappe".8 9 Dult (1223) An der Grenze der Katastralgemeinden Kirchen- viertel, FreBnitzviertel und Grat- kom-St. Veit, etwa 1700 in 6st- 1ich St. Stefan, 1iegt die Rotte Dult. Sie wird in einer Urkunde (AR) vom 26. November 1223 erstmals genannt. Erzbischof Eberhard 11. von Salzburg besta- tigt darin dem Kloster Rein die Schenkung von Gtitern "in Prunne et in Thulgen", also bei Brunn und in der Dult. Es sei aber darauf hingewie- sen, daB die Dult bereits 860 besiedelt war, zu- mal eines der in der Ur- kunde vom 20. Novem- ber 860 genannten Ge- biete ("ad Strazinolun duo loca") die Dult um- faBte. Das Mittelhochdeutsche bezeichnet mit "tult" oder "dult" den Jahr- markt, beziehungsweise ein kirchliches Fest. Daran wird im vorlie- genden Fall weniger zu denken sein, weil in der Dult niemals eine Kir- che bestand. Im steiri- schen Wortschatz exi- stiert hingegen die "Dule" ("Dtile"), ausge- sprochen als "Duln" oder "Dtiln", in der Be- deutung von "RiB im Boden, Vertiefung, Bodeneinsenkung". Dieses Dialektwort sei- Die H6fe vulgo Dulthuber, Dultbauer, Eisbacher und Grillbauer in der Dult nach der Katasteraufnahme von 1823 (mit Erganzungen bis tw. 1850). (AG / FK) Das Kloster (Altersheim) in der Dult, mit Fisch- und Badeteich urn 1920. (LMJ, Bild-und Ton- archiv, PL 51779.) 8 0K 164; 08, S. 92; M. Lexer, i9869 S.106.

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