Geschichte Gratkorns

Dort, wo heute pulsierendes Le- ben herrscht, befanden sich bis urn 1830 lediglich der Trattenwirt, die Trattenmuhle und wenige kleinere Bauernhauser. Links oben die Mur und der Hausberg, zwischen StraBe und Mur zweigt der alte Mtlhlgang ab. Das heuti- ge Betriebsgelande der KNP - Leykam ist eine yon Murarmen durchzogene Aulandschaft. (LA) B]E fiELTESTEEN ®ffiAEFK®ffiENER FEHURH UENB SIEDL.UN® SENAMEN (v®R 15®®) 1 Au (ca. 1300) Das Dorf Au liegt 1100 in n6rd- 1ich Gratwein am westlichen Murufer. Der Name, als "Owe" urn 1300 im sogenannten Rationarium Styriae (Kopie im Landesarchiv) erstmals urkund- 1ich genannt, scheint auch fur das Gebiet der ehemaligen Murauen bis Eggenfeld und Worth (KG Friesach-St. Stefan) gegolten zu haben; etwa 1000 in nord6stlich Eggenfeld liegt der Aubauer. Das mittelhochdeutsche "ouwe" be- zeichnet ein von Wasser umflos- senes Land, eine Insel oder Halb- insel. Die Au n6rdlich Gratwein wird urn 1375 als "die Awe", 1481 und 1486 als "die Aw" ge- nannt.1 3 Rich(e)I (1346) 500 in westlich von St. Stefan ist im Franziszeischen Kataster der "Bichl" eingetragen. Dieser Bichel wird in einer Urkunde (AR) von 1346 als "der Puechel pei Velgaw" genannt, was auf die unmittelbare Nachbarschaft der ehemaligen Wehranlage Velau, bzw. des Siedlungsgebietes, des- sen Name sich von der unmittel- bar dabei gelegenen Burg Velgau herleitet, hinweist. Der "Btihel" bezeichnet im Steirischen einen mehr oder minder ausgedehnten Htigel.3 4 Bogenhof (ca. 1400) Das Geh6ft liegt in der Katastralgemeinde Gratkom-St. Veit ob Graz, 1600 2 Au (1453) 1453 wird die "Augea" in einer Urkunde (Landesarchiv) erst- mals genannt, 1472 erscheint sie als "die Aw in s. Steffans pharr". Eine prazise Lokalisierung ist schwer m691ich, zumal im Mit- telalter Augebiete bei worth, Eggenfeld und stidlich des Haus- berges bestanden. Zahn setzt die- se Nennung von 1453 nit der Au "westlich nachst St. Stefan" (KG Kirchenviertel) gleich, wo sich heute die Papierfabrik befindet. 2 in nordwestlich des Dorfes St. Veit. Es wird urn 1400 im Montforter Urbar (Landesarchiv) als "Pagendorff" (?!) urkundlich ge- nannt.4 5 Brunn (Iboden, - leithen) (1223) Die Hausergruppe Brunn liegt etwa 900 in stid6stlich von St. Stefan in der Katastral- gemeinde Kirchenviertel. In ei- ner in Admont ausgestellten und im AR aufbewahrten Urkunde Erzbischof Eberhards 11. von Salzburg vom Jahre 1223 wird den Kloster Rein die Schenkung von Gtitem in der Dult und "in Prunne" bestatigt. Diese Schen- kung erfolgte seitens des Mini- sterialen Haertwic de Prunne; seinen Wehrbau, der bei Brunn zu suchen sein wird, kennen wir nicht. 1390 wird die Gegend als "Prvenn in parochia s. Egidii in Grecz" genannt, 1395 als "Proen",1441 als "Prunn",1449 als "Prunn bey der Muer gegen Vnser lieben Frawen kirchen Strassindel vber", 1450 als "Prenn", 1486 als "Prun" und urn 1555 als "Prun in s. Stephans Pharr ob Andritz ob Graetz bey der Muer". Das mittelhochdeutsche "brunne" bedeutet soviel wie "Quelle, Quellwasser, Brunnen". Die "(Brunn)1eithen" bezeichnet eine jth ansteigende wiese, bzw. einen Acker mit betrachtlicher Nei8ung. Vermutet werden darf, daB sich bereits die Urkunde von 860 ("ad Strazinolun duo loca") auf das Gebiet Brunn/Dult bezieht, ohne diese Namen aber zu nennen. Die Besiedelung von Brunn dtirfte jedoch mindestens bis ins 9. Jahrhundert zurtickreichen. 5 6 Btichelhopfer (1486) Im Gratweiner Urbar von 1486 wird dieses Geh6ft als "am Puehel bei s. Steffan" genannt.6 7 Burgstaller (1456) Etwa 1600 in stid6stlich des Weilers Jasen liegt, in der Katastralgemeinde Gratkom-St. Veit ob Graz, der Burgstallerhof, der 1456 in einer Urkunde (Landesarchiv) erstmals als "am Purkstal" erwahnt wird. Das "burcstal" bezeichnet im Mittel- hochdeutschen den Standort ei- ner Burg, beziehungsweise `+`die Burg selbst, diese Bedeutung kommt den Burgstall auch im Steirischen zu. Die Existenz ei- ner Befestigungsanlage im Um- feld des Burgstallers konnte bis- 1ang noch nicht nachgewiesen Werden.7

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