Geschichte Gratkorns
Jedes Dorf verftlgte einst tiber seine eigene Mtlhle, wohin die Bauern ihr Korn zum Mahlen brachten. Die Mtlller genossen, wohl wegen ihrer einschichtigen Lage, nicht immer den besten Ftuf. Die Jasenmtlhle (Bau-Parz. Nr. 20 in der KG Frer3nitzviertel, Haus"Nr. 46 alt, 22 neu) in ihrem Zustand 1995. (Foto I. Mirsch) ("yin Hofpach"); zwei Weingar- ten "yin Czental"; ein Weingar- ten "yin Czeltengraben"; eine Hofstatt und funf Weingarten in der Zauchen ("yin Czauchen"); eine Hube in FreBnitz ("an der Fresewitz"); eine Hofstatt am Eggenberg; vier Hofstatten auf der Rannach ("yin Renich"); Rein 13 Hofstatten zinspflichtig, weiters elfeinhalb Huben, 19 Acker, zwei Wiesen, drei H6fe, eine Mtihle, sechs Weingarten und ein Garten. Dieser Besitz lag bei Lueg, in Eggenfeld, in der Dult, in FreBnitz, worth, Brunn und in der Ve|gau.19 Dieses Amt Schimpl, dessen 2i Ebenda. 22 Eggenfeld. 2 Hofstatten, 2 Huben, 2 Acker, i Hot, 8 Weingarten, Worth 2 Hot- statten, Polzegg (J?). 1 Hof- statte Amt Semriach: 1 Gut Bei Lueg. {Vg! M Wlnk!er, i977, S 145.) 23 Eggenfeid: 3 Hofstatten, 2 Huben, 3 Acker, 2 Wiesen, 8 Weingarten, i Leiten, W6rth 2 Hofstatten, Plerrach (?). 1 Acker, Polzegg i Hotstatte, 1 Weingarten. {VgI. M. Winkler, i977, S 168f.) sechs Weingarten am Hausberg. Interessant an dieser Aufzahlung ist die "fabrica", von der das Stift den Zins erhielt. Hier wohnte der "Smied"; die "fabrica" war also eine Schmiede. Weiters von In- teresse ist jenes "navigium", worunter man im allgemeinen eine Uberfuhr und hierjene tiber die Mur versteht.17 Die alten Lueger Gtiter (Burg Lueg auf dem Hausberg), dies sei hier noch erwahnt, hatte Rein von Matza, der Witwe Ottos von Lueg, erhalten. Sic vermachte im Jahre 1362 ihre Besitzungen un- terhalb der Burg dem Stift. Be- reits 1342 und 1343 hatte Gerung Lueger Gtiter zu Lueg an Rein Verkauft.18 Das Reiner Urbar von 1454/61 (AR) verzeichnet im Raum Grat- korn das Amt "Schimpl". Aus diesem Amt waren dem Stift Name ratselhaft bleibt, umfaBte die Gtiter des alten Amtes Eggenfeld und Teile des Foramen- Amtes. Vergr6Bern konnten die Zisterzien- ser die Zahl ihrer Gti- ter, so M. Winkler2°, am Lueg und in der Dult. In den tibrigen Orten des Amtes Schimpl ging die Zahl der Besitzungen zu- rtick. "Aus einer Beila- ge im Urbar E, die of- fensichtlich ein Nach- trag ist, k6nnen wir fur die Dult die Besitz- entwicklung verfolgen. Waren urn 1460 in Dult 6 Hofstatten, 1 Hube, 1 Weingarten und 1 Hof - 1395 gab es nur 1 Hof -so wer- den Jahre spater 4 Huben und 1 Hofstatt im Besitz der Reiner M6nche bezeugt, d. h. also, daB die alten bereits zu neuen gr6Be- ren Besitzeinheiten verwachsen sind.„21 Im Zuge der Mittelbeschaffung fur die Ttirkenkriege fuhrte Fer- dinand I. 1529 die Quart, besser bekannt unter der "Ttirken- steuer" ein. Auch Rein hatte den vierten Teil des Wertes seiner Gtiter, Gtilten und Einkommen fur die Verteidigung des Reiches aufzubieten. Dies wurde freilich erst durch die VerauBerung von Besitz m6glich, wovon auch die Gtiter Reins in Gratkorn betrof- fen waren. Weiters wurden 1543 in den Amtern Semriach und Eggenfeld Besitzungen mit einer Gtilt von 53 Pfund, drei Schilling und 16 I/2 Pfennig mit Graf Ge- org von Montfort gegen Gtilten aufderPackundinModriachge- tauscht. Die Grafen von Montfort, damals Besitzer der Herrschaft Peggau, konnten der- art ihren Besitz in Gratkorn ver- mehren. Das Reiner Urbar von 1572 glie- dert den Besitz des Stiftes in Gratkom wieder in zwei Amtem auf, namlich in Eggenfeld und Semriach.22 Das Amt Schimpel scheint nicht mehr auf, das Amt Eggenfeld umfaBt nun einen Teil dieses Amtes. Nicht mehr mach- weisen lassen sich Reiner Gtiter in der Dult und in Brunn. Lueg zahlt nun zum Amt Semriach, hier ist ein starker Besitz- rtickgang festzustellen. Am Polzegg, das vermutlich in der FreBnitz zu lokalisieren ist, sind die drei Weingarten verschwun- den, ebenso in worth die halbe Hube. In Eggenfeld erfolgte ver- mutlich eine Besitz- konzentration, die Anzahl der Weinkulturen wurde zudem von einer auf acht erh6ht. Uber die weitere Entwicklung informiert das Reiner Urban von 1646. Rein gebietet im Amt Eggenfeld tiber sechs Hofstatten, zwei Huben, vier Acker, zwei Wiesen und zehn Weingarten, weiters tiber eine Leite.23 Bei Lueg (Ant Semriach) ist ledig- 1ich mehr ein Holz verzeichnet. An diesen Besitzungen Reins, die sich im Laufe der Entwick- 1ung auf Eggenfeld konzentriert hatten, anderte sich seit dem 16. Jahrhundert wenig. Zu jener Zeit saBen unfreie Bau- em auf den Huben. Sie waren an die Scholle gebunden, konnten ihren Wohnsitz nicht frei wahlen, waren zu Abgaben und Dienst-
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