Geschichte Gratkorns

®REusENEBREEffiffi§eELAFTp ELAREBwiffiFT§eELAFH USREB vEREWAELHHusRE® ]M MiTHFEELAELHEffiEEieREEEN ®RAFK®RERE Betragt der Anteil der in der Landwirtschaft beschaftigten Gratkorner heute nur mehr we- nige Prozente, so darf nicht ver- gessen werden, daB bis zu Be- ginn des 19. Jahrhunderts knapp 100 Prozent der Bev61kerung Bauem waren. Es ist daher ge- rechtfertigt, einen Blick auf die historische Entwicklung des Bauerntums in Gratkom zu wer- fen. Mit der Inbesitznahme des Lan- des durch den deutschen Adel erfolgte die Christianisierung der Slawen und die Einfuhrung der fur das Mittelalter so typischen Lehens- und Feudalordnung. Doch trotz aller Rticksichtnahme auf die ansassige slawische Be- v61kerung war das grund- herrschaftliche Wirtschaftssy- stem alleine mit den vorhande- nen Slawen nicht realisierbar. Daher wurden Bauern aus den Stammesherzogttimern in den neu gewonnenen Gebieten ange- siedelt. Sic hatten das ihnen zu- gewiesene Land zu roden, zu kultivieren und zu bebauen, weiters dem Grundherrn be- stimmte Abgaben zu leisten. Die- se Bauem (H6rige, Hintersassen, Holden) saBen auf Huben (mansus), die zwischen 9 und 90 Joch (3,1 bis 31 ha) umfassen konnten.1 In Gratkom begann die deutsche Besiedlung mit der (bereits be- handelten) Schenkung K6nig Ludwigs des Frommen im Jahre 860. Der K6nig schenkte Land ("K6nigsland") in der Dult der Salzburger Hochkirche. Die Ungameinfalle (907 - 955) wer- den die hier siedelnden Bauern jedoch bald wieder vertrieben haben. So wundert es auch nicht, daB erst nach den Vorschieben der Ostgrenze der Karantanermark ftir das Gratkorner Becken im Jahre 1042 die Schenkung zweier K6nigshuben bei G6sting an Markgraf Gottfried nachweisbar sind.2 Peggau, G6sting und Rein waren in der Folge jene Grund- herrschaften, die maBgeblich die Besiedlung Gratkoms steuerten. Der Besitz einzelner Grund- herrschaften konnte tiber weite Gebiete him stark zersplittert sein, wie es spater im Raume Gratkom der Fall war. Betrach- ten wir zum Beispiel das Stift Rein als Grundherrschaft: Die Zisterzienserm6nche hatten je- nen Besitz, den sie nicht in Eigeuregie bewirtschaften konn- ten und der in einiger Entfernung von ihrem Kloster lag, an Unter- tanen verpachtet. Als Rechts- form finden sich hier Freistift, Erb- oder Kaufrecht. Dafur hat- ten die "Holden", die Unterta- nen, der Grundherrschaft Abga- ben zu entrichten. Diese Abga- ben konnten in Geld- oder Naturalzins bestehen, in Robot- 1eistungen, in bestimmten Abga- ben bei bestimmten Tatigkeiten oder gar bei einem Todesfall. Ich werde spater darauf zurtickkom- men. Jedenfalls aber lasteten die- se Abgabenverpflichtungen stets auf einem bestimmten Gut, nicht auf einer Person. Bedtirfnisse des Grundherren, Leistungsverm6- gen von Bauer und Boden sowie Handel und allgemeine Marktsi- tuation bestimmten Art und H6he der Abgaben.3 Die Unter- tanen Reins im Gratkomer Raum lieferten ihren Zins zu Egidi (1. September), Michaeli (29. Sep- tember), Martini ( 11. November) und zu Georgi (24. April) ab.4 Die mittelalterlichen Grund- herrschaften verzeichneten ihren Besitz und die Abgaben- 1eistungen der ihnen Untertani- gen in Urbaren, Vorlaufer der `, '+CflAIJfr`*r_i~ dy tr ,`.~ \.~ }. nI `- fl'`... •`.\. ``se' `r ',., \ ¥:. i.-> .S- , t I ``tfli:,-' / `.. i \ ` ~`.,`,- \ \ - \\ '`', // - -.,. i pr`S!.. i\+ i Ifl 4 r •:.:in1.:ir, •i t lL`- ~+ } L t8) E= + I:. i I |I.,a,\es (,\ 4-i_,_`' •i`.i. i,&tE=E i •! i- '`-•i-.)`,.?, i, •,i i +t',/,tj Ii •,* `'i :i.`* .1,`.`....`:X \ # ', a `' .i `l: it `` i.\' t •.^ i-. ' I_ *\J ¢ \. -1-\ ` 1 rY: i- J .-r€ '&f.. a£ - i a 1 _- FTex, \ \.u, a I \ •-¥ a. + +` ..¥,``, i'i r=.``:.i,JF. . £- ee 1 a > .( `` `.` ., ``, `r -- I es`` \)mrs*, , . i Jrty' I.r. -,` + ~'*,., i-` i `'-i(,-- ` -`s£ -1.`-`.`¢ «-. ,a .` +` ` + .,fry a `_iRE.:--;. fi > `.J-^ i=. `` S -;..::.-`.# *:, r+',. modemen Grundbticher. Urbare 91iedem sich prinzipiell in Am- ter, das sind die kleinsten Verwaltungseinheiten grund- herrschaftlicher Verwaltung. Ihre Namen erhielten diese Amter vom zentralen Ort des von ihnen verwalteten Gebietes. In diesem Ort saB auch der Amtmann, der Verwaltungstrager der Grund- herrschaft. Bereits fur 1390 ist in einem Ver- zeichnis der zur Marchfutterab- gabe pflichtigen Bauern des Stif- tes Rein fur das Amt Eggenfeld ein Suppan bezeugt, der sechs Quartale Marchfutter client.5 Nach den Urbar D des Stiftes Rein aus dem Jahre 1395 bestan- den im Raum Gratkom zwei Rei- ner Amter, Eggenfeld und das "Officium prope foramen", also das Amt bei der H6hle, gemeint ist der Hausberg mit der Zigeunerh6hle. Ein Reiner Darstellung verschiedener hand- werklicher Tatigkeiten im F}einer Musterbuch aus dem beginnen- den 13. Jahrhundert. (Codes Vindobonensis 507, 6sterreichi- sche Natjona!bibliothek, Wien)

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=