Geschichte Gratkorns
ir; Der alte Hof des vulgo Has(e)lbauer im FreBnitz- viertel, Bau-Parz. Nr.13, Haus-Nr. 44 alt (FreBnitz Nr. 20), ehemals Untertan der Grundherrschaft Babenstein. Die Photographie stammt von Viktor von Geramb. (Archiv BDA Graz) F. Posch,1978, S. 72ff. Vgl. auch F. Posch,1980, S. 33. F. Posch,1964, S. 93. FK 890 (Kirchenvierte!), FK 375 (Friesach - St. Stefan), FK 381 (Forstviertel), FK 357 (Forst" viertel), FK 2015 (Schattleiten) (LA). Vgl. auch M. Sidaritsch, 1925, S.16f; W. Leitner, i976, S.10. lag also ein Vorfeld, das zwar zur Mark geh6rte, aber vorlaufig weder vom K6nig an einen Grundhemi tibergeben noch in die Besiedlung einbezogen wur- de, da es offenbar allzusehr un- ter der Kontrolle des Feindes lag.„ `1 Die Besiedlung der Mark erfolg- te z6gemd, solange die Ostgren- ze als unsicher galt. Nachdem diese Grenze jedoch im Jahre 1043 bis zur Lafnitz vorgescho- ben worden war, erreichte diese zweite deutsche Kolonisations- phase urn 1050 ihren H6he- punkt. 12 Die sukzessive Besiede- 1ung erstreckte sich jedoch bis ins 13. Jahrhundert. Wahrend dieser letzten Siedlungsetappe erfolgten die meisten planmaBigen Rodungen im heutigen Gemeindegebiet. Siedlungstatigkeit und Kultivie- rung des Bodens stieBen bis ins Bergland vor, wo sie sich in der Form von Einzel- und Ein6dh6fen besonders in den Katastralgemeinden FreBnitzviertel, Forstviertel und Gratkom / St. Veit ob Graz spie- geln. Mit der Errichtung von Ein6dh6fen erfolgte gleichzeitig die Kultivierung des Bodens in Form von Ein6dfluren. Siedlun- gen und Fluren wurden in der Folge planmaBig angelegt. Im Gratkorner Raum tiberwogen Einzelh6fe deutlich, 1ediglich Eggenfeld, Friesach, Worth und St. Stefan entwickelten sich im Laufe des Mittelalters zu D6r- fen. In der Gemengelage dieser alten Dorffluren hatte jeder Bau- er je einen Anteil an einer gr6- Beren Anzahl in sich gleichwer- tiger Flurgebiete (Parzellen), wobei eine groBe Zahl schmaler, langgestreckter und schwer zu bewirtschaftender Ackerstreifen entstand. Die Flurbereinigung 16ste durch Feld- zusammenlegungen dieses Sy- stem auf. Generell lassen sich also fur das Gebiet der Gemeinde Gratkom folgende Siedlungstypen und Flurformen feststellen: In der KG Kirchenviertel treffen wir aus das Kirchdorf St. Stefan, bzw. auf eine d6rfische Sied- lungsfomi mit neuzeitlichen Er- weiterungen und auf Reihen- siedlungen entlang der Haupt- straBe. Eggenfeld, worth und die Jasen sind Weiler; in den h6he- ren Lagen 6stlich des Gratkomer Beckens dominieren Einzel- oder Ein6dh6fe. Als Flurform herrschte im Kirchenviertel vor der intensiven Verbauung die Block- und Streifenflur vor. Ostlich davon tiberwiegt die neuzeitliche Blockgemengeflur, auch ur- sprtingliche Blockgemengeflur bzw. ursprfungliche und neuzeit- liche Ein6dblockflur lassen sich feststellen. Zwischen Hausberg und Friesach treffen wir ur- sprtinglich auf die Gewannflur, die als typische Kolonialform der "deutschen Landnahme" be- zeichnet werden kann. Das zum Doff geh6rende Land wurde da- bei in zahlreiche Riede geteilt, wobei jedes dieser Gewanne in schmale, 1ange, streifenformige Parzellen unterteilt wurde. Inner- halb des einzelnen Gewanns ge- h6rte in der Regel jede Parzelle einem anderen Besitzer; die zu einem Hof geh6renden Grund- stticke waren in zahlreichen Ge- wannen tiber die gesamte Markung verstreut. Dazu geh6r- te die Allmende, der gemeinsa- me Besitz, der von allen Dorf- genossen als Weide genutzt wur- de. Diese sogenannte "Riemen - Parzellierung" beseitigte man in der Neuzeit durch Flur- zusammenlegungen.13 Die Allmende konnte vermehrt oder vermindert werden, wie ei- nem Rechtsakt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zu entnehmen
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