Geschichte Gratkorns

EBEEL EWEiHFE ESEusF§eELE s]EBELusEN®sseELusB 48 Jahre mach der folgenschwe- ren Niederlage der Bayern bei PreBburg besiegte im Jahre 955 0tto der GroBe die Ungarn auf dem Lechfeld, stidlich Augsburg. Die Vertreibung der Steppen- und Nomadenv61ker aus dem Gebiet zwischen TheiB und Do- nau gelang vorerst nicht. Aus diesem Grunde errichtete der K6nig einen stid6stlichen Markengtirtel zum Schutz gegen die Ungam. Unter anderem zahl- ten zu diesem Markengtirtel die Mark an der mittleren Mur, die Mark an der Drau und die Mark an der Sann.1 Die fur die Sicherung mach den Osten hin wichtigste Mark war die Mark an der rhittleren Mur; haufig auch karantanische Mark genannt. Urkundlich ist diese Mark erstmals 970 faBbar2 , doch dtirfte ihre Errichtung mit Si- cherheit bald mach dem Sieg tiber die Ungarn (955) erfolgt sein. Diese karantanische Mark er- streckte sich von der Kor- tiber die Gleinalpe bis zur Wasser- scheide Mur / Raab und von der Kalten Rinne ober R6thelstein stidwarts mach Ehrenhausen bis zum PoBruck.3 Als Zentrum die- ser Mark fungierte die vermut- lich auf den Wildoner SchloB- berg gelegene Hengistburg. Interessant fur die Besiedlungs- geschichte Gratkoms ist in die- sem Falle die Ostgrenze der karantanischen Mark. Sie er- streckte sich entlang der Wasser- scheide zwischen Mur und Raab, 6stlich Gratkorn, etwa entlang der Linie Greith - Ritzendorf - AmsteimL Sch6ckl -Klamm - Rimegg' -Niedersch6ckl. Der Waldgtirtel dieses H6henzuges, der die Wasserscheide zwischen Mur und Raab bildet, trug da- mals den Namen "Predel" ("mons predel").4 In zahlreichen Flur- und Siedlungsnamen ist die Bezeichnung dieser alten Gren- ze bis heute erhalten geblieben, so in Ober-/Unterprethal (Kapfenstein bei Feldbach), in Pretul (Langenwang bei Mtirzzuschlag) und Preding (Krottendorf bei Weiz).5 Prethal und Pretul sollen slawischer Her- kunft sein und bezeichnen einen PaB oder Ubergang, Preding lei- tet sich aus dem slawischen Wort ftir "vorne" ab. Der Name "Prabichl", 6stlich von Gratkom zwischen Hoher Rannach und Semriach, stamme ebenfalls aus dem Slawischen und bezeichne eine windige Stelle, einen Durchzug.6 Diese verhaltnismaBig kleinraumige Mark dtirfte 991 erstmals bis zur Lafnitz erwei- tert, nach einer Niederlage gegen die Ungam im Jahre 1030 wie- der an den mons Predel zurtick- genommen worden sein. Der Ungamfeldzug K6nig Heinrichs IH. von 1043 konnte die Ostgren- ze schlieBlich an der Lafnitz fi- xieren, die Oststeiermark und das Pittener Gebiet kamen zur Mark.7 Die Ostgrenze der Karantanermark, die auch als Ostgrenze des Reiches diente, verlief somit bis 1043 nur funf bis zehn Kilometer 6stlich Grat- korn. Die Verteidigung dieser Ostgrenze wurde aber sicher an der westlichen Murseite aufge- baut, weil der Mur strategisch weit mehr Bedeutung zukam. In diesem Bereich entstand eine Kette von Beobachtungsposten und Warnstationen.8 Lediglich der Grazer SchloBberg bot den einzigen bedeutsamen Verteidigungspunkt 6stlich der Mur. Auf den Gratkomer Haus- berg, dem letzten Auslaufer des Eggenberges, so wird vermutet, bestand ein Spahposten.9 Er ist weder durch schriftliche Quellen noch durch archaologische Fun- de nachgewiesen. Ftir den StraBengler Kirchhtigel wird ein solcher B eobachtungsposten vor 860 angenommen, bezeichnet doch das slawische "straza" eine Wacht, Warte oder einen Punkt mit besonders guter Aussicht. 10 Besitzgeschichtliche Studien zeigen, daB in diesen unruhigen Zeiten stidlich Gratkorn 6stlich der Mur keine Grundvergabungen erfolgten. Daraus ist zu schlieBen, daB vor- erst 6stlich der Mur nicht plan- maBig gesiedelt wurde. "Zwi- schen der Mur und der Ostgren- ze der Mark, den mons Predel, Die Karantanermark 955 - 1043. (F. Posch,1978, S. 70.)

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