Geschichte Gratkorns
1 StuB 1` Nr. 58, S. 67. 2 F. Krones,1878, S. i8; F. Lochner v. Htlttenbach,1976. 3 F. Krones,1878, S. 20, 33, 40 und 8. Mader,1986, S. 23f. 4 08, S.194. 5 08, S. 29. a. Mader, 1986 verzeich- net diesen Namen, wie so viele andere, nicht, obwohl sie den Anspruch erhebt, "alle alpen- slawischen Toponyme cler Stei- ermark zu erfassen" (S. 5). Der Name darf jedoch analog zu 8. Mader, i 986, S. 69 (Nr, 349) bzw, S. 74 (Nr, 381 ~ 383) gedeutet werden. 6 08, S. 298. 7 F. Miklosich,1886, S.177. (a. Mader,1983 und 1986 schelnt auch dieser Name entgangen zu sein.) SLAw!seHE F®p®M¥ME IRE ®RATK®RN Als tiberhaupt erster Siedlungs- name innerhalb der Grenzen der heutigen Marktgemeinde wird urn 1050 das Dorf Friesach am Nordende der KG Friesach - St. Stefan als "ad Fresah" urkund- lich genannt.1 Dieses Doff wur- de also in einem FluBtal ange- legt, was als typisch (nicht nur) fur eine slawische Siedlung be- zeichnet werden kann.2 Der Name dtirfte auf das slawische "Breza", die Birke, zurtickzufuh- ren sein.3 Als "Fresah" wurde dieser Name somit ins Deutsche tibemommen. Anhand sprachwissenschaftli- cher GesetzmaBigkeiten k6nnen jedoch zwei Phasen, eine altere und eine jtingere, der Ubernah- me slawischen Namensgutes ins Bairische unterschieden werden: Die Form "Eresah" (Friesach: "b" zu "f") kann somit der jtin- geren Phase der Ubernahme (etwa 8. bis Mitte 10. Jahrhun- dert) zugeschrieben werden. Dies gilt analog fur das 1265 erstmals urkundlich genannte "Vrezwitz"4 (FreBnitz: slaw.: breza/Birke zu yrezwitz). Als weiteres Beispiel ware die eben- falls 1265 erstmals genannte Petschen ("Peschen" von slaw.: *pekt/Fels5 ) anzufuhren. Der Lausbichler hingegen, erstmals 1360 als "der Lauspuchel"6 ge- nannt, scheint noch der ersten Phase anzugeh6ren (slaw. "luza"/Sumpf zu laus-7 ). Dies jedoch nur als kleine Kost- probe aus der historischen Sprachwissenschaft. Ein Ge- meinsames zeichnet das als sla- wisch in Betracht zu ziehende Namensgut in Gratkorn jeden- falls aus: Alle Namen bezeich- nen eine bestimmte biologische oder topographische Besonder- heit: Betrachtet man die topographi- sche Verteilung dieser Namen, so deckt sie sich mit den eingangs getroffenen Feststellungen. Sla- wische Siedlungs- und Flurna- men finden sich in erster Linie entlang von Wasserlaufen (Murtal, R6tschgraben und Dult), einzig der Weiler Jasen liegt auf einem H6henrticken. Die chronologische Reihenfolge der urkundlichen Nennungen vermag tibrigens wenig auszusa- gen, denn nur ein Bruchteil der Urkunden blieb erhalten. Bedeutung Friesach Dult FreBnitz Petschen Lausbichel Rannach R6tsch (-bach...) Zauchen Jasen Pakarisch Fresah Thulgen Vrezwitz Peschen Lauspuchel Raenich Retsch Zauchen Jassen Pakarisch Birke Vertiefung Birke Fels Sumpf flach FluB trocken Esche Anh6he
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