Geschichte Gratkorns

"Gruss aus Maria Strassengel" aus dem Jahre 1905. Auf dem Kirchberg wurde am 30. Marz 1857 ein Grab aus dem 10. Jh. n. Chr. gefunden. Zusammen mit der Urkunde vom 20. November 860 ergeben sich daraus interes- sante Fttlcksch]dsse auf die frtih- mittelalterliche Besiedlung des Gratkorner Beckens. (Sammlung Horst Ziegler) BIB EffisHEEN ®ELAFK®ffiENEffi §IEBELEffi Betrachtet man die Verteilung der slawischen Siedlungsnamen in der Steiermark, so laBt sich daraus schlieBen, daB FluBtaler und Niederungen in der Regel bevorzugt, die Hochtaler der raumer Zeit wurde in der Ein- buchtung n6rdlich von Graz urn Andritz und St. Veit eine Schich- te slawischer Siedlungsreste fest- gestellt, "da gerade dieses Gebiet wegen der Abgelegenheit sich nen Personennamen slawischer Provenienz in G6sting und Rein: Mogoy de Gestnich (1190), Stano (1042), Trevino (1042), Pilgrimus cognomine Vlagoy (1259), Cunegoi, Dobrucha, Berge und Alpen gemieden wur- den.1 Slawische Siedlungs-und Flurnamen sind in der Steier- mark in unterschiedlicher Inten- sitat feststellbar.2 Auffallend sind zumindest die Konzentratio- nen slawischen Namensgutes im Aichfeld, in den Talem der Enns und Mtirz sowie im Murtal. Auch im Gratkomer Becken kann man durchaus von einer Konzentrati- on slawischen Namensgutes sprechen. In der Oststeiermark haben sich slawische Siedlungs- und Flurnamen aufgrund der Ungarneinfalle zu Ende des 9. Jahrhunderts nur sparlich erhal- ten, auch auf den Grazer Feld ist ihre Zahl gering. Bereits vor ge- als Siedlungsgebiet besonders eignete.„3 Wie auch immer, das Problem der "Alpenslawen" soll in Bezug auf Gratkom wertfrei und objek- tiv er6rtert werden. Insofern stellt die Frage "Deutsche oder Slawen" gar kein Problem dar. Solange nicht aussagekraftigere archaologische Funde und Be- funde vorzuweisen sind, werden auch die Aussagen des Histori- kers zu diesem Thema zweifels- ohne ein gertittelt MaB an Unsi- cherheiten enthalten. Doch ist da die Ftille des Namensgutes, die weiterhelfen kann: zahlreiche hoch- mittelalterliche Urkunden men- Gelen, Lewblinus, Slauze, Hainricus Slawch und Zobucha (alle 14. Jh.).4 Auch verm6gen (wenn auch keine slawischen) Bodenfunde tiber die frtihe Be- siedelung des Gratweiner/ Gratkorner Beckens einigen AufschluB zu geben: Am 30. Marz 1857 stieBen Teichgraber des Stiftes Rein beim Verlegen von Brunnen- r6hren auf dem StraBengler Kirchberg, innerhalb der Umfas- sungsmauern von Kirche und Propstei, in knapp anderthalb FUB (etwa 0,47 in) auf ein menschliches Skelett. "Der Schadel und die kleineren Kno- chen waren ganz zerfallen, und

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