Geschichte Gratkorns

Nach alten Fundmitteilungen (F. Pichler 1879, 1887/88) wa- ren beim vulgo Harthopfer in der Schattleiten Ht]gelgraber festgestellt worden. Der "Haiden-Berg", ein heute ab- gekommener Name, deutet auf entsprechende Boden- denkmale hin. (Karte Graz Umgebung,1872, Blatt 1.) 9 W. Modriian,1955, S. 8. 10 H. Kusch,1994,102. 11 Ebenda, S io. 12 "Hauptmann Mutschlechner: 1 Kupfermtinze yon K. Hadrian, ge- funden oberhalb der Weinzettel- brucke." (J J.1869,1870, S. 24.); F. Plchler,1879, S. 46 unci ALA/G ratkorn 676-220/1. eine Herdstelle (0,9 in mal 1,65 in) freigelegt werden, die auf ei- ner Kalkplatte (1 in mal 0,75 in) aufgebaut war. R6mische Leistenziegel aus derselben Schichte erm691ichten eine Idem- tifizierung.9 Weiters stammt das Bruchsttickes eines r6mer- zeitlichen Marmorreliefs aus der Zigeunerh6hle, was auf ein Grabmal (Bestattung) hinweisen k6nnte.1o Auch aus der Emmalucke haben sich Zeugnisse der Anwesenheit von Menschen wahrend der R6- merzeit erhalten. In diesem Fal- 1e handelt es sich urn eine Herd- stelle (0,035 in stark, 0,75 in lang, mach beiden Seiten auskei- lend), die anhand eines Mtinz- fundes chronologisch ziemlich genau fixiert ist. Es handelt sich urn eine jtidische Pragung des Bar Kochba vom zweiten jtidi- schen Aufstand (132 bis 135 n. Chr.).11 Eine zweite Mtinze, namlich eine Bronzemtinze des Kaisers Hadrian (117 bis 138 n. Chr.), wurde im Marz 1869 beim Ab- tragen der obersten Erdschicht im Kalksteinbruch an der WienerstraBe (Schattleiten) ge- funden. Die Mtinze wurde da- mals vom Besitzer Mutsch- 1echner (vulgo Harthopfer) dem Landesmuseum Joanneum tiber- 8eben.12 In diesen Zusammenhang mag sich vermutlich das Htigel- graberfeld Schattleiten (Grat- kom/St. Veit ob Graz) einfugen, das von Friedrich Pichler 1887/ 88 kartiert wurde.13 0bwohl die genaue Lage der Schattleitner Htigelgraber nicht mehr exakt feststellbar ist, so seien dazu doch folgende Feststellungen getroffen: Der Hof des vulgo Harthopfer liegt 500 in nord- westlich des heutigen Steinbru- ches, der seinerseits den Aus- gang des Pailgrabens markiert. In der Vergangenheit war der Pailgraben besser unter "Schatleithen-Thal" bekannt; die Anh6he, auf welcher der Harthopfer liegt, und auf dessen Grund die erwahnten Funde wohl zutagegefordert wurden, war ihrerseits unter dem Namen "Haiden-Berg" bekannt. 14 Das Vorhandensein "heidnischer" (wohl r6mischer) Uberreste von Grabbauten in diesem Gebiet muB also seit altersher bekannt gewesen sein. Nicht weit von der stidlichen Gemeindegrenze entfernt, in Weinz6dl, genauer in der Schottergrube der Marie Gagel, wurden wiederholt Skelettfunde getatigt. War der erste dieser Funde tiber Auftrag der Bezirkshauptmannschaft ohne wissenschaftlicher Untersu- chung im Friedhof von St. Veit wiederbestattet worden (! !), so gelangte zu Beginn des 19. Jahr- hunderts die Kunde urn einen zweiten Fund zu V. Hilber, einem verdienstvollen Urgeschichts- forscher. Er berichtet 1922 vom Fund dreier Skelette und r6mer- zeitlicher GefaBe in der Schotter- grube Gagel in "Weinz6dl", "welche ich erwarb und der pra- historischen Abteilung des Joanneums tibergab, wo die wertvollen Skelette in VerstoB gerieten.»i5 Albert von Muchar]6 erwahnt dartiber hinaus zwei beschrifte- te r6mische Grabsteine, gefun- den in "St. Stephan oberhalb Gratz", die auch Friedrich Pichler[7 verzeichnet. Es handelt sich hier jedoch urn eine Vcr- wechslung mit der Pfarrkirche St. Stephan in Kumberg, an de- ren Stidostwand einer dieser Tituli auch heute noch einge- mauert ist. Der zweite, verschol- 1ene, stammt ebenfalls nicht aus St. Stefan / Gratkom.18 DaB im Gemeindegebiet jedoch r6mer- zeitliche Altfunde zu verzeich- nen sind, ist einer Mitteilung aus dem Jahre 1892 zu entnehmen.

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