Geschichte Gratkorns
Sie pragten die Geschichte Gratkorns in der jungsten Vergangenheit: Generaldirektor Dr. Siegfried Meysel, Ehren- betriebsratsobmann Kurt Poth, der heutige Landesrat, damals Abg. z. NB und Betriebsratsobmann lng. Hans Joachim Pessel und der damalige Betriebsratsobmannstellv. Karl Heinz Frommknecht. (v. Holz, 4.600 Tonnen Schwefel- kies, 6.550 Tonnen Kalksteine, 8.220 Tonnen Ftillstoffe und 2.700 Tonnen Leimstoffe. Zur Erzeugung von Energie und Dampf verfeuerte man 61.830 Tonnen Kohle und 11.660 Ton- nen Heiz61. Wasserverbrauch im Jahre 1960: 42.000 Liter pro Minute.26 Vor 19771eitete die Papierfabrik tiber 1,2 Millionen Einwohner- 91eichwerte an Abwasser- frachten in die Mur ein. Dies entsprach einer Abwasserlast ei- ner Sadt nit 1,2 Millionen Ein- wohnern. Der biochemische Sauerstoffbedarf innerhalb von funf Tagen (BS85 - Abwasser- frachten) belief sich auf tiber 72 Tonnen. Dies hatte zur Folge, daB die Mur, deren biologische Gtiteklasse sich nach Bruck an der Mur auf Stufe 11 / Ill besser- te, bei Gratkom abrupt in die Stu- fe IV tiberging.27 Uber ein Jahrhundert lang wur- den die Abwasser der Papierfa- brik nicht oder ungentigend ge- klart in die Mur eingeleitet. Aus dem Jahre 1912 stammten die ersten Plane fur eine Kanalisie- rung in Gratkorn, wahrend der Zwischenkriegszeit fehlten die finanziellen Mittel. 1972 konnte im Gemeinderat der entspre- chende BeschluB gefaBt werden, sodaB am 12. Februar 1972 der Auftrag zum Bau des ersten Ab- schnittes erteilt werden konnte. Es handelte sich dabei urn den Hauptstrang, der vom ehemali- gen Murlager bis zur Abzwei- gung Gratwein (Bognereck) ver- 1auft. Mit dem zweiten Bauab- schnitt der Kanalisierung (Uber- fuhr - St. Stefan) wurde 1976 begonnen. Der Probebetrieb konnte am 22. August 1978 auf- genommen werden. Gleichzeitig erfolgte der Ausbau des Wasserversorgungsnetzes, die Verbindung des Ortsnetzes mit den Quellen der Hinteren FreBnitz war 1978 geschlossen. Die finanziell aufwendigsten Schritte in Richtung Umwelt- sanierung sowie umwelt- schonender Produktionstechni- ken setzte die Papierfabrik selbst. Als wichtigster Schritt zu einer umweltbewuBten Betriebsfuh- rung ist die Inbetriebnahme der neuen Zellstoffabrik Ende Marz 1978 zu erwahnen, die mit einem Aufwand von tiber 2,2 Milliar- den Schilling errichtet wurde. Das bis dahin verwendete Calziumbisulfit - Verfahren wich dem Magnefite - Verfahren, das n. r.) (AG) nach Verbrennung der eingedick- ten Ablauge durch die Rtickge- winnung eines GroBteils des ver- wendeten Magnesiums und Schwefels - sowie der gel6sten organischen Substanzen - die Abwasserbelastung der Mur deutlich senken konnte. Der Einwohnergleichwert konnte dadurch auf etwa 500.000 ge- senkt werden. Weitere Investitionen in den Umweltschutz fuhrten zu einer sukzessiven Verringerung der Umweltbelastungen. Seit 1983 werden alle 6ffentlichen Gebau- de der Gemeinde mit der Abwar- me der Papierfabrik beheizt. Die dadurch eingesparte Menge an Heiz61 fuhrte bereits im ersten Jahr zu einer Verringerung des SchwefeldioxydausstoBes von tiber 2000 k8. Die Errichtung einer voll- biologischen Klaranlage im Rahmen des Wasserverbandes Region Gratkom / Gratwein trug weiters zur Verbesserung der 6kologischen Situation bei, der Einwohnergleichwert konnte damit Ende der 80er Jahre auf rund 330.000 Einwohnergleich- werte gesenkt werden. Die luftdicht abgedeckte Biologie wird dabei mit Reinsauerstoff 26 E. Htltter91960, (Artike! „Am Pu!s der Arbeit`` aus NZ). 27 Vgl Gewasserkarte des BM f. Land- und Forstwirtschaft {Ausgabe 1984/85), W Katzmann,1986, S 96 - 99; div. !nformationsmateri- al der (ciama!igen) Leykam - Murztaler AG, E Hutter i960
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