Geschichte Gratkorns

Die alte Werksrestauration der Papierfabrik,1890 errichtet und u. a. als „Kulturzentrum", Tanzlokal, Kindergarten und Beetsaal verwendet, wurde 1960 abgerissen. (AG) Opfer fiel. Die Gemeinde hono- rierte den Einsatz der Feuerweh- ren, indem sic ihnen allein in den Jahren von 1955 bis 1960 F6r- derungen in der H6he von 600.000 Schilling zukommen lieB. Nach jahrelangen Bemtihungen konnte am 15. Mai 1955 in Wien der Staatsvertrag unterzeichnet werden, die Besatzungstruppen zogen ab. Dieses Ereignis 16ste auch in Gratkorn sporadische Freudenfeiern aus und von der Fabrikskantine bis zum H6chwirt trafen sich die Men- schen, besprachen das Ereignis, tanzten und vergntigten sich. Der Arbeitsmarkt war gesattigt und so mancher Gratkorner suchte sein Gltick im Ausland. Ein GroBteil arbeitete aber mach wie vor in der Papierfabrik, die mit folgenden Maschinen ausgerti- stet war: Sieben Kocher, eine Bleicherei, zwei Entwassemngs- maschinen, drei Papiermaschi- nen 1.580 mm, eine Papierma- schine 1.780 mm, eine Papier- maschine 2.580 mm, eine Pa- piermaschine 3 .700 mm und eine Kartonmaschine, weiters eine Anlage zur Gewinnung von Sulfitspiritus.22 Das Jahr 1955 bedeutete auch fur die Gratkorner Kommunalpoli- tik eine bedeutende Zasur, denn die unmittelbaren Folgen des Krieges konnten nun als tiber- wunden bezeichnet werden. Die Unterversorgung mit Nahrungs- mittel, Bekleidung und Ge- brauchsartikel war tiberwunden, die Wohnungsnot zumindest teil- weise behoben. Da die grundle- genden Lebensbedtirfnisse als gesichert galten, konnte in wei- tere Sparten investiert werden. Im August 1955 beschloB der Gemeinderat den Ankauf der Liegenschaft Gaksch, urn dort den Maschinenhof (FuhrhoD der Gemeinde zu etablieren. Der Ankauf eines Unimog und eines Traktors Steyr 80 saint Zubeh6r bildete daftir den Grundstock. AUBerdem wurden beim Gaksch - Anwesen noch einige Wohnun- gen fur Gemeindebedienstete er- richtet. Am 19. August 1957 trafen sich die Gratkorner bei der neuen Brticke tiber den Mtihlgang, die von Btirgermeister Alois Schweinzer er6ffnet wurde. Die alte Holzbrticke hatte einer mo- dernen Stahlkonstruktion wei- chen mtissen. Bereits im Jahre 1955 war vom Gemeinderat der Be- schluB zum Bau weiteren Wohnraumes gefaBt worden. Am 3. November 1957 tiber- gab Btirgermeister Alois Schweinzer, dessen hervorra- gendste Leistungen im Be- reich des sozialen Wohnbaues liegen, 48 urn etwa 5 Millio- nen Schilling erbaute Woh- nungen in der Dr. Karl Ren- ner StraBe. Eine wesentliche Bereiche- rung erfuhr das Gratkorner Kulturleben im Jahre 1958. Die Marktgemeinde erwarb die „W6hrer - Villa" an der Dr. Karl Renner StraBe und baute sie zur Musikschule urn. Im August nahm die Musikschule in ihrem neuen Domizil unter der Leitung von Maria Wtinsch den Unter- richt auf. In das Jahr 1959 fallt die Inten- sivierung der Kontakte des Osterreichischen Bundesheeres zur Marktgemeinde Gratkorn. Ab 6. April 1960 war eine Ein- heit des Panzerbataillons 4 aus Graz - Wetzelsdorf mit der Auf- stellung von Zelten fur die Un- terbringung von etwa 200 Solda- ten beschaftigt. Diese Zelte wur- den bei der alten Pionierkaserne beim Murlager errichtet, das in der Folge zu einer Kaseme aus- gebaut werden sollte. - Das alte Murlager wurde im November 1965 abgetragen und 1967 be- ging man die Gleichenfeier der neuen Kaseme. Wahrend der zweiten Halfte der 50er Jahre investierte die Ge- meinde verstarkt in den Ausbau der kulturellen Infrastruktur. Dazu zahlte, neben dem Bau des Kulturheimes, die Er6ffnung des „Filmtheaters Gratkorn" gegen- tiber dem Klein - Haus in der Sportplatzgasse. Der Kinosaal

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=