Geschichte Gratkorns

teifunktionaren der SPO zusammen und fuhr mach Graz weiter. Am 28. Matz 1951 verstarb, 85jahrig, Schuldirektor Ja- kob W6hrer (geb. 1866), einer der prominentesten Gemeindebtirger. W6hrer grtindete die Freiwillige Feu- erwehr des Marktes Gratkom, die Wehr wahlte ihn zum Hauptmann und Ehrenhauptmann. Bekannt wurde W6hrer auch als Grtinder und Ehrenobmann des Mannerge- sangsvereines Gratkorn - Grat- wein. W6hrer, der dartiberhinaus auch die Ehrenbtirgerschaft der Marktgemeinde Gratkorn inne- hatte, komponierte 25 8 Volkslie- der, mit denen er tiber die Lan- desgrenzen hinaus Beachtung fand. Am 3. Juni 1951 fand die Ein- weihung des Kriegerdenkmales nit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Gratkorn- er statt. Die feierliche Enthillung wurde durch den Ortsverband des Kameradschaftsbundes, Vizebtirgermeister Alois Schweinzer und Pralat Dr. Kortschak, der eine Feldmesse las, vorgenommen. Unzertrennlich mit der Grtin- dung und der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Grat- korn ist der Name Alois Leskovar verbunden. In der Sit- zung vom 19. Februar 1952 wur- de vom Gemeinderat der Markt- gemeinde Gratkorn daher be- schlossen, Leskovar die Ehren- btirgerschaft der Marktgemeinde Gratkom zu verleihen. AnlaBlich des Wahlkampfes fur die Nationalrats- und Landtags- wahlen 1953 sorgte die Wahl- gemeinschaft „Osterreichische Volksopposition" der Kommuni- stischen Partei fur einige Aufre- gung in Gratkorn. Man hatte namlich einen Propagandazettel in Umlauf gebracht, der einem 100 Schilling -Schein tauschend ahnlich sah. Vom Original unter- schied er sich nur durch ein Englein, das Bundeskanzler Figl und Bundesprasident Schatf die lange Nase zeigt. Manche Grat- korner verwendeten den Schein - sehr zum Arger der Gendarme- rie - als Zahlungsmittel und wahlten die „Volksopposition". Sie kam auf immerhin 187 Stim- men. Nach wie vor zahlte der soziale Wohnbau zu den wichtigsten Anliegen der Gemeinde wie auch der Papierfabrik. Diese errichte- te im Jahre 1953 15 Einfamili- enhauser auf den ehemaligen Gakschgrund und grtindete zur Untersttitzung des Wohnbaues in Gratkorn die „Leykam - Ge- meinntitzige Wohn-, Bau und Siedlungsgesellschaft in. b. H.". Der Siedlung am Gakschgrund, die besser unter „Hans - Lampl - Siedlung" bekannt ist, folgten bereits 1954 elf weitere Eigen- heime, spater die Baldauf -Sied- lung und andere Projekte. Unter den zahlreichen Branden, welche die Chronik fur die 50er Jahre verzeichnet, erregten zwei besondere Aufmerksamkeit. Am 29. September 1952 brach am Ftillboden der Bleiche 11 in der Papierfabrik ein gr6Beres Feuer aus, das von den Gratkomer Feu- erwehren jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden konn- te. Am 16. August 1953 brannte es damn beim alten „Peterlwirt" (Franz FaBmann). Feucht einge- brachtes Heu verursachte durch Selbstentztindung einen Schaden von etwa 42.000 Schilling. Gro- Bes Aufsehen erregte auch der Brand beim vulgo Kaferpeter (4. September 1955), dem das gesamte Anwesen des Bauern Johann WeiBensteiner zum

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=