Geschichte Gratkorns

Bundesprasident Theodor K6r- ner (geb.1873, gest,1957), am 28. April 1951 in Gratkorn. (AG) unter den Klangen einer Musik- kapelle am Mtihlplatz. Texte der Spruchbander: „LaBt unsere Kriegsgefangenen frei", „Wir wollen ein freies, sozialistisches Osterreich" und „Statkt die Rei- hen der Sozialistischen Interna- tionale". Sodann marschierte man mach Gratwein, urn sich nit den dortigen Genossen zu tref- fen. - Die KPO Gratwein ihrer- seits marschierte mach Gratkom, urn dort vor der alten Werks- restauration den 1. Mai zu bege- hen. Teilnehmer: 200 Personen. Die OVP begntigte sich mit ei- nem Ausflug auf die Hohe Rann- ach. In der Gemeindestube bemtihte man sich, die durch den Krieg entstandenen Versaumnisse in der kommunalen Infrastruktur zu beheben. Als erstes groBes Pro- jekt, dem noch viele weitere, vor allem im sozialen Wohnbau, fol- gen sollten, ist die Fertigstellung der neuen Ring - Wasserleitung am 21. November 1947 zu nen- nen. Im Sommer 1948 war mit der Errichtung von Lichtleitun- gen und Lichtanschltissen im Forst- und FreBnitzviertel begon- nen worden, im Janner 1949 er- folgte die Fertigstellung. Dieses Ereignis diente sogleich als An- 1aB zu einer „AnschluBfeier" be- sonderer Art. Sic wurde am 29. Janner 1949 beim H6chwirt (da- malige Gastwirtin Anna Rath) abgehalten. Die nachste gr6Bere „AnschluBfeier" beim H6chwirt fand am 16. Janner 1957 statt, als in Johann Raths vielbesuchtem Gasthaus eine 6ffentliche Fern- sprechstelle errichtet worden War. Am 30. Juli 1949 versammelten sich die Gratkorner schlieBlich zur Gleichenfeier des von der Leykam - Josefsthal AG errich- teten Pensionistenheimes mit 20 Wohnungen. Auch die bedeuten- den Investitionen der Marktge- meinde konnten die Wohnungs- not allmahlich beheben. Am 14. Oktober 1950 konnte die am 8. August 1949 begonnene Wohnhausanlage mit 69 Woh- nungen fertiggestellt und damit 25 Prozent der Wohnungssu- chenden versorgt werden. Der Gemeinderat hatte den Bau die- ser Wohnungen 'bereits unmittel- bar mach Kriegsende geplant, doch ergaben sich aufgrund der Versorgungsschwierigkeiten Verz6gerungen. Aufgrund der sich bessernden Wirtschaftslage konnte nun auch die Marktfeuerwehr Gratkorn mit drei Rtistautos und zwei Motorkraftspritzen ausgestattet werden. Die Feldmesse mit an- schlieBender Weihe fand am 4. Juni 1950 auf der „Pucherwiese" statt, anschlieBend ging es - un- ter Beteiligung der Markt- musikkapelle - beim Pucher lu- stig zu. Das Verhaltnis zwischen den politischen Parteien hatte sich im Vergleich zur Ersten Republik grundlegend verandert. In der Spa wurde mit Wilhelm Part- bauer die sozialdemokratische Tradition fortgesetzt, jedoch mit einem gemaBigten, ganz auf die Koalition abgestimmten Kurs. Die OVP kntipfte, auch in der Auswahl ihrer Mandatare, nicht an die alte christlichsoziale Ara an. Einzig die Kommunisten zo- gen Unmut auf sich. Am frfuhen Morgen des 6. September 1947 explodierte vor dem Gratkorner Parteilokal der KPO eine Bom- be, die einigen Sachschaden an- richtete. Am Tatort fanden sich Flugblatter monarchistischen In- haltes. Am 13. Dezember pla- zierten Unbekannte nochmals eine Bombe, diesmal vor der Hausttir der Elisabeth Bock, deren Ziehsohn Raimund Zach zwischen Janner 1946 und Juli 1947 als Obmann der KPO Peggau fungiert hatte. Aufgrund der politischen Exponiertheit diente Gratkorn seit jeher als Anziehungspunkt fur „hohe" Besuche. Am 2. Ok- tober 1948 standen die Gratkorn- er wieder einmal Spalier, diesmal fur den ersten Bundesprasiden- ten der Zweiten Republik, Dr. Karl Renner, der zu Besprechun- gen mach Graz unterwegs war. Am 28. April 1951 besuchte Ge- neral a. D. Dr. h. c. Theodor K6r- ner, der nachmalige Bundespra- sident, anlaBlich einer Wahlreise Gratkom. K6rner hielt eine kur- ze Rede, traf mit 6rtlichen Par-

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