Geschichte Gratkorns

geregeltes Leben ft]hren: Heirat, Beruf, Familie, Haus usw Jegliche Verbitterung traf vor allem den Ein- zelnen. Die Lebensmittel waren knapp: "Die Menschen hatten selbst nicht viel." "Es herrschte Krieg." rechtfertigten vielfach die harte Zeit. Die Australjer sind seit jeher als einfallsreiche Menschen bekannt, und allein die Beschrei- bung, wie sie auf verschiedenste Weise die Langeweile besiegten, wt]rde schon ein Buch ftlllen, [...]lm vergangenen Jahr haben Mac und ich sehr viel "ans Licht gebracht". Wir haben die gebt]ndel- ten Briefe, die wir einander wah- rend der ftlnf Jahre, die Mac im Krieg war, geschrieben hatten, auf- geschntlrt und nach all diesen Jah- ren noch einmal gelesen. Fragen wurden gestellt und beantwortet und so diese sorgenvolle Zeit noch einmal durchlebt - das war sehr nostalgisch. Offensichtlich waren wir zu sehr mit dem AIItagsleben beschaftigt, so daB wir das nicht schon frtlher gemacht haben. Und dann, als wir das ganze so gut wie abgeschlossen hatten, kamen pl6tzlich am Heiligen Abend lhr Buch und lhr Brief. Vielleicht war es notwendig, all diese Erinnerun- gen wachzurufen, urn lhnen bei lh- rein Buch behilflich zu sein."9 Malcolm William Keshan, gebo- ren am 24. Juni 1919 in Sydney, wurde am 26. Marz 1940 zum australischen Heer (Australian Imperial Forces) eingezogen, er war dem New South Wales Expeditionskorps zugeteilt, wo er als Sergeant des 2/4. Infantriebataillons, 6. Division, seinen Dienst versah. Der Soldat mit der Dienstnummer NX 11067 verlieB am 14. September 1940 Australien in Richtung Pa- 1astina. "Nachdem ich mich langere Zeit mit Ubungstruppen in Palastina aufge- halten hatte, kam ich auf dem Weg zu meiner Einheit in Tobruk (Liby- en) nach Marsa Matruh (Agypten). Das war der Beginn unseres ersten Angriffs - unser Weg ftlhrte nach Derna, Bengasi (beides in Libyen) und schlieBlich nach Griechenland. Nach einem sehr kurzen Heeres- urlaub in Athen, wurden wir ge- meinsam mit neuseelandischen, britischen und griechischen Streit- kraften mit dem Zug nach Larisa gebracht. Unsere Kompanie bezog am Flugplatz Stellung, fur den Fall, daB Fallschirmtruppen landeten. Es ging das Gertlcht urn, daB die Deutschen tiber Jugoslawien auf dem Weg hierher waren. Es herrschte also die "Ruhe vor dem Sturm" -vor uns allen lag eine ver- gleichsweise erholsame aber gleichzeitig auch strapazi6se Zeit ohne jegliche Chancen auf Pluhe und Frieden. Und daran anderte sich auch nichts, als es zu schnei- en begann. Wir waren gerade aus der Westlichen Sahara gekommen und waren ft]r das kalte Wetter nicht entsprechend angezogen ; die meisten Manner hatten auBerdem zuvor noch nie Schnee gesehen. Inzwischen hatten wir den Kampf gegen den Feind efoffnet. Ungefahr drei Tage lang kampften die Man- ner tapfer, und dann machten sich die zahlenmar3ige Uberlegenheit, die mangelnde Ausrtlstung und die Untersttltzung durch die Luftwaffe bemerkbar. Beim wichtigsten PaB bei Vevi blieben t]berall die Lkws stecken, und die Truppen stauten sich die ganze StraBe zurtlck. Wir in der Nachhut dachten: "Gror3ar- tig! Die Lkws!" Als wir schlier3lich die Letzten eingeholt hatten, trat ein Deutscher (ein sehr mutiger Mann) in die Mitte. Seine Manner hatten sich auf beiden Seiten der StraBe verschanzt. "lhr habt eine Minute Zeit, Euch zu entscheiden - entwe- der lhr werft die Waffen weg oder wir schieBen." Die Manner vor ihm waren bereits entwaffnet - wir hat- ten also keine andere Wahl. Am 12. April 1941 wurde ich gefangenge- nommen, in einen kleinen Ort na- mens Lofoi gebracht, durchsucht und abgefertigt. Dann wurden wir mit einem Viehwaggon tiber Un- garn nach Marburg an die 6sterrei- chisch-jugoslawische Grenze ge- schafft. Dort wurden wir gemein- sam mit f ranz6sischen Kriegsge- fangenen in ein Lager gesteckt. In Marburg gab es kaum etwas zu essen, und der ganze Ort war sehr trist. Ich wuf3te, je frtlher ich hier herauskam, desto besser. Jeden Morgen lieBen sie die Manner an- ;`i; ;§&;. !! ;:*3i " ii ii 1985 als Freund wieder nach Gratkorn zurtlck. (Sammlung Samitsch) !i i 9 Pe£Se°zn:I:hbeerK%:%P3rsdeFnezb¥:amr i i __H

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