Geschichte Gratkorns

Perfekte F`egistrierung, nur das Lichtbild ging verloren. Zwangs- arbeiter aus dem Osten hielten vor allem den Betrieb in der Pa- pierfabrik aufrecht, Manner aus Gratkorn dienten ja an der Front. (Archiv Marktgemeinde GraL korn) ®EFAEN®EEN® ®Es€ELusREESERE® vEffiseEHIELEppT® ARBE]HFT Fasffi ®sHFEREREEieEL® Auch vor unserer Gemeinde machte der grausame Alltag des Krieges nicht halt. Richtig be- wuBt wurde der Krieg den Men- schen in Gratkorn vor allem durch zwei Dinge: das alltagli- che Leben hatte sich mach der Verfugbarkeit von bunten Be- zugsscheinen auszurichten, und der Begegnung mit den Frem- den. Der Wchnsinnsfeldzug un- ter Hitlers Regime gegen Rassen dieser Welt brachte vorerst den Rohstoff Mensch als Beutesttick heim ins Reich. Aus den tiber- fallenen Gebieten Polens kamen die ersten Zwangsarbeiter im angefertigt. S olcherart registriert wurden die Zwangsarbeiter den einzelnen Gemeinden vom Ar- beitsamt zugeteilt. Hitlers Machtdrang und die Gier seiner Mannen mach der Welt- herrschaft brachte auch weitere Gefangene mach Gratkorn. Je welter sich die Front zuerst in Richtung Westen, schlieBlich auch damn mach RUBland him walzte, urn so multikultureller wurden Hitlers "Gastarbeiter" in Gratkorn. Neben den Zwangsar- beitern aus Polen sollten vor al- 1em Kriegsgefangene aus Frank- ia¢ttb ffl&! §*es £Iat!an ou¢ 6tevttenrmt} ¢v` ;`\ <<<v```>^^¢ v ? v ^ `',v<>f^ v a iva3}fY^£+i+#;vvv*Yv" < `" fig, & S<£ e # k & `£ uk isj¢ <, \+ < A> !< *> „¢ ^„¥ ^<^¢ >v+A++<,3.g.-`-: nrm€. RE ri a i -,<a j*t HttEtn# fln* •atS #Sffi tyae¥ 1 ffiae i -` ¢i ¢.-!S +¢<€i+rfu:Si!S er 5 i i: fttlftttttiS*i€" as,t5=-i t'itt ¥£ffi& ¥ rsS a-8 jaeg£RE *#>^ xZ Iwhnanb+On: |G i& i \`*ntl! 3# #inS# ti?®ineliw f fe * ¥ # fas iife#ifstH*tt§grj •tt4to a i£ |c} 8#.gas "g ¥& inS ; . -i-ij`. `S+¢ti:,^**<t!+< S#€ #enn 'tich es; \}. ifeas £ife€ asasani6">"REngEiBas.`+a )i \ ¢^ ¢< ^^v as!vv S i'\ Sommer 1940 nach Gratkorn. Sie waren landwirtschaftliche Hilfskrafte und konnten von Bauern im Ort als Arbeitsunter- sttitzung angefordert werden. Die Betreuung und Unterbrin- gung der Gefangenen erforderte einen immensen Verwaltungs- aufwand. So wurden vom Land- rat des Landkreises Graz in drei- facher Ausfertigung Arbeits- karten mit Lichtbildern und Fin- gerabdrfucken der Fremdarbeiter reich, spater damn aus der Ukraine, RUB- 1and, England und sogar Au- stralien hier im Altreich dienen. Nicht nur die Bauern im Ort profitierten von den er- und ins- besonders aus- gebeuteten Men- schen, auch die Leykam Josefsthal AG wurde mit der Ware "Mensch" beliefert. Der er- ste Transport mit Ukrainern kam am 13. Juli 1942 nach Gratkom. Es waren 22 Manner und 26 Frauen, geschunden, miBhandelt, gepeinigt und ausgehungert. Sic wurden im Barackenlager Grat- korn Nr. 3 1 1 1 untergebracht, mit ihnen konnte ein verhaltnisma- Big "normaler" Schichtbetrieb aufrecht erhalten werden. Auch im Murlager wurden Ge- fangene gehalten, manche konn- ten auch bei den Bauern am Hof schlafen, andere wurden wieder- urn zu kleineren Gruppen zusam- mengefattundfandenetwabeim H6chwirt oder Gasthaus Pucher ihre Schlafstatte. "Ja, im Saal oben, hinter dem Jagerzimmer hatten wir Kriegsge- fangene." berichtet F3osa Fanninger, Altwirtin des Gasthau- ses Pucher. "Zuerst waren 50 Fran- zosen da, das war nach dem Frankreichfeldzug. Als sie zu uns kamen, wurden sie einzeln mit dem Namen aufgerufen und bekamen ihr Bett zugewiesen. An fangs wohnten sie jm hintersten Jager- zimmer, und im Saal davor war die Bewachung. Das waren Wiener oder Nieder6sterreicher. Zwei von den Franzosen haben bei uns ge- arbeitet, einer war Fleischhauer, der andere Landwirt2. Die zwei durften auch bei uns am Tisch mit- essen, das war ja eigentlich nach den Vorschriften verboten. Die an- deren sind mit Wachtern zu den Bauern geftlhrt worden, dort ver- pflegt worden und abends wieder ins Lager zurtlckgekommen. Im Winter 1942 wurden die Franzosen dann wieder abgezogen. Jene bei- den, die bei uns gearbeitet hatten, waren dartlber sehr traurig. Mein Vater ist deshalb zur Kommandatur nach Graz gefahren, urn zu errei- chen, daB sie da bleiben durften. Es hat aber nichts geholfen, sie haben uns verlassen mtlssen."3 Vor allem die polnischen und ukrainischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen waren ausgemergelte Kreaturen. Sic galten als Ware, als Beutesttik- ke, als sichtbarer Beweis gesamt- deutscher Uberherrlichkeit. Konnten diese geschundenen Gesch6pfe ihre Arbeit nicht mehr verrichten, damn wurden sic ausgetauscht, ihr Schicksal blieb damn ungewiB. Viele Fami-

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