Geschichte Gratkorns

ja auch einen Wein machen mtls- Sen. Spater war halt schon alles knapp, alles hat man sich zusammen- gehamstert, was halt irgendwie er- schwinglich war. Meine Mutter hat die Paucherkarten gesammelt.Wenn Handwerker da waren oder man mit den Bauern was tauschen wollte, bezahlte man mit Zigaretten. Und ftlr Zigaretten hat man fast al!es bekommen. Die Bauern haben alles genommen, was man so hat entbehren k6nnen, vom Geschirr angefangen bis Wa- sche, wenn man halt irgendetwas im Haus gehabt hat, was man nicht unbedingt gebraucht hat, das hat man dann gegen Lebensmittel ge- tauscht." Nicht nur das Essen wurde knapp, auch die Versorgung mit Schuhen oder Kleidungsstticken klappte nicht mehr. Nasse FtiBe und geflickte R6cke pragten das Bild von Gratkorn. Katharina Stelzl, geb. 15. April 1921, Haselbauerin, erinnert sich an die schwere Zeit ih- rer Jugend: "Jenen Kindern, deren Eltern ge- naht hatten, ging es damals besser. Das Gewand be- kam man auch auf Bezugs- schein, man hat nicht einfach kau- fen k6nnen, was man gerade woll- te. Viele sind des- halb mit ein- gesttlckelten Ho- sen und F`6cken herumgelaufen. Ftlr alle Sachen, ob Sommer oder Winter, es war immer dasselbe, Fleck auf Fleck genaht. Meine Mutter hat uns aus dem Bett- zeug Dirndln genaht, auch die Man- tel hat sie selber gemacht, aus den Anzugen meines Vaters wurden Kleider gemacht. Auch die Schuhe bekam man nur auf Bezugsschein. Damals gab es viel strengere Winter, wenn wir von der Schule nach Hause gekommen sind, haben wir schon nasse Ftlsse gehabt. Als wir dann auch noch Schlitten fahren gingen, sind wir noch einmal mit nassen Schuhen nach Hause gekommen. Die Lebensmittelkarten sind allgel mein ausgegeben worden, die an- deren ft]r Bekleidung und Schuhe hat der Btlrgermeister ausgestellt, daftlr muBte man in die Gemeinde gehen. Dabei sind aber die einge- Das Gasthaus H6chwirt war ein beliebter Treffpunkt der bauerli- chen Bev6lkerung. Kamen bei manchem Sommerfest auch Ar- beiter aus dem Ort, so wurden Meinungsverschiedenheiten nicht selten durch grobes Zupacken ge- 16st. Die Aufnahme entstand 1895, und zeigt das Wirtshaus in seiner ursprtlnglichen Form, im Bild links die Lehmkegelbahn. (Stiftsarchiv F3ein)

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