Geschichte Gratkorns

Die Aufgabe des Schutzbundes war, die sozialen F3echte auf recht- zuerhalten. An fangs waren wir nicht bewaffnet, erst als die Situation brenzlig wurde, da bekamen wir von der Gewerkschaft Partei- waffen, die wurden dann im Acker bei den Ftlnf-Hausern vergraben. Wie der Gewerkschaftsbund zu den Waf fen kam, weiB ich aber nicht. Viele Waf fen waren dann aber nicht funktionsttlchtig, weil sie schlecht isoljert wurden, als man sie vergrub. Die Feuchtigkeit zer- st6rte sie, weil sie nicht richtig ver- packt waren, auch Maschinenge- wehre und Handgranaten waren bei den versteckten Waffen dabei. Unsere Ubungen vom Schutzbund hatten wir z.B. auf der F]annach, das waren eigentlich Kampf- tlbungen, wie man sich vor einem Gegner schtltzen konnte. Die Heimwehr gab es schon vor 1930 im Untergrund. In der Heim- wehr waren hauptsachlich Bauern drinnen, auch nicht sozialdemokra- tjsche Arbeiter. Die Bauern waren auch politisch tatig, sie haben ihre Landjugend gehabt, auch die Land- wehr, da waren sie schon konse- quent. Das war ja alles falsch, man kann einen Menschen ja nicht wegen seiner politischen Uberzeugung hassen, die Menschen sind ja alle gleich. Nur damals war das aber anders, da wurde nach den ver- schiedenen Gesinnungen einge- teilt. Im Schutzbund gab es keine Bauern, der war rein sozialistisch. 1934 wurde alles Sozialdemokra- tische verboten, egal was es war, und wenn es nur ein sozialistischer Semesterverein war. Die Heimwehr hatte den Fiabl als Auch die Bau- ern am Berg traf das Schicksal die- ser Zeit. Viele konnten ihr Gesinde nicht mehr bezah- len, und waren nun auf sich al- leine gestellt. Hier Fain. Teibinger vlg. Fr6hlich Ende der 20er Jahre. Die Wiese auf der F}annach war ein be[iebtes Ausf]ugsziel nicht nur der Gratkorner Bev6lkerung. (Sammlung Fanninger) Kommandanten, der Chef war der Lendecke. Der Graf Maldeghem war auch eine treibende Kraft, wie auch der Schreiner. Auch der Nauta war dabei, er arbeitete damals in der Leykam im Lohnbtlro, spater wurde er ja sogar Direktor. Die hat- ten auch ihre geheimen Treffen. Der Lendecke und der Maldeghem waren auch Ftlhrer, oben beim Gra- fen waren sie viel beiejnander, dort haben sie hausen k6nnen, schal- ten und walten k6nnen wie sie wolll ten, weil das war ja abgelegen am Berg. Die Heimwehr gab es in Gratkorn schon 1926, wir Schutzbtlndler waren wirklich stark. Als die Schwarzen das sahen, daB wir im- mer starker wurden, da begannen sie fest zu organisieren und eine Heimwehr zusammenzustellen. Die Heimwehrftlhrer waren alles Magnaten, die haben die Leute gekauft `Wenn du mitgehst, dann kriegst ein Gulasch und ejn Bier, wenn du zu uns kommst, dann kriegst eine Jause und einen Most,', so haben die damals agiert. So sind auch viele Arbeitslose dazugegangen, wenn es einem schlecht ging, dann hat man nicht geschaut, wohin man ging. Die Hauptsache war, dab man zu es- sen bekam. So wurden sie auch im- mer starker, deshalb tlbernahmen sie auch im 34er Jahr die Macht und riegelten Gratkorn und Grat- wein ganzlich ab. Im 30er Jahr haben wir Schutzbtlndler auf der Pannach Ubung gehabt, da sind wir Pichtung Glacis dann marschiert. Am F3etourweg in Andritz sind wir dann der Heimwehr begegnet, wir sind in die eine Ftichtung marschiert, sie in die andere. Egal ob Schutzbund oder Heimwehr, damals hat fast jeder eine Pistole eingesteckt ge- habt. Der Pusterhofer von Gratwein war ein sehr radikales Mitglied des Heimatschutzes.

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