Geschichte Gratkorns

62 W Brunner,1989, S. 334. 63 W. Brunner, i988, S.1138 64 S, Beer -St Kamer,1992, S. 345 65 Aktenkomplex "Stellungsbau" (AG). 66 Schreiben cles Wehrme!deamtes Graz 2, Sachgeblet W, an den Bgm. der Gem. Gratkom vom 2. April 1945 Soldaten der Deutschen Wehr- macht tin Gratkorn, vermutlich An fang Mai 1945. (AG) Bericht tiber den Absturz eines amerikanischen Bombers am 4. Marz 1945 in Gratkorn. (AG) Die 8 -17 ("Fliegende Festung") mit ihrer imponierenden B ewaff- nung von dreizehn 12,7 mm - Maschinengewehren verfugte tiber eine Besatzung von zehn Mann. Drei davon konnten recht- zeitig die Maschine verlassen, jedoch 6ffnete sich nur bei einem der Fallschirm. In der Folge wur- de der US - Sergeant Russel C. Black (Kennmarken - Nr. 35225912 T 44 -44 0), geboren am 10. Marz 1918 in Dayton / Ohio, 225 N Williams Street, le- bend geborgen. Scott A. Lau- ritzen (0783122 T 43 -44 8 P) und Thome G. West (19070018 T 43 - 44 A 8 P) wurden ohne Fallschirme tot geborgen. Von William J. Bedzyk (0 - 928022 T 43 - 44 8 P) und D. C. Wangsness (T - 4247 T 43 - 44 0 P) konnten nur mehr die ver- brannten Leichen aus den Thim- mern geborgen werden. Der Uberlebende wurde der Kriminalpolizeistelle Graz tiber- geben, die Toten wurden am Gratkorner Friedhof beerdigt. Bei diesem Angriff wurde von der Andritzer Fiegerabwehr tib- rigens noch ein amerikanischer Bomber abgeschossen; vier Be- satzungsmitglieder wurden un- mittelbar mach der Landung in StraBgang ermordet.62 Ftir den 1. April 1945 wird eben- falls vom Absturz eines ameri- kanischen Flugzeuges in Grat- kom berichtet, doch fehlen dar- tiber nahere Angaben.63 Auf der Hohen Rannach, jedoch offen- sichtlich auf Semriacher Gemeindegebiet, war am 23. Februar 1944 ein alliiertes Flug- Zeug abgesthrzt.64 Das Dritte Reich war dem Un- tergang geweiht, die letzten Re- serven wurden mobilisiert. Am 18. Oktober 1944 wurde jeder k6rperlich irendwie taugliche Mann zwischen 16 und 60 Jah- ren zum "Volkssturm" aufgeru- fen. Das erhaltene Akten- material65 weist insgesamt 237 Gratkorner aus, und zwar im Al- ter von 14 bis 60 Jahren, die zu Stellungsbauarbeiten beim "Stid- ost - Wall" verpflichtet wurden. Den Akten ist zu entnehmen, daB diese Gratkomer in erster Linie beim Bauabschnitt I / Trifail ein- gesetzt wurden. Weiters wurden 53 Gratkorner, 19 franz6sische, 33 italienische, 31 kroatische, 62 polnische und sowjetische sowie zehn Zwangsarbeiter unbekann- ter Nationalitat, alle in Gratkorn arbeitsvexpflichtet, beim Bauab- schnitt Ill (Rohitsch Sauerbrunn) eingesetzt; kleine- re Einsatze folgten. Diese Grup- pe stand unter der Leitung des Hundertschaftsfuhrers Konrad Kellermeister. Am 2. April 1945 muBten alle 16jahrigen Grat- korner zur Musterung erschei- nen.66 Ein Teil des Gratkorner Volkssturms wurde "gleich ohne

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