Geschichte Gratkorns

Ausbildung nit unzureichenden Waffen an der steirisch - burgen- 1andische Grenze in den Kampf geworfen und kam damn ver- Sprengt mit Verlusten zurtick."67 In der Papierfabrik wurden wah- rend der letzten Kriegswochen samtliche Vorrate an Treibstof- fen und Holzbriketts beschlag- nahmt, die Felswand bei der Zigeunerh6hle wurde, wie auch die Badlwand, zur Sprengung vorbereitet. In der KG Kirchen- viertel, besonders im Umfeld der HauptstraBe, wurden umfangrei- che Schanzarbeiten durchgefuhrt. Pan- zer- und Laufgraben sowie Schtitzen- 16cher sollten den Vormarsch der Rus- Sen verhindem.68 Am 1. April 1945 hatte die Sowjetar- mee bei Kirchberg an der Raab die deut- sche Front durchbro- chen und eine Fluchtbewegung der Zivilbev61kerung mach Westen ausge- 16st. Im Zuge dieser Flucht- und Absetz- bewegung verschie- dener militarischer Einheiten erlebten die Gratkomer einen Anblick, den viele nicht mehr vergessen konnten: "Als mach einer Dauer von meh- reren Tagen der Strom der zivi- 1en Fltichtlinge versiegte, setzten groBe Judenbewegungen in n6rdlicher Richtung ein. Es han- delt sich hiebei urn ungarische Juden, die an der 6sterr. - ungar. Grenze Schanzarbeiten verrich- ten muBten. Diese Juden, halb verhungert und verlaust, schmut- zig und zerrissen angezogen, wurden in Kolonnen bis zu 2000 Mann durch Gratkorn getrieben. Die Begleitung bestand aus be- Das alte Gratkorner Krie- gerdenkmal, (AG) waffneten Gestapo u. SS Mannern so- wie Volkssturm- soldaten, die die Ju- den haBten [...]. Ihr Verhalten zu diesen wehrlosen Opfern gegentiberwardaher auch entsprechend. War ein Jude unter- wegs erkrankt oder vor Ersch6pfung zu- sammengebrochen, so gab es fur ihn nur einen Ge- nickschuB."69 Am 7. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht in Reims, das nationalsozialistische Re- gime war am Ende. Sieben Gratkomer setzten ihrem Leben ein Ende; Ortsgruppenleiter Franz Schreiner, seine Frau und seine zwei Kinder befanden sich darunter. Die Gendarmerie hatte aus Angst vor den Russen den Posten verlassen und voller Ban- gen erwartete die Bev6lkerung das Kommende. 67 CGG` 68 CGG, vg!. S{. Kamer,1986, S. 408, M Ftauchensteiner,1985, S. 87. 69 CGG. Denkma] ftlr die Gefallenen bei- der We[tkriege am Ortsfriedhof in St. Stefan. (Foto I. Mirsch)

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