Geschichte Gratkorns
52 Besonc!ers Aktenkomplex 123/10 ("Auslanderpol!zel - Po!en u. Ukralner / Ostark)eiter Leykam") !mAG 53 Ber!cht (Konzept) des Marktes Gratkorn vom 30 Jum 1943 zu Z!. Ia -46 Bu 55/49 -i943 des Pleichsstatthalters (AG). Im Zuge des weiteren Verlaufes des Krieges wurde ein GroBteil der Arbeiter der Papierfabrik zur Wehrmacht eingezogen. Beson- ders seit Beginn des Russlandfeldzuges (22. Juni 1941), wurden verstarkt "Ost- arbeiter" mach Gratkorn ver- bracht. Das diesbeztigliche Aktenmaterial52 weist fur Juni 1943 in der Papierfabrik folgen- den Arbeiterstand aus: Gesamter Arbeiterstand 1594 davon eingertlckt Ausl. Arbeitskrafte: "Ostarbeiter" mannlich "Ostarbeiter" weiblich Auslander mannlich Auslander weiblich Schutzangeh6rige mannlich 396 10 Schutzangeh6rige weiblich 6 Untersteirer mannlich 11 Untersteirer weiblich 6 Einheim. Arbeitskrafte: Arbeiter mannlich 617 Arb6iter weiblich 260 Angestellte mannlich 57 Angestellte weiblich 38 LaBt man die eingertickten Ar- beiter unberticksichtigt, so be- trug der effektive Beschaftigten- stand 1198 Personen. Davon waren 226 ( 18,9 %) auslandische Arbeitskrafte. An den Arbeitem betrug der Anteil der auslandi- schen Arbeitskrafte zu diesem Zeitpunkt 20,5%. Dieser Anteil stieg in der Folge weiter an. Jene Gratkorner "Ostarbeiter", die bei der Leykam - Josefsthal arbeiteten, wurden geschlossen in einem Lager gehalten und von einer Wachmannschaft beauf- sichtigt. Dieses Lager, ein primitivst ausgestattetes Barak- kenlager, befand sich in Gratkom Nr. 311. Wenigstens von einem GroBteil der einheimischen Ar- beiter wurden diese zwangs- deportierten und entrechteten Menschen als Arbeitskollegen akzeptiert und - nicht selten ent- gegen den offiziellen Weisungen - als solche behandelt. Btirger- meister Sametz berichtete am 30. Juni 1943 dem Reichsstatthalter: "Uber das Betragen der Auslan- der wird derzeit nicht besonders Klage gefuhrt, mtissen aber trotz- dem standig tiberwacht werden. Im Jahre 1941 war es wesentlich schlimmer durch den Zuzug der Untersteirer; Diebstahle und Ar- beitsverweigerung waren die be- Sonderen Merkma|e."53 War schon das wirtschaftliche Leben Gratkorns nur durch den Einsatz von Zwangsarbeitern aufrecht zu erhalten, so setzte der Krieg kommunalen Vorhaben enge Grenzen. Der oben zitierte Bericht des Btirgermeisters an den Reichsstatthalter vom Juni 1943 schildert die Lage der Ge- meinde zu einem Zeitpunkt, als der NS - Staat seinen Zenit be- reits tiberschritten hatte: Bereich Personen Ernahrungswirtschaft Normalverbraucher 3.121 Selbstversorger A 560 Selbstversorger B 360 in Gemeinschafts- verpflegung 286 gesamt 4.327 Bereich Personen Ftlrsorgewesen Ftl rsorgeuntersttltzte 81 Pfleglinge im Altersheim 50 Familienunterhalt 319 Sauglings- und Kleinkinderftirsorge beftlrsorgte sauglinge 131 beftlrsorgte Kleinkinder 34 untersuchte Schulkinder 182 beftlrsorgte Krebskranke 8 erfaBte Tuberkulosekranke 82 tlberwachte Pflegekinder 164 Frequenz der Beratungsstelle 302 Im Jahre 1942 hatte der Gemein- dehaushalt 949.250,90 Reichs- mark an Einnahmen zu verzeich- nen, 83.577,53 RM an Ausga- ben. Der Schuldenstand betrug 78.200,00 RM, an Rticklagen verftigte die Gemeinde tiber 107.974,83 RM. Investitionen beschrankten sich "auf unauf- schiebbare Instandsetzungs- arbeiten und vereinzelte Einbau- ten fur die Gefolgschaft der Landwirtschaft. Die StraBen und Gtiterwege wurden im Jahre 1938 und 1939, soweit dies die Kriegsverhaltnisse noch erlaub- ten, instandgesetzt. Sic befinden sich heute noch in einem besse- ren Zustand als sie 1938 ange- troffen wurden. Der Ausbau des Tumsaales in der Knabenschule und der Ausbau der Gemeinde- wasserleitung durch Erschlie- Bung einer zusatzlichen Quelle und Erweiterung zu einer Ring- 1eitung sind als auBerst notwen-
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