Geschichte Gratkorns

Franz Anderluchs Fleischhauerei und Einkehr-Gasthaus an der HauptstraBe, auch als "Ochsenwirt" (heute GrazerstraBe 3) bekannt, urn 1925. Anderluchs Gasthaus galt als Stammlokal des Pepublikanischen Schutzbundes. (Sammlung J. Kopsche) und fielen tiber die Schreier her." Weil die "Marxisten", gemeint sind wohl die Sozialdemokraten, in der Minderzahl waren, beka- men sie die Mehrzahl der Schla- ge ab. Den 2000 Zusehem wur- de etwas geboten: "Von der heimattreuen B ev61kerung Grat- korns wurden die Heimat- schtitzer mit Jubel empfan- gen."11 Etwa 500 sozialdemokra- tische Arbeiter forderten darauf- hin unter Streikdrohung die Ent- 1assung der in der Fabrik be- schaftigten Heimatschutzan- geh6rigen. Direktor Grimm lehn- te ab und nach einigen Tagen hatten sich die Wogen geglattet. Am 28. Juli demonstrierte der sozialdemokratische Republika- nische Schutzbund seine Starke; 1000 Mann marschierten auf. Die Schutzbtindler sammelten sich am Bahnhof in Gratwein und marschierten sodann tiber den Hauptplatz Gratwein mach Gratkorn, wo auf den Festplatz eine Versammlung abgehalten wurde. 30 (!) Gendarmerie- beamte sorgten in Gratkorn fur Ruhe und Ordnung.12 Am 25. August 1929 reisten so- gar 55 Gendarmeriebeamte nach Gratkorn. AnlaB dafur war eine Fahnenenthtillung der Sozialde- mokraten, an der auch 168 uni- formierte Gratkorner Schutz- btindler und an die 1000 Sozial- demokraten teilnahmen. Ange- sichts dieser Ubermacht be- schrankte sich der Gratkorner Heimatschutz darauf, an diesem Tag im FreBnitzviertel eine Ge- 1andetibung abzuha|ten.13 Auch die folgenden Versamm- 1ungen verliefen in geordeten Bahnen, sogar die Betriebsrats- wahl in der Papierfabrik am 30. Ubung der Gratkorner Heimwehr am 26. November 1933. Stehend: F3ab], Safran, Kreiner, Ar[ic, Moritz, Nauta, Csebits. Vorne: Messner, H6d[, Stangl, Silzer, Schappch. Hilfspolizisten (mit Mantel): Benedikt, Steinberger, Oswalder. (AG) Juli 1930. Ergebnis: 12 Man- date fur die Sozialdemokra- ten, eines fur die "unabhangi- ge, antimarxistische Gewerk- schaft". Die "Roten" trafen sich im Gasthaus Anderluh oder Schmiedbauer, die "Hei- matschtitzer" bei Pucher oder Rinner. Solange niemand im Revier des anderen durch Pro- vokationen auffiel, herrschte Friede. Ein Zwischenfall er- eignete sich am 12. Novem- ber 1931 anlaBlich eines Wehrsporttages des Gratkom- er Heimatschutzes: Peter Taibinger, vulgo Kirchen- strobel, brach sich ein Bein. Ein - ausnahmsweise einmal unpolitisches - GroBereignis gilt es fur 5. Juli 1931 zu ver- zeichnen. Der Gratkorner Rad- und Motorsportverein "Kornahre 1904" der Turner- club "Hercules" und die Turn- verbindung "K6rner" veran- stalteten unter dem Ehren- schutz des Direktors der Papier- fabrik, Ing. Hermann Grimm, einen Sporttag. Den Kem dieses Sporttages bildete eine soge- nannte "Terrainfahrt rund urn den Sch6ckl" von Gratkorn tiber Frohnleiten mach Schrems, RussenstraBe, Passail, Weiz, Gschwendt, Bachwirt, Neues FaBl, Annagraben, St. Veit und Weinz6ttl zurtick nach Gratkom. Am 13. September 1931 er6ff- nete der "Pfrimer - Putsch" die Reihe der Aufstande und Put- sche. Am Sonntag, 13. Septem- ber 1931 gegen % 4 Uhr erhielt der Obmann der Gratkorner Heimwehr, Gerhard Lendecke, Kassier in der Papierfabrik, die Verstandigung, "daB die Heim- wehr Alarm habe und zur Gan- ze, tiber Befehl des Heimwehr- ftihrers Dr. Walter Pfriemer [recte: Pfrimer] aus Judenburg,

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=