Geschichte Gratkorns
Der Pepublikanische Schutzbund Gratkorn (paramilitarische Organisation der Sozialdemokraten) 1927 im Hof des Ochsenwirtes. 1. F}eihe, 8. sitzend von links (Zivilist mit Hut und Bart): Btlrgermeister Anton Kamper. 2. rechts neben Kamper: Betriebsratsobmann Christelli (?). 2. links neben Kamper: Herr Krebs (Schlosser). 3. rechts neben Kamper: Herr Sakovsek. Hinter Kamper: Herr Hafner. 1. Reihe, 5. sitzend von links: Werkftlhrer Pfeifer. Pechts ober dem ganz links auBen stehenden Zivilist: Herr Pazborschek. 2. Reihe, i. rechts sitzend neben Fahnentrager: Herr Unger. 2. Beihe, 4. sitzend von rechts: Anton Moder. 3. Peihe, 5. von links: Herr Motschnig. 3. Peihe, 6. von rechts: Mathias Pfeifer. 3. Peihe, i. rechts: Herr Buttolo. 3. Peihe ober Kamper, 5. von links: Leonhard Walkner. Vorletzte Peihe, 5. von rechts: Herr Kupljen. Vorletzte Beihe, 5. von links: Herr Leskovar. Vorletzte Beihe, 6. von links: Herr Vidalli. Letzte Peihe, 1. rechts: Herr Hren. Letzte Beihe, 3. von rechts (unter kleinem Fester): Fritz Neuhold. Letzte Peihe, 5. von links: Anton Brandstatter. Letzte Peihe, 3. von rechts: Herr Kupljen. Aus dem rechten Fenster sehend der damalige Fleischhauerbursche Fabschitz. (Sammlung K. Thannen) Die gravierenden politischen Gegensatze zwischen Sozialde- mokraten und Christlichsozialen hatten zur Aufstellung bewaffne- ter paramilitarischer Formatio- men einzelner politischer Partei- en gefuhrt. Auch unter dem Ein- druck der politischen Entwick- lung in Italien, wo sich der Fa- schismus durchgesetzt hatte, war aufdemParteitagder6sterreichi- schen Sozialdemokraten 1922 der EntschluB zur "Wehrhaftig- keit des Proletariates" gefaBt worden. 1923 erfolgte daher die Grtindung des Republikanischen Schutzbundes, dem auf der poli- tischen Gegenseite die Heim- wehr, bzw. der Heimatschutz gegentiberstanden. Nach Erhe- bungen des Landesgendarmerie- kommandos standen sich urn die Jahreswende 1932/33 in Grat- korn 331 Schutzbtindler 200 Heimatschtitzern gegentiber;9 fur politischen Ztindstoff war somit gesorgt und es kam in Gratkorn zu so mancher hand- greiflichen Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten La- 8em. Die politischen Spannungen auf Bundesebene fanden in Gratkom ihren Niederschlag. Am 15. Juli 1927 16ste ein politisch motivier- tes Gerichtsurteil ("Schattendorf - ProzeB") in Wien Unruhen vor dem Justizpalast aus. Aufge- brachte sozialdemokratische Ar- beiter setzten den Justizpalast in Brand, worauf die einschreiten- de Exekutive 85 Arbeiter er- schoB. Aus Solidaritat trat die so- zialdemokratische Arbeiter- schaft der Gratkorner Papierfa- brik am 16. Juli in den Streik. Tags darauf schritt man wieder Zur Arbeit.10 Die Konflikte zwischen Heim- wehr ("Hahnenschwanzler"), Heimatschtitzern und Schutz- bundangeh6rigen begannen zu eskalieren. Am 24. Marz 1929 marschierten ausgerechnet im erzroten Gratkorn 2000 unifor- mierte Heimwehrangeh6rige auf. Gerade hatte auf der Wieser der Besitzerin Maria Rinner die Fest- versammlung begonnen, als die "marxistische Arbeiterschaft" (so die Gendarmeriechronik) auf der Wiese erschien. Pfeifkonzer- te und Sprechch6re ("Arbeiter- m6rder") 16sten schlieJ31ich den Unmut der Heimwehr aus: "Durch das aufreizende Vorge- hen der Marxisten erbittert, sprangen mehrere Heimat- schtitzer aus ihren Einteilungen
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