Geschichte Gratkorns
Die Zw61ferhube wurde, mit den Grundstticken, auf 650 Gulden geschatzt. Auf den zu diesem Hof geh6renden Ackern baute man Weizen, Korn, ttirkischen Weizen (Mais), Bohnen, Feld- bohnen, Haiden, Leinsamen, Werch, Hanf und Kraut an. Der Viehbestand setzte sich aus zwei Pferden, einer Melkkuh, zwei Zuchtkalbern, drei Schweinen und sieben Schafen zusammen. Am Hof widmete sich man dem Ackerbau; die Viehzucht diente in erster Linie dem Eigenbedarf. Die zwei Pferde, die vor Pflug und Wagen gespannt wurden, 1assen auf bescheidenen Wohl- stand schlieBen; die armeren Bauern spannten Ochsen oder gar Ktihe vor den Pflug. Wieder gewahrt die Auflistung der Fahrnisse, des beweglichen Inventars, Einblick in das bau- erliche Leben dieser Zeit. An grundlegenden landwirtschaftli- chen Geraten waren zwei Fuhr- wagen, ein Handkarren, zwei Leiterwagen, ein Schubkarren, drei Eggen und ein Pflug vorhan- den. An Werkzeugen besaB man eine Zugsage, zwei Schleifstei- ne, drei Tangelzeuge, dreizehn Hacken, eine Sage, funf Mistga- beln, zwei eiseme Rechen, drei eiserne Schaufeln, zehn Sicheln, weiters Nagel, Hobel und ande- re Gerate. 24 Getreidesacke stan- den zur Verfugung, funf Tragk6r- be, zwei Schmalzktibel, Rtihrktibel, Essigfasser und zw61f Milchreindeln. Nach Abzug von 778 Gulden Schulden und 45 Gulden Gebtih- ren, Taxen etc. betrug der Wert der Zw61ferhube 1003 Gulden. Die Halfte davon stand dem Wit- wer Georg Sch6nbacher zu, die zweite Halfte konnte unter den sieben Kindern aufgeteilt wer- denl0 Aus diesen wenigen exemplari- schen Beispielen gewinnen wir ein Bild, das in groben Ztigen fur Jahrhunderte Gtiltigkeit besessen hatte. Die materielle Situation der Bauern anderte sich mit der Errichtung und Expansion der Papierfabrik insoferne, als die ohnehin bessergestellten Bauern des Kirchen- und Friesach- viertels im Fuhrgewerbe einen weiteren materiellen Anreiz fan- den, bzw. in irgendeiner Form (Schmied, Gastwirt etc.) an der Entwicklung der Fabrik profi- tierten. Mit der steigenden Zahl an Fabriksarbeitern erweiterte sich gleichzeitig der Absatz- markt fur bauerliche Produkte. Die Grundentlastung und die Aufhebung der patrimonalen (grundherrschaftlichen) Ge- richtsbarkeit im Zuge der Refor- men von 1848 brachte den Bau- ern die v61lige Unabhangigkeit vom Grundherrn. Ftir die bisher den Grundherrschaften geleiste- ten Dienste, Steuern und Abga- ben hatten Entschadigungen be- zahlt zu werden. Ftir alle Natural- und Geldabgaben wie auch fur Zehente und fur alle Ar- beitsleistungen des Bauern an den Grundherrn war nach einem komplizierten Berechnungs- schltissel Ersatz zu leisten.]] Kein Ersatz war zu leisten ftir alle jene Rechte, die dem Untertanenverband selbst, dem Schutzverhaltnis, der grund- inventar nach Ableben des Bar- tholomaus Z6tsch, aufgenom- men am 29. September 1796. Z6tsch besaB ein Pferd, eine Kuh, ftlnf Schweine und eine GeiB. (APG) io GBAF3 (Peggau) 4353, fo} 642ff (LA), 11 Deta!!iert be[ F X. H!ubek,1860, S-ilgff.
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