Geschichte Gratkorns

8 GBAF}(Peggau) 4349, fo!. 221 ff (LA) 9 Schatznote vom 19 Janner 1818 (Ape). Werfen wir nun einen Blick auf die konkreten Lebensverhaltnis- se eines Gratkomers im ausge- henden 18. Jahrhundert. Aus dem Protokoll der Verlas senschaftsverhandlung des am 26. Februar 1788 verstorbe- nen Anton Ottaker, Schmiede- meister auf der Tratten, Kirchen- viertel Nr. 39, Untertan der Herr- schaft Peggau, lassen sich des- sen Lebensumstande rekonstru- ieren. Anton Ottaker hinterlieB eine Witwe (Anna) und drei Kin- der im Alter von acht, sechs und zwei Jahren. Im NachlaB be fan- den sich diverse Urkunden und Schriftstticke. Die Behausung selbst, die soge- nannte Schmiedegerechtigkeit, wurde auf 750 Gulden geschatzt. Ein Acker, nach Peggau dienst- bar, und eine "Weingarten- 1eiten", zur Pfarrhofgtilt St. Ste- fan dienstbar, stellten einen Wert von je 80 Gulden dar. Neben Saatgut und Getreide im Wert von 25 Gulden besaB der Schmied Anton Ottaker zwei Ktihe und ein Schwein. Die Fa- milie konnte sich also mit Nah- rungsmitteln notdtirftig selbst versorgen. Das Inventar gewthrt Einblick in die Lebensgewohnheiten und die Ausstattung an Hausrat. Ebener- dig lag die bescheidene Schmie- de, dartiber die ebenso beschei- denen Wohnraume. Hier be fan- den sich unter anderem drei Bet- ten, wohlgemerkt fur zwei Er- wachsene und drei Kinder. Die Familie verfugte tiber drei Ka- stem, zwei Tische, tiber zwei alte Truhen und eine neue, tiber drei Schmalzktibel, 30 Pfund Fleisch, Wein, GrieB, tiber einen Kraut- bottich und ein MehlfaB, weiters tiber einfaches altes Zinn und di- verses einfaches Geschirr. In der Schmiede besaB Anton Ottaker einige Werkzeuge, Beile und Hammer, sowie einiges Metall. Nach Abzug aller Taxen, Steu- em, Abgaben, des Sterbegeldes etc., was zusammen 537 Gulden ausmachte, blieben vom Ge- samtwert (1316 Gulden) noch 779 Gulden tibrig.8 Anton Ottaker lebte mit seiner Familie in den Verhaltnissen des armen, gemeinen Mannes. Nach dem Tod der Anna TeiBbacher auf der Trattenschmidschen B ehausung, der Herrschaft Peggau unterta- nig, mit dem Zulehen aber zur Pfarrkirchengtilt St. Stefan dienstbar, wurde deren Behau- sung durch die "Schatzmanner" Johann Handl (vulgo Don) und Philipp Don (vulgo Pucher) am 19. Janner 1818 auf 300 Gulden geschatzt. An Einsaat waren zwei Viertel Kom im Wert von 30 Gulden vorhanden. Der Wit- wer, Anton TeiBenbacher, hatte ein Laudemium, also eine Besitzwechselabgabe in der H6he von 10 Prozent zu entrich- ten, und zwar vorerst nur zur Halfte, weiters die Halfte der Taxe fur den Schirmbrief, ein Schutzbrief und eine Urkunde tiber die Grundleihe; weiters war eine "Grundbuchum- schreibungstaxe" zu entrichten. Das machte zusammen 17 Gul- den 30 Kreuzer aus. An weite- ren Abgaben fielen an: Ftir die Errichtung der Schatznote 45 Kreuzer, fur deren Ausfertigung 15 Kreuzer, fur die Protokollie- rung 10 Kreuzer und fur deren Abschrift 4 Kreuzer. Am 7. Matz 1819, also knapp tiber ein Jahr mach dem Tod seiner Frau, starb Anton TeiBbacher. Er lebte in derart atmlichen Verhaltnissen, daB er bis zu diesem Zeitpunkt die Taxen in der H6he von 18 Gulden 44 Kreuzer noch nicht hatte bezahlen k6nnen.9 Werfen wir nun einen Blick auf die Verhaltnisse in einem Bau- ernhof im an sich gutsituierten Friesach. Am 18. Juni 1801 ver- starb Maria Sch6nbacherin, Ehe- gattin des Georg Sch6nbacher, Peggauer Untertanin, Urban - Nr. 54, Amt Friesach. Maria Sch6nbacherin, Bauerin auf der sogenannten Zw61ferhube, hin- terlieB bei ihrem Ableben sieben Kinder im Alter von zwei, funf, neun, zw61f, vierzehn und 20 Jahren.

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