Geschichte Gratkorns

Der Bereich Eggenfeld / St. Stephan in Gradkorn auf der Theresianisch - Josefinischen Landesaufnahme6 ("Josefinische Kriegskarte"), letztes Drittel 18. Jahrhundert. Gegentlber vom Hausberg (Bildmitte), am jenseitigen Murufer, ist die F]ichtsstatte ("Gericht'') eingezeichnet. Hier wurden die vom Landgericht Bein - Gratwein verurteilten Verbrecher hingerichtet. Gratkorn geh6rte zum Gerichts- bezirk Peggau, die Mur bildete die Grenze. (Kriegsarchiv Wien) 4 H. Ebner,1981, S 127; a. Baravalle, 1961, S.166. 5 Grenzbeschreik)ung des Lanc!ge- richtes Graz Won 1621. Blatt 18ag i8B (LA); Genchts- beschreibungen S. i84. 6 Der Vorsch!ag fi}r c!iese Bezeich- nung stammt yon G Fasching. F Wawrik,1989, S i28. 7 Landesfurstl!ches Lehensurbar von 1767, S 117f (LA): Gerichts~ beschrelbungen, S 185f ihre Treue belohnt. Nach dem endgtiltigen Sieg des Habsbur- gers tiber Ottokar von 86hmen erhielten die Grafen von Peggau 1278 zu ihrer freieigenen Burg einen Burgfried verliehen.4 Uber die Grenzen und den Urn- fang des Peggauer Burgfriedes, was einem Gerichtssprengel 91eichkommt, unterrichten das landesfurstliche Lehensurbar so- wie diverse Bereitungsakten, die angelegt wurden, wenn die Gerichtsgrenzen der Herrschaft abgeritten wurden, urn ihren Vcr- lauf zu bestatigen oder neu fest- zulegen. AnlaBlich der "purkfrits - berainung" im Jahre 1621 ent- stand folgendes aufschluBreiches Protokoll tiber den Grenzverlauf des Peggauer Burgfriedes: "Der herrschaft Peggau purkfrits - berainung hebt sich an in Padl an der Muehr bei dem Mtillpach auf ein steig mach dem rigl gar auf bis ein marchstain und dan durch den walt und rigl auf alle h6ch bis in Sauzipf bei der alten Khollgrueben volgents in Raucheggraben und hinauf in die h6ch an Prunegg und beBer hinauf gegen ainen stainkogl tiber, der Sembriachisch ist, von denen hinumb bis auf einem weeg beim Langen gehaag in der auen hinauf beim Nollpichl bis auf die Taschen und stainen cretiz an der weegschaiden und dan der rechten landstraBen mach, die auf Sembriach gehet, hinauf den Holz- schuechhof und hindurch den ridl mach zu der alten vesten Lueginslandt genant, die noch Sembriachisch ist und hindurch auf die Sandgrueben, von der Sandgrueben gleich zu tall abwerts auf die Khaltertinen und nach dem fahrweeg hinaus bis an den ursprung des Retschpach, alsdan verer durch auf bis auf den ausgeworfnen rainstain un- ter dem Puechhof. An stat discs rainstain ist ein cretitz erpaut worden, da dreier herrn gericht und freiheiten aneinander stoBen. Verner aufwerts zu der Stadlwisen, dan zu der Raingrueben, weiter zu dem Fuxkhogl und Fuxthall zu den Dultbach, mach demselben auswerts zu dem cretiz bei den Vnckhenstain gegen st. Steffan tiber, dan auswerts zu der Muehr, mach der Muehr oder auffart aufwerts in den Padl zu den Mtillpach, da sich diser purkfrid angefangen."5 Der Burgfried der Herrschaft Peggau erstreckte sich also vom Mtihlbach bei Badl in Richtung Ruine Lueg (bei Semriach, nicht zu verwechseln mit Lueg am Hausberg), verlief damn tiber den Fuchskogel bei der Hohen Rann- ach entlang des Dultbaches zur Mur und dieser aufwarts bis Badl. Die vier alten Gratkorner Viertel lagen somit im Burgfried Peggau, das Gebiet stidlich der Linie Fuchskogel - Dultbach zahlte bereits zum Burgfried Aigen. Die exakte Bestimmung dieses fur unsere Thematik interessan- testen Teiles der Peggauer Burgfriedsgrenze ist anhand ei- ner Grenzbeschreibung im Landesfurstlichen Lehensurbar von 1767 m691ich. Bei der "mauer am Fuchskogl" trat der Grenzverlauf in die heutige KG Gratkorn - St. Veit ob Graz ein; sie verlief weiters "neben dem Peggauerwald tiber das egg und Zollbichlers [vulgo Gs611bichler] grund ab bis in den Ringgraben, von dem Ringgraben aus mach dem waJ3erlauf bis in den Dultbach und mach denselben ab und ab bis zu den h6lzem creuz, von dannen mach der landstraBen ab bis auf den st. Ulrichsbrunn oder Unkenstein gegen Siebenprtin tiber, von dannen hinaus bis in die halbe Muhr, nach halber Muhr auf und auf bis wiederum in dem Padl, da der Mtihlbach in die Muhr fltist.7 Uber den Fuchskogel fuhrte die Gerichtsgrenze also zum Zollbichler. Dieser Hof, der heu- tige Gs6lbichler, wird 1487 im Urbar des Stiftes Rein erstmals urkundlich genannt. Gleich ne- ben diesem Hof liegt der Burgstaller, 1456 erstmals ur- kundlich als "am Purkstal"8 ge- nannt. Der Name steht offen-

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