Geschichte Gratkorns
men aus der Steiermark 1276 er- hielt Bernhard Peggau zurtick und baute die Burg wieder auf, er starb 1288. Sein Sohn, Ulrich Graf von Pfannberg, erhielt 1278 zur freieigenen Feste Peggau ei- nen Burgfried verliehen. Der da- zugeh6rende Grundbesitz um- faBte auch landesfurstliches und salzburgisches Lehen. 1362, mach dem Aussterben der Pfannberger, forderten die Gra- fen von Cilli das Erbe; zu Ende des 14. Jahrhunderts war Peggau infolge einer Heirat im Besitz der Montforter. Diese wohnten vor- wiegend auf Pfannberg und lie- Ben Peggau durch ihre Dienstmannschaft verwalten. 1430 erhielt Peggau ein Landge- richt verliehen.4 Seit 1590 unternahmen die Montforter Versuche, die vcr- schuldete Herrschaft Peggau zu verkaufen. Die VerauBerung von Gtitern zur Bewaltigung der Schulden beeintrachtigte in der Folge die Geschlossenheit des Besitzes. Nach einer 1596 durch- gefuhrten Schatzung betrug der Gesamtwert der verschuldeten und in Unordnung geratenen Herrschaft 97.749 Gulden. Die Einnahmen aus den Geld- und Naturalzinsen der Untertanen betrugen 302 1b. 6 8. 3d., dies entsprach einem Kapitalwert von tiber 37.845 Gulden. Der Herr von Scherffenberg nahm die Herrschaft 1595 in Pacht, 1596 gebot Freiherr Paul von Eibiswald tiber die Herr- schaft, also auch tiber die Gratkorner. Als dessen Sohn wegen seines protestantischen Glaubens die Steiermark verlas- sen muBte, verkaufte er die Herr- schaft an seinen Vetter Georg Amelreich. 1649 tibernahm der wieder zum katholischen Glau- ben tibergetretene Paul Hart- mann von Eibiswald die Herr- schaft, verkaufte sie aber am 3. Juni 1652 an das Stift Vorau, in dessen Eigentum sich die Burg- ruine, Grundbesitz sowie einige Jagd- und Fischereirechte noch heute befinden.5 Die gesamte Herrschaft, also auch die nachmaligen vier ur- sprtinglichen Gratkorner Katastralgemeinden, wurden von der Burg Peggau aus verwaltet. Als diese immer baufalliger wur- de, zogen die Verwalter 1804 in das im Ort befindliche Amtshaus urn. Zur Herrschaft selbst dien- ten damals 214 Hauser, deren Ertragnisse fur die Herrschaft mit 2044 Gulden und 13 Kreu- zem Dominikale sowie 234 Gul- den und 54 Kreuzern Rustikale in funf Amtern im Urbar der Herrschaft verzeichnet waren. Untertanen hatte Peggau in fo1- genden Gegenden: Buchberg Pe88au FreJinitz Prebtihel Friesach Rehberg Hinterberg Schattleiten Kirchenviertel Sch6nberg K6niggraben Markt Semriach Laas Thoneben Marktviertel Vordere Dtirnau Mauritzerviertel Wenisbuch Neudorf bei Peggau Windhof Oberneudorf Mixnitz Unterneudorf Schlaggraben Mit der Errichtung der Werbbezirke im Jahre 1770 fie- len der Herrschaft Peggau weit- reichende Aufgaben wie u. a. die StraBentiberwachung, das Schul- wesen, die Steuereintreibung und Rekrutierung von Soldaten zu. Von Peggau aus wurden so- mit zwei Markte und funfzehn Gemeinden verwaltet. Dieses 4000 Einwohner zahlende Ge- biet umfaBte eine Flache von 90,9252 Quadratkilometern. 31,57% davon waren Acker, 17,73% Wiesen, 2,48% Weiden, 0,0046% Weingarten und 48,21% Wald. Im gesamten Peggauer Bezirk gab es zu Be- ginn des 19. Jahrhunderts 162 Pferde, 953 0chsen, 1045 Ktlhe und 1620 Schafe.6 Die Burg Peggau ("Pecha in fazzia") urn 1600. (J. Clobucciarich 1601 -1605, LA)
RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=