Geschichte Gratkorns
KlffieELEH[eREE BffifiueREE St. Stefan, der Erz- matyrer, wurde der Le- gende mach im Zuge ei- nes Streites zwischen griechischen und hebrai- schen Christen nahe des Damaskustores in Jeru- salem erschlagen, im Jahre 415 sollen seine Gebeine gefunden wor- den sein. Stefan gilt als erster Matyrer der Chri- stenheit, - Maurer, S chneider, Zimmerleute , Steinmetze und Pferde beschtitzt er, viele Brau- che entwickelten sich urn seine Person. In Gratkom kannte man bis ins 19. Jahrhundert das Stefanireiten. Dabei ritt der Bauer am 26. De- zember des Morgens oder des Abends mit ei- nem geschmtickten Gaul tiber seine Felder; ihre Fruchtbarkeit sollte da- durch erh6ht, Hagel und Unwetter gebannt wer- den. Mit Pferd und Wa- gen fuhr die gesamte Fa- milie sodann auf Ver- wandtenbesuch. Weiters beliebt war das StraBengel, vom slawischen straza (Wacht, Warte), erfreut sich a!s Wallfahrtsort auch bei den Gratkornern gror3er Be- liebtheit. Photographie aus dem Jahre 1916. (Sammlung Horst Ziegler) Eine solche Wal!fahrt nach StraBengel kostete im Jahre 1875 nicht weniger als 98 Gratkorn- erinnen und Gratkomern das Leben, als das FloB wegen Uberladung sank. Ansichtskarte aus dem Jahre 1904. (Sammlung Horst Zieg!er) Stefaniwasser, mit dem Felder und Ackerraine besprengt wurden. Am Stefanitag trugen die Kirchganger geme eine Fla- sche Wasser bei sich, der Bauer oder der GroBknecht trugen ein gr6Beres GefaB aus Ton oder Zinn, weiters ein Sttick Salz mit sich, urn es vom Priester mach der Predigt weihen zu lassen. Es galt als verlassliches Mittel gegen Teufel und Hexerei. 1 Als ein traditioneller H6hepunkt kirchlichen wie weltlichen Brauchtums galt in St. Stefan der Kirchtag, das Fest zu Ehren des Kirchenpatrons. Zwar finden wir den Festtag des Heiligen im Ka- 1ender am 26. Dezember ver- zeichnet, doch wird in St. Stefan sein Namensfest am 3. August begangen, am Tage der Auffin- dung seiner sterblichen Uberre- ste. Wahrend des 18. Jahrhun- derts beging man das Kirchweih- fest in St. Stefan am zweiten Sonntag mach Michaeli, also am zweiten Sonntag mach dem 29. September. Quellen aus dem 17. Jahrhundert beweisen aber, daB dies wohl eine Ausnahme war. In einer Urkunde vom 2. Matz 1693 erfahren wir, daB an Sonn- und Feiertagen, besonders aber beim Kirchtag zu St. Stefan am 3. August, in Htitten, die an die Friedhofsmauer angebaut waren, sowie auf dem "Kirchenplatzel" Kramerwaren, Bot, Obst und dergleichen feilgeboten wur- den.2 Hier schlossen Bauem Ge- schafte ab, es herrschte buntes Treiben. Ernster ging es in der Kirche zu. Am Hochaltar der Pfarrkirche St. Stefan befindet sich ein goldener und reich verzierter Tabernakel- aufbau. An seiner h6chsten Stelle liegt das Buch mit den sieben
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