Geschichte Gratkorns
den Kirchenzehent zu leisten, muBte StraBen und Wege in- standhalten, Abgaben fur Dorf- richter und Amtmann leisten, urn nur die wichtigsten von der Ob- rigkeit ausgehenden Belastungen zu nennen. An den Landesfursten hatte man das Marchfutter zu leisten, ver- zeichnet sind die Abgaben der Gratkorner in den landes- ftirstlichen Gesamturbaren. Wichtig fur die mittelalterliche Wirtschafts- und Besiedlungs- geschichte Gratkoms sind jene von ca. 1265/67, ca. 1390, von 1414,1479,1483 und 1493. Ver- merkt werden in diesen Urberen die Hafereinktinfte, die alljahr- lich vom Marschallamte zu Graz in den Getreidespeicher des Lan- desfursten flossen, urn dadurch im Kriegsfalle, so der ursprting- 1iche Zweck, tiber ausreichende Futtervorrate fur die Pferde zu verftigen. - Als MaB diente der "Grazer Vierling" ("virlingus"), beziehungsweise das Schaff ("scaphium"). Ein Schaff ent- spricht zwei Virling weniger ein [Pfarre Gratwein] 34 Lueg 44 W6rth 49 Eggenfeld 50 Velgau 51 Brunn 52 Eggenberg 53 Friesach 54 FreBnitz 55 Auengraben n6rdlich FreBnitz 56 Hollackner 60 Pail 62 Dult "Item de Foramine 2 sca." "Item in Werde 8 virl." "Item in Ekchenvelde 10 virl." "Item in Velegan unum virl." "Item in Prunne 3 virl." "Item in Ekchenperge 3 1/2 virl." "Item in Frisaca 10 virl. et 4 hube vacant quidam nobilis habet unam." "Item in Vrezwitz 8 virl." "Item in Nazzau 8 virl." "Item in Horlachen 3 virl." "Item in Peuol 15 sca., quorum Volcmar recipit 8 indebite." "Item in Talge 3 virl., quorum Volcmar 1 recipit indebite." "Item super Peschen 3 virl." "Item in Foveis 1 virl." [Pfarre St. Agydius] 1 Pail 3 Brunn 4 St. Stefan [Pfarre Gratwein] "In Pel coloni 3 serviunt 3 schaff." "Prtinn 6 coloni dant 2 virl. 1/2 sch. 6 qr." "Sand Steffan ob Endrecz 5 coloni dant 8 qr." 8 Eggenfeld 9 Haselleitgraben 10 Zauchen 12 Hofbacher 13 Harregger 14 GruBaubauer "Ekkenveld 12 coloni 16 qr. 8 virl." "In der Hasenleiten 1 colonus 3 qr." "Yin Czauchen 2 coloni dant 2 virl." "Am Hof 3 s." "Harde]ck 4 coloni dant 3 sca. 4 qr." "Grussau 2 coloni dant 2 virl." Quartale, umge- rechnet ent- spricht ein Schaff etwa 26 4/9 Liter.29 1265/67 flossen also aus Grat- korn nachste- hende Ertrag- nisse dem Marschallamt Graz zu:30 Ein kurze Zeit spater unter Herzog A1- brecht I. ent- standenes Gesamturbar (urn 1280/95) wirft mehr Licht auf den in der Pail und in der Dult genanten Volkmar: "Item d. Volchmarus I/2 tal., idem de 15 hubis in Pewel 48 den., idem de molendino [Mtiller] 12.„ - Volkmar besaB also ausgedehn- te Gtiter in der Dult und der Pail, dies wird durch seine Schenkung von Weinzehenten in der Pail an das Stift Rein im Jahre 1277 besta- tigt.31 In Graz selbst war Volkmar frei- 1ich kein Unbekannter. Er tritt seit etwa 1258 an dominanter Stelle im politischen Leben der Stadt Graz auf, 1261 und 1268 ist er als Stadtrichter bezeugt.32 Die schwankenden politischen Verhaltnisse ausntitzend, hatte er es verstanden, auch in Gratkom widerrechtlich Gtiter an sich zu bringen. Das Urbar von 1265/67 vermerkt, er beziehe seine Ein- ktinfte unrechtmaBig ("indebite"). Urn 1280/95 bezieht tibrigens auch das Stift Rein Abgaben aus Eggenfeld und worth, namlich zehn Virling aus Eggenfeld und Zwei Schaff aus worth.33 Interessant am Marchfutter- register von etwa 1390 scheint einmal der Umstand, daB Pail, Brunn und St. Stefan als inner- halb der Grazer Stadtpfarre St. Agydius gelegen verzeichnet werden, alle anderen Gegenden werden der Pfarre Gratwein zu- 8eschrieben.34 Weiters verzeichnet dieses Regi- ster unter den zur Marchfutter- abgabe pflichtigen Bauern des Stiftes Rein folgende Personen aus Eggenfeld: "Primo suppan 6 qr. - Leutolt Winkler 2 qr. - Ffridel Cogler, Nikel Peter, Nikl Rot, Hensel Poenl, quilibet [1 virl.] Stephan Wirs, Wtilfing Suneder de Friesach, quilibet 1 virl. Hensil Parfu aidem, Leutold Sengerl quilibet 2 qr."35
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