Geschichte Gratkorns

reagierten, so ergibt sich ein interessantes Bild: Auffallend sind die fhihen und tiberproportional massiven Partei- eintritte der Angestellten, Beamten, Freiberufler etc. vor 1938, bzw. der hohe Anteil von Jugendlichen und Akademikem. Dies ist ver- standlich, denn wahrend der 30er Jahre hatten lediglich 15 bis 20 Prozent der Jugendlichen Aussicht auf Arbeit. 15 Nicht bessere Aussichten hatten Studenten und junge Akademiker. Die Generaldirektion fur 6ffent- 1iche Sicherheit stellte in einem Bericht an Bundeskanzler Dr. Kurt von Schuschnigg am 4. April 1936 fest, daB "Trager und Ftihrer der illegalen Bewegung [NSDAP] in Osterreich vorwie- gend die arbeitslose Intelligenz ist", die "am Ende ihres Studi- urns die Unm691ichkeit sieht, in irgend einem Berufe unterzu- kommen [...]."16 AnlaBlich der Landtagswahlen von 1932 konn- te ein hoher Funktionat der 6ster- reichischen NSDAP feststellen, daB "die gesamte arische Intelli- genz und gerade ein GroBteil der akademischen und h6heren Be- amten uns gewthlt hat."17 Die. ses Bild wird anhand des Grat- komer Quellenmateriales besta- ti8t. Die Arbeiter hegten bis zum AnschluB wenig Sympathie fur die NS - Bewegung. Erst mach

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