Geschichte Gratkorns

die in folgender Tabelle genann- ten Personen. Ich zitiere diese Liste des Gratkomer Gemeinde- tages][ deshalb so ausfuhrlich, weil an ihr das Prinzip des "Standestaates" deutlich sichtbar wird: Diese nicht frei gewthlten son- dern von der BH bestimmten Mitglieder des Gemeindetages "wahlten" am 23. Marz 1935 Franz Jocher zum Btirgermeister. 19 Stimmzettel lauteten auf Jocher, ein Stimmzettel war leer. Vertreter der r6m. - kath. Kirche Dr. Konrad varjacic Pfarrer Vertreter des Schull, Erziehungsl und Volksbildungswesens Leo 86nisch Schuldirektor Vertreter der Landl und Forstwirtschaft Franz Baldauf Besitzer Peter Langmaier Besitzer Johann steinberger Besitzer Ferdinand Ferstl Besitzer Paul Hasenhtlttl Landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter Vertreter der lndustrie und des Bergbaues Gustav Nauta Franz Jocher Pupert Sieber Pudolf Quas Karl Schimek Otto Haider Josef Presker Willibald Brandl Franz Mittre Karl Krottmaier Beamter Beamter Oberingenieur Beamter Beamter Meister Maschinftlhrer Dreher Arbeiter Maschinftlhrer Verfreter des Handels und Gewerbes Franz F]abl Tischlermeister Karl Harb Gehilfe Vertreter des 6ffentlichen Dienstes Karl puprecht Schuldirektor Stampiglie der Vaterlandischen Front / Hauptgruppe Gratkorn. (AG) Erster Btirgermeisterstell- vertreter wurde Rudolf Quas, Ortsleiter und Hauptgruppen- ftihrer der "Vaterlandischen Front" (19 Stimmen bei einer Enthaltung), zweiter Btirger- mei sterstellvertreter wurde Peter Langmaier, Obmann des Katho- 1ischen Bauembundes ( 19 Stim- men bei einer Enthaltung), Vier- ter Gemeinderat wurde Gustav von Nauta, Ortsleiter des Heimatschutzes (18 Stimmen, eine Stimme fur Rudolf Quas, eine Stimmentha|tung).12 Die Geschicke der Gemeinde lenkte eine Gemeindevertretung, die verstarkten Druck auf poli- tisch Andersdenenkende austib- te. Personen, die sich nicht 6f- fentlich zum Standestaat bekann- ten oder nicht der Vaterlandi- schen Front angeh6rten, durften nicht mit Auftragen der 6ffentli- chen Hand rechnen. Ein Bei- spiel: Konrad Seidl, ein unauf- falliger Friseur, der bislang im Altersheim betagten Menschen die Haare schnitt, erhielt am 20. Februar 1937 von Btirgermeister Jocher folgende Zuschrift: "Die hiesige Ortsgruppe des 6sterr. Gewerbebundes hat wiederholt bei der Gemeinde Klage dartiber gefuhrt, dass Gewerbetreibende, welche der vaterlandischen Front bezw. dem 6sterr. Gewerbebund nicht angeh6ren, trotzdem von der Gemeinde be- schaftigt werden. Das Btirger- meisteramt wurde nunmehr auch vom Landesgewerbeverband fur Steiermark bezw. vom Bezirks- gewerbeverband auf den szt. Erlass der vaterlandischen Front verwiesen, wonach 6ffentliche Arbeiten ausschliesslich jenen Gewerbetreibenden zugeteilt werden dtirfen, welche ihre va- terlandische Einstellung ein- wandfrei nachweisen k6nnen. 11 BH -GU, Zl.1 Ga 44/16 vom 4. Marz 1935, (AG) 12 Protokoll, aufgenommen am 23. Marz 1935 bei der konstltuieren- den Gemeindetagss!tzung im Saale c!es Altersheimes der Marktgemeinde Gratkorn. (mlt be!!!egender L!ste der Gemeindetagsmltgl!eder).

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