Geschichte Gratkorns

Wilhelm Partbauer, sozialdemokratischer Bt]rger- meister vom 1. August 1933 bis 12. Februar 1934 und vom 7. Mai 1946 bis 18. April 1955, erhalt am 10. Mai 1972 den Ehrenring der Marktgemeinde Gratkorn. (AG) 19 Einladung zur Gemeincierats- sitzung ftlr 22 September 1932. 20 Bgm. Anton Kamper an clle BH Graz - umgebung (Zl. 6343 v, 9. November 1932). Besonders der Name Franz Sametz als erster Ersatzmann bei den Sozialdemokraten ist bemer- kenswert, denn es handelt sich dabei urn den nachmaligen NS - Btirgermeister. Weiters ist die Berufsaufteilung bei den einzel- nen Parteien von Interesse sowie die Tatsache, daB einzig bei den Sozialdemokraten Frauen in die Wchlliste eingetragen wurden. Nach den letzten freien Ge- meinderatswahlen der Ersten Republik, am 24. April 1932, zogen folgende Mandatare in den Gratkorner Gemeinderat ein: Fritz Heese, Franz Jocher, Hein- rich Schuster, Gerhart Lendecke, Maria Kirsch, Wilhelm Part- bauer, Karl Stramschak, August Z6tsch, Johann Fiala, Konrad Seidl, Johann Kreps, Ludwig Vrecar, Christian Fragner, Ferdi- nand Ferstl, Heinrich Handl, Franz Kahrer, Karl Panzenb6ck, Anton Sattler und Gottlieb Haider. 19 Die Mandatsverteilung lautete: 11 Sozialdemokraten, 8 Wirtschaftspartei, 1 Nationalso- zialist. Es blieb in erster Linie Gottlieb Haider, Gemeinderatsmitglied der NSDAP Gratkorn tiberlas- sen, fur unsch6ne Szenen in der Gemeindestube zu sorgen. Am 6. Oktober 1930 hatte der Ge- meinderat einstimmig beschlos- sen, "daB das sichtbare Tragen von Parteiabzeichen und Uniformstticken politischer Par- teien und Korperationen jeder Art durch Mitglieder des Ge- meinderates wahrend Austibung gemeinde-amtlicher Pflichten wie auch fur die Zuh6rer bei Gemeinderatssitzungen verbo- ten ist.„20 Einzig Haider hielt sich nicht an diesen BeschluB und provozier- te Unfrieden. Der Schatten des Nationalsozialismus stand im Raum.

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