Geschichte Gratkorns

EEiillF©E§eREieRERIFE EffisHEffi wEELHREffiiE® USREES Ewi§eELEENKffiiE®sEE]H Am Vorabend des Ersten Welt- krieges prasentierte sich Grat- kom als tadellos verwaltete Ge- meinde. Auf kommunaler Ebe- ne amtierten die reichsten Bau- em als Btirgermeister, weil das Wahlrecht so gut wie die gesam- te (sozialdemokratische) Arbei- terschaft ausschloB.1 Mathias HochstraBer war 1899 zum Btir- germeister gewahlt worden, er sollte bis 1918 dieses Amt be- kleiden und erfreute sich h6ch- stem Ansehens. Am 14. Mai 1907, bei den ersten freien Wahlen zum Reichsrat, nit dem heutigen Nationalrat entfernt vergleichbar, erhielt der Sozialdemokrat Johann Resel 354 Stimmen, der Deutschnatio- male Gtirtler 172 Stimmen und der Christlichsoziale Hopfer- wieser 104 Stimmen. Zu kleine- ren politischen Auseinanderset- zungen kam es in erster Linie zwischen Sozialdemokraten und Deutschnationalen, manchmal auch mit klerikal eingestellten Kreisen. Im Gemeinderat kam es zu einigen ruppigen Szenen, als die Deutschnationalen die Abbe- rufung des Kaplans Benedikt Vidav und die Einsetzung eines "wtirdigeren deutschen Prie- sters" forderten. In der Industrie- siedlung fuhrten politische Dif- ferenzen zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwi schen Deutschnationalen und sozialde- mokratischen Arbeitern. Im Jahre 1910 lebten im heuti- gen Gemeindegebiet, also unter EinschluB der KG Gratkom - St. Veit, 4.373 Menschen. Uber 1.200 davon arbeiteten in der Papierfabrik. Der rasche Be- v6lkerungsanstieg hatte zu zahl- reichen Verbesserungen in der Ausstattung der Gemeinde ge- fuhrt. 1897 wurde die Raiffeisen- kasse Gratkorn errichtet, 1898 erfolgte die Er6ff- nung des Postam- tes, im gleichen Jahr wurde Grat- kom an das Tele- graphennetz ange- schlossen. SchlieBlich hatte sich auch das Schulhaus als zu klein erwiesen, sodaB im Jahre 1908 die Schule (VS 1) neu gebaut wurde. In der Pa- pierfabrik nahm die Direktion stan- dig Neubauten vor und ftihrte neue Verfahren ein. 1901 konnte ein neues Heizhaus fertiggestellt wer- den und 1903 gin- gen zwei weitere Papiermaschinen in Betrieb. 1912 konnte die Chlor- anlage ihre Tatig- keit aufnehmen. Am Abend des 28. Juni 1914 erschtit- terte die Nachricht von der Ermor- dung des Thron- folgerpaares die Gratkorner. Am 2. Juli 1914 passierte der Hof- trauerzug Gratwein und am 27. Juli 1914 erfolgte die Mobilisie- rung des Heeres. Dies ftihrte dazu, das der Betrieb in der Pa- pierfabrik kurzzeitig ganz einge- stellt wurde. Im Laufe des Krie- ges starben 113 Gratkorner an den verschiedenen Fronten, 27 galten noch im Jahre 1922 als vermiBt. Insgesamt wurden 1476 Gratkorner Manner zum Heer einberufen, was etwa 30 Prozent der Bev61kerung von 1914 ent- lm Laufe des Ersten Weltkrieges starben 113 Gratkorner an den verschiede- nen Fronten, 27 galten noch im Jahre 1922 als vermir3t. Insgesamt wurden 1476 Gratkorner Manner zum Heer einberufen, was etwa 30 Prozent der Be- v6lkerung von 1914 entspricht. -Johann Hopfer (Pfeil), Angeh6riger des K. u. k. Infanteriebataillons 4/87, auf der Pragarallspitze. Aus dem Text spricht die Sehnsucht nach der Heimat: "Liebe Eltern. Hir schike ich eine Fotografie. Wen ihr es erhaltet so bitte sofort die andword senden. Herzliche Grtlr3en von Sohn Hans. Auf ein Wiedersehen.19.I.1917" (Sammlung Fain. Gredler vulgo Felberbauer)

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