Geschichte Gratkorns
Mochte es auch zwischen den Klassen Spannungen geben, in der Treue zum Hause Habsburg waren sich Arbeiter und Bauern einig. - Johann Hopfer (vulgo Felberbauer) als Soldat, Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm. (Sammlung Fain. Gredler vulgo Felberbauer) 1 "Programm fur die Reise Al!erhochst Seiner Majestat des Kalsers in Steiermark im Juii 1883" in. era- zer Volksb!att vom 3. Ju!I 1883 (Beilage). 2 StuB !V, Nr. GOO, S. 356f 3 Grazer Tagespost vom 2. Jul! 1883 (Morgenb!att) HSER KA]SEffi IEN ®ffiAFTK®REEN Vom 1. Juli bis zum 11. Juli 1883 untemahm Kaiser Franz Joseph I. eine sogenannte Huldigungs- reise durch die Steiermark. Den unmittelbaren AnlaB dazu bilde- ten die Feierlichkeiten zur 600jahrigen Zugeh6rigkeit der Steiermark zum Haus Habsburg. Die Reise sollte die Beziehungen zwischen der Steiermark und dem Herrscherhaus starken, weiters diente sie der Inspektion der staatlichen Verwaltung, wirt- schaftlicher B etriebe und 6ffent- licher Einrichtungen. Im Laufe seiner Reise besuchte der Kaiser auch die seit dem Jahre 1870 im Besitz der Leykam - Josefsthal AG stehenden Papier- und Zell- stoffabrik. Die nachstehende Rekonstruktion der Besuchspro- gramme in Gratwein, Rein und Gratkom gewahrt nebenbei auch Einblick in das Verhaltnis zwi- schen Arbeiterschaft und Mon- archic. Der Kaiser hatte Wien am 1. Juli 1883 mit dem Hofzug verlassen und erreichte Gratwein urn 13 Uhr 30.1 Kaiser Franz Josef "wurde in Mtirzzuschlag vom Statthalter Baron Ktibeck und dem Corpscommandanten FZM [Feldzeugmeister] Freiherr v. Kuhn erwartet und in Bruck vom Herrn Landeshauptmanne Dr. Moritz von Kaiserfeld und meh- reren Herren Landesausschtissen empfangen." Reden wurden ge- halten und der Kaiser antworte- te, daB es ihn sehr freue, anlaB- 1ich des 600 jahrigen Jubelfestes langer in der Steiermark verwei- 1en zu k6nnen. Dann widmete er sich huldvoll den Lan- desausschtissen, be- stieg den Zug und fuhr nach Gratwein. Dieser Besuch wur- zelt seinerseits in ei- nem Ereignis, das am 19. September 1276 stattfand. An diesem Tag versammelten sich die einfluJ3reich- sten Vertreter des stei- rischen Adels im Klo- ster Rein, urn ihre Loyalitat gegentiber dem Hause Habsburg zu bezeugen und sich gegen den Widersa- cher Rudolf von Habsburgs, Przemysl Ottokar, zu wenden.2 Der Besuch des Kai- sers im Kloster Rein ist somit verstandlich. Vorerst aber verweil- te der Kaiser einige Zeit im da fur eigens herausgeputzten Grat- wein, wo auch fast ganz Gratkorn stau- nend den Weg des Monarchen saumte. Auf der StraBe nach Rein waren zwei Tri- umphb6gen errichtet worden, der eine von
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