Geschichte Gratkorns
beiter den Weg zu neuen Lebens- formen, zu neuen sozialen Grundwerten und kulturellen Aktivitaten weisen sollte, ledig- 1ich Konfessionslose konnten beim Freidenkerbund die Mit- 91iedschaft erlangen. Auch im Gratkorner Freidenker- bund wurde viel diskutiert, Vor- trage wurden veranstaltet und Treffen abgehalten. Die behan- delten Themen erstreckten sich auf die Rolle der katholischen Kirche und ihr (nicht gerade gu- tes) Verhaltnis zum Freidenker- bund, bzw. zur Sozialdemokra- tie; man diskutierte unter ande- rem tiber Darwins Evolutions- theorie, tiber die Milieutheorie, tiber Schwangerschaftsunterbre- chung und Empfangnisverhti- tung. Die Grtindung der Orts- gruppe erfolgte tibrigens 1925 in Judendorf, wenig spater nannte man die Ortsgruppe in "Juden- dorf - Gratwein - Gratkorn" urn.24 Auch der Feuerbestattungsverein ("die Flamme") zahlte zu jenen Organisationen, die starker als andere Vereine der sozialdemo- kratischen Vereinslandschaft kulturbezogene Werthaltungen und weltanschauliche Grundsat- ze der Sozialdemokratie umzu- setzen versuchten. An Zeitkritik mangelte es jdenfalls bereits in den frtihen 20er Jahren nicht. Auf dem Ge- biet des Umwelt- und Natur- schutzes sind die Gratkorner Naturfreunde seit 1923 tatig. Der "Arbeiter - Turn - und Sport- verein" wamte schon damals vor der "Rekordhascherei und dem materiellen Gewinnstreben" im Sport und propagierte Erzie- hungsmethoden des Arbeiter- Der Gratkorner Arbeiterradfahr- verein am 1. Mai 1924. Vorne sitzend, mit Trinkhorn: Josef Halbedl. (Sammlung J. Kopsche) Der Gasthof Rinner (unten links) diente der Gratkorner Ortsgruppe des "Steirischen Radfahrer - Gauverbandes" als Vereinslokal. Ansichtskarte aus den Jahren urn 1910. (Sammlung Horst Ziegler)
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