Geschichte Gratkorns
Das Porto fur einen Inlandsbrief bis 20 Gramm im Ortsverkehr betrug zu diesem Zeitpunkt drei Kreuzer. Ftir eine Stunde Arbeit in der Papierfabrik erhielt somit eine Frau eine Briefmarke zu drei Kreuzern. Dies entspricht im Vergleich zu heute: Etwa 7 Schil- ling Stundenlohn fur eine Frau im Papiersaal. Derartige Um- rechnungen sind freilich proble- matisch, weil die Preise der ein- zelnen Waren nicht proportional zueinander gestiegen sind und so Umrechnungen anhand der heu- tigen Preise kein korrektes Bild liefem k6nnen. Wtirden wir den Vergleich anhand des Biexpreises ziehen (1 Krtigerl im Gasthaus heute 30 0S), so wtirden 36 Kreuzer fur ein Liter Bier 60 Schilling entsprechen, drei Kreu- zer Stundenlohn fur die Frau im Papiersaal entsprachen also 5 Schilling Stundenlohn, wenn in diesem Falle der Bierpreis als Basis client. Es laBt sich jeden- falls die Aussage treffen, daB der Mindeststundenlohn einer Frau in der Gratkorner Papierfabrik im Jahre 1890 unter umgerech- net zehn Schilling lag. Diese Fakten fuhren zum SchluB, daB den Gratkomer Arbeitem die Grtindung einer Familie nur damn m6glich war, wenn zumin- dest beide Ehepartner tiber ein Einkommen verfugten; meist muBten die Kinder bereits seit fhihester Jugend ebenfalls einem Erwerb in der Fabrik nachgehen. Eine nach heutigen Erkenntnis- sen gesunde und ausgewogene Emahrung war diesen Arbeitem nicht m691ich. Das niedere Ein- kommen und die entsprechenden Lebensmittelpreise zwangen zu einer einseitigen, kohlehydrat- Kesselfundamentierung beim Kessel 11 im Jahre 1924. (Leykam 1925) Bekohlungsanlage und Schrag- aufzug bei der kalorischen Kraft- zentrale (1924). (Leykam 1925)
RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzE=